Berlin diskutiert erneut über ein Riesenrad. Während im Spreepark ein historisches Rad saniert wird, prüft Reinickendorf eine neue Idee für den Tegeler See. Ein Überblick über aktuelle Projekte und frühere Pläne.
© Titelbild: © Manuel Frauendorf
In Berlin entstehen neue Ideen für ein Riesenrad. Während im Spreepark ein historisches Rad saniert wird, gibt es auch in Reinickendorf Visionen für ein Riesenrad. Ähnliche Projekte sind in den letzten Jahren aber gescheitert. Ein Überblick:
- Spreepark (Plänterwald): Sanierung läuft, Eröffnung für 2027 geplant
- Reinickendorf (Greenwichpromenade): Idee in Diskussion, keine Entscheidung
- Bahnhof Zoo (Great Berlin Wheel): Projekt gescheitert
- Ostbahnhof: frühere Idee ohne Umsetzung
Riesenrad für Reinickendorf: Idee ist noch am Anfang
Der Bezirk Reinickendorf investiert rund 1,5 Millionen Euro, um das Ufer an der Greenwichpromenade aufzuwerten. Ziel ist ein attraktiver Aufenthaltsort direkt am Wasser.
Parallel dazu kursiert eine deutlich größere Idee: ein Riesenrad für Berlin-Reinickendorf. Die Diskussion läuft noch am Anfang. SPD-Politiker Samuel Märkt sieht darin eine Möglichkeit, mehr Besucher nach Reinickendorf zu ziehen.
Als mögliche Standorte nennt er zwei Varianten: einen Grünstreifen an der Promenade oder einen Steg im Tegeler See. Beide Optionen würden Eingriffe in die bestehende Struktur erfordern. Dazu zählen Baumverlagerungen oder Bauarbeiten im Uferbereich. Ob sich die Idee umsetzen lässt, bleibt offen. Ein Riesenrad erfordert hohe Investitionen, komplexe Genehmigungen und ein tragfähiges Betriebskonzept.

Die Idee eines Riesenrads an der Greenwichpromenade in Reinickendorf wird aktuell diskutiert. / © Foto / Montage: Wikimedia Commons, Fridolin freudenfett, CC BY-SA 4.0 / KI
Riesenrad im Spreepark: Bau schreitet sichtbar voran
Während die Diskussion in Reinickendorf noch läuft, nimmt ein anderes Riesenrad in Berlin konkrete Form an. Im Spreepark im Plänterwald steht das historische Rad bereits wieder. In Treptow-Köpenick lässt sich der Fortschritt klar erkennen: Die Konstruktion ist aufgebaut.
Der TÜV Süd überprüft aktuell zentrale Bauteile. Im Fokus stehen der 45 Meter hohe Radkranz sowie Brems- und Antriebssysteme. Für die Tests belasten Fachleute die Gondeln mit Gewichten, um reale Bedingungen zu simulieren. Ziel ist es, mögliche Schwachstellen früh zu erkennen.
Die Sanierung setzt bewusst auf Wiederverwendung. Rund 90 Tonnen Stahl aus dem alten Riesenrad kommen erneut zum Einsatz. Das spart nach Projektangaben etwa 200 Tonnen CO₂ im Vergleich zu einem Neubau. Die Endabnahme ist für Herbst 2026 geplant. Wenn alles nach Plan läuft, dreht sich das Riesenrad zur Parköffnung 2027 wieder.

2027 soll das Riesenrad im Spreepark in Treptow-Köpenick wieder für Besucher öffnen. / © Visualisierung: realities_united & sbp schlaich bergermann partner
Riesenrad-Idee für den Bahnhof Zoo scheiterte in den 2000er Jahren
Die aktuelle Diskussion reiht sich in eine längere Geschichte ein. Berlin hat mehrere Riesenrad-Ideen erlebt, die nie umgesetzt wurden. Besonders bekannt ist das „Great Berlin Wheel“ nahe dem Bahnhof Zoo. Investoren sammelten damals mehr als 200 Millionen Euro ein. Der symbolische Baubeginn erfolgte 2007.
Gebaut wurde das Riesenrad jedoch nie. Ermittlungen richteten sich später gegen die Verantwortlichen des Fonds. Ein Teil der Gelder soll ins Ausland geflossen sein. Das Grundstück wurde 2015 neu verkauft und bleibt bis heute unbebaut.
Aus Riesenrad-Idee am Ostbahnhof wurde die Uber-Arena
Parallel dazu verfolgte die Anschutz Group ein eigenes Riesenrad-Projekt am Ostbahnhof. Das Unternehmen plante ebenfalls ein großes Riesenrad auf einem eigenen Entwicklungsareal. Beide Projekte konkurrierten direkt miteinander und versuchten, die Zustimmung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zu erhalten.
Nach Darstellung der Anschutz Group blieb die Verwaltung offiziell neutral, soll jedoch den Standort am Ostbahnhof selbst als Alternative ins Spiel gebracht haben. Letztlich setzte sich keines der beiden Vorhaben durch. Das Gelände am Ostbahnhof entwickelte sich stattdessen zu einem Entertainment- und Geschäftsviertel, dort, wo heute die Uber-Arena steht.
Quellen: Grün Berlin GmbH, Berliner Morgenpost
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Wer nach Tegel ans Wasser bzw Greenwichpromenade fährt sucht Erholung und keinen Tivoli, Rummel. Klares NEIN zum Riesenrad!!!