Berlin plant von 2034 bis 2037 die Internationale Bauausstellung entlang des S-Bahn-Rings. Der Überblick erklärt Ziele, Kosten, Standorte und den Zusammenhang mit Olympia und Expo 2035.

Lange war es ruhig um die Internationale Bauausstellung, nun hat der Berliner Senat Fakten geschaffen. Die IBA 2034–37 soll zentrale Impulse für die Stadtentwicklung setzen.

Lange war es ruhig um die Internationale Bauausstellung, nun hat der Berliner Senat Fakten geschaffen. Die IBA 2034–37 soll zentrale Impulse für die Stadtentwicklung setzen. / © Grafik: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen

© Titelbild: depositphotos.com

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Berlin plant mit der Internationalen Bauausstellung von 2034 bis 2037 ein weiteres Großvorhaben. Im Mittelpunkt stehen Flächen am S-Bahn-Ring, neue Wohnungen, Umbauprojekte und die Frage, wie Berlin seine Infrastruktur für mehrere Großereignisse nutzen will.

  • Ort: Berlin, Schwerpunkt beidseits des S-Bahn-Rings
  • Zeitraum: 2034–2037
  • Träger: geplante landeseigene IBA-GmbH
  • Kosten: 97 Millionen öffentliche Mittel
  • Ziel: Umbau, Weiterbau, Neubau und Klimaanpassung

Eine Internationale Bauausstellung ist keine klassische Messe. Sie zeigt nicht nur Modelle oder Pläne, sondern soll reale Bau- und Stadtentwicklungsprojekte anstoßen. Berlin will damit erproben, wie die Stadt dichter, klimafester und sozial verträglicher wachsen kann. Der Senat nennt dafür drei Felder: bestehende Quartiere weiterbauen, untergenutzte Gebäude und Flächen umbauen und neue Standorte entwickeln.

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Internationale Bauausstellung als Modellbeispiel

Über mehrere Jahre hinweg entstehen so konkrete Bau- und Umbauprojekte, die beispielhaft zeigen sollen, wie Städte auf Herausforderungen wie Wohnraummangel, Klimawandel oder Flächenknappheit reagieren können.

Die Ausstellung findet nicht in einem Gebäude statt, sondern im Stadtraum selbst. Präsentiert werden die fertig umgesetzten Projekte. Berlin knüpft damit an die Interbau von 1957 und die Internationale Bauausstellung von 1987 an, die beide das Stadtbild der Hauptstadt nachhaltig verändert haben.

Internationale Bauausstellung rund um den S-Bahn-Ring

Der inhaltliche Schwerpunkt der geplanten Internationalen Bauausstellung liegt auf Flächen entlang des Berliner S-Bahn-Rings, die bislang nur teilweise oder gar nicht genutzt werden. Dort sollen beispielhafte Projekte entstehen, die unterschiedliche Ansätze der Stadtentwicklung miteinander verbinden.

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Geplant sind sowohl die Umnutzung und Weiterentwicklung bestehender Strukturen als auch neue Wohnungsbauvorhaben. Gleichzeitig soll die „Internationale Bauausstellung“ dazu beitragen, bislang voneinander getrennte Stadträume besser zu verknüpfen. Vor allem an den Knotenpunkten, an denen wichtige Verkehrsachsen den S-Bahn-Ring kreuzen, sieht der Senat Potenzial, die Verbindung zwischen innerer und äußerer Stadt zu stärken und neue Entwicklungsschwerpunkte zu schaffen.

Kosten, Struktur und offene Fragen der Internationalen Bauausstellung

Für die Organisation plant Berlin eine landeseigene IBA-GmbH. Sie soll Projekte auswählen, begleiten und international präsentieren. Ein Kuratorium aus Fachleuten für Städtebau, Architektur, Klima, Mobilität, Digitales und Soziales soll beraten. Ein Aufsichtsrat soll Finanzen und Landesinteressen kontrollieren.

Finanziell setzt Berlin auf einen vergleichsweise überschaubaren öffentlichen Mitteleinsatz. Für die Gründung und den Betrieb der geplanten IBA-Gesellschaft kalkuliert der Senat bis 2037 mit rund 78 Millionen Euro. Hinzu kommen knapp 19 Millionen Euro an Programmmitteln, die die Entwicklung und Umsetzung der Projekte unterstützen sollen. Insgesamt stehen damit öffentliche Ausgaben von rund 97 Millionen Euro im Raum.

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Nach Vorstellung des Senats sollen diese Mittel deutlich höhere private Investitionen auslösen. Erwartet werden Bau- und Entwicklungsinvestitionen zwischen 700 Millionen und 1,15 Milliarden Euro. Die Internationale Bauausstellung versteht sich damit nicht als klassisches Bauprogramm des Landes, sondern als Instrument, um zusätzliche Investitionen in die Stadtentwicklung anzustoßen.

Wie Internationale Bauausstellung, Olympia und Expo 2035 zusammenpassen

Die Internationale Bauausstellung steht zudem im Kontext mehrerer Großprojekte, die Berlin in den kommenden Jahren plant. Auch für Olympische Spiele 2036, 2040 oder 2044 und die Expo 2035 will sich die Stadt bewerben.

Die Expo 2035 steht noch am Anfang der Prüfung. Berlin und Brandenburg wollen bis Oktober 2026 klären, ob eine gemeinsame Bewerbung tragfähig ist. Als möglicher Expo-Schwerpunkt gilt das Umfeld des Flughafens BER in Schönefeld, ergänzt durch dezentrale Standorte wie Tegel, Tempelhof oder das ICC.

Der Zusammenhang liegt in der Infrastruktur. Wenn Berlin Straßen, Schienen, öffentliche Räume, Energieversorgung und Quartiere für die Internationale Bauausstellung verbessert, könnten Olympia oder Expo davon profitieren. Das kann Kosten effizienter machen. Es kann aber auch Planungsdruck erhöhen. Entscheidend wird daher, ob Berlin die Projekte zuerst aus dem Bedarf der Stadt entwickelt und Großereignisse nur ergänzend nutzt.

Quellen: Berliner Morgenpost, Berliner Abgeordnetenhaus, Drucksache 19/3097, IBA Memorandum, AIV Berlin-Brandenburg, IBA27

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