Der Berliner Senat hat den Bebauungsplan 2-64 für den „Campus für Entwicklungszusammenarbeit“ beschlossen. Geplant sind zwei Neubauten für das BMZ, die Sanierung des Europahauses und neue Wegebeziehungen in Kreuzberg.

„Campus für Entwicklungszusammenarbeit“

© Titelbild: ROBERTNEUN™ + AFF Architekten mit Atelier Loidl Landschaftsarchitekten / Visualisierung: Philipp Obkircher

Der Berliner Senat hat den Bebauungsplan 2-64 für den „Campus für Entwicklungszusammenarbeit“ beschlossen. Damit schafft Berlin die planungsrechtliche Grundlage für zwei neue Gebäude des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) an der Anhalter Straße.

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  • Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
  • Adresse: Stresemannstraße 94 / Anhalter Straße, 10963 Berlin
  • Nutzer: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
  • Bestand: Europahaus und denkmalgeschütztes Deutschlandhaus
  • Neubau: ein sechsgeschossiger und ein elfgeschossiger Baukörper

Der Beschluss betrifft eine westliche Teilfläche nördlich der Anhalter Straße und östlich der Stresemannstraße. Dort nutzt das BMZ bereits das Europahaus. Zusätzlich liegen einige Büros im rund 200 Meter entfernten Excelsiorhaus an der Stresemannstraße 78.

Die Visualisierung zeigt ein helles, begrüntes Atrium im geplanten BMZ-Neubau des „Campus für Entwicklungszusammenarbeit“ in Berlin-Kreuzberg.

Das Atrium im BMZ-Neubau soll als heller Innenraum für Begegnung, Austausch und Arbeitsbereiche im „Campus für Entwicklungszusammenarbeit“ dienen. / © ROBERTNEUN™ + AFF Architekten mit Atelier Loidl Landschaftsarchitekten / Visualisierung: Philipp Obkircher

BMZ-Neubau in Kreuzberg: Was der Bebauungsplan regelt

Künftig soll der Berliner Dienstbetrieb stärker an einem Standort gebündelt werden. Der BMZ-Neubau entsteht auch, weil das Europahaus eine Kernsanierung braucht und dafür leergezogen werden muss.

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Der „Campus für Entwicklungszusammenarbeit“ ergänzt das Ensemble aus Europa- und Deutschlandhaus. Der Bebauungsplan sichert zugleich beide Bestandsgebäude planungsrechtlich. Das Deutschlandhaus steht unter Denkmalschutz, das Europahaus gehört zum geschützten Ensemble. Das 1931 fertiggestellte Europahaus gilt als früher Berliner Hochhausbau und prägt den Block bis heute.

Das Europahaus in Berlin-Kreuzberg mit seiner markanten weiß-roten Fassade steht an der Stresemannstraße. Das denkmalgeschützte Gebäude ist Teil des geplanten „Campus für Entwicklungszusammenarbeit“ und soll im Rahmen einer Sanierung langfristig für die Nutzung durch das BMZ gesichert werden.

Das Europahaus an der Stresemannstraße gehört zu den prägenden Hochhäusern der Berliner Moderne und soll im Zuge des Projekts „Campus für Entwicklungszusammenarbeit“ umfassend saniert werden. / © Foto: Wikimedia Commons, Jörg Zägel, CC BY-SA 3.0

BMZ-Campus: Sanierung, neue Büros und öffentliche Wege

Geplant sind zwei Baukörper mit sechs und elf Geschossen. Im ersten Bauabschnitt sieht die Wettbewerbsaufgabe rund 38.840 Quadratmeter Bruttogrundfläche für 762 Arbeitsplätze vor. Rund 6.400 Quadratmeter könnten anteilig weiteren Bundesministerien dienen. Neben Büros gehören ein Leitungsbereich, Konferenzflächen, Besucherbereiche, eine Kantine oder Cafeteria, eine Kindergroßtagespflege, eine Bibliothek sowie Stellplätze für Autos und Fahrräder zum Programm.

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Der Entwurf stammt von ROBERTNEUN™, AFF Architekten und dem Atelier Loidl Landschaftsarchitekten. Die Planung setzte sich 2025 gegen 14 weitere Teams durch; insgesamt hatten sich 70 Teams aus Europa beworben.

Die Gebäude sollen mit rötlichen Sandsteinelementen, Metallrahmen und Photovoltaik-Elementen auf die historische Umgebung reagieren. Ein Sockelgeschoss mit Kantine und Besucherzentrum öffnet sich zum Stadtraum. Darüber verbindet ein Konferenzgeschoss die beiden Baukörper.

Warum der Standort für den BMZ-Campus städtebaulich wichtig ist

Der Ort liegt zwischen Martin-Gropius-Bau, Topographie des Terrors, Anhalter Bahnhof und dem bestehenden BMZ-Dienstsitz. Deshalb geht es nicht nur um Büroflächen. Der Plan sieht eine öffentliche Durchwegung von der Anhalter Straße in Richtung Martin-Gropius-Bau vor. Damit soll eine bessere Verbindung zwischen Askanischem Platz, Kulturstandorten und Erinnerungsorten entstehen.

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Stadtentwicklungssenator Christian Gaebler erklärt, der Neubau des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung könne ein bislang brachliegendes Grundstück nachhaltig aufzuwerten und die umliegenden Stadträume miteinander vernetzen. Der Neubau werde sich qualitätvoll in die bestehende Bebauung einfügen und einen echten Mehrwert für die Menschen schaffen.

Der aktuelle Senatsbeschluss bedeutet noch keinen Baustart, aber einen wichtigen Schritt im Planungsrecht.

 

Quellen: Senatskanzlei Berlin; Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen; Bundesanstalt für Immobilienaufgaben; Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung; meinBerlin; AFF Architekten, Architektur Urbanistik

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