Am Kulturforum wächst mit „Berlin Modern“ eines der wichtigsten Museumsprojekte der Hauptstadt, doch der Zeitplan gerät erneut ins Wanken. Nach dem Richtfest und steigenden Kosten sorgen nun Feuchteschäden im Rohbau für weitere Verzögerungen.

Visualisierung des Museumsneubaus "Berlin Modern".

Der von Herzog & de Meuron entworfene Bau mit seiner zurückhaltenden, mineralischen Fassade und nachhaltigem Energiekonzept soll nach aktuellem Stand voraussichtlich erst um die Mitte des Jahres 2030 fertiggestellt werden. / © Visualisierung: Herzog & de Meuron, Katharina Sieverding

© Titelbild: Herzog & de Meuron

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Mit dem Neubau „Berlin Modern“ soll das Berliner Kulturforum neu geordnet und gestärkt werden. Doch das Großprojekt, das als Erweiterung der Neue Nationalgalerie geplant ist, wird erneut später fertig als vorgesehen. Nach Angaben von Marion Ackermann, Präsidentin der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, könnten sich die Bauarbeiten nun bis in die Mitte des Jahres 2030 ziehen.

Dabei hatte das Projekt zuletzt sichtbare Fortschritte gemacht: Im Oktober 2025 wurde am Kulturforum Richtfest gefeiert, der Rohbau war nach rund zwei Jahren Bauzeit weitgehend abgeschlossen. Der Neubau gilt als zentraler Baustein, um die bislang fragmentierte Anlage zwischen Philharmonie, Gemäldegalerie und Matthäikirche stärker miteinander zu verbinden.

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„Berlin modern“: Verzögerungen trotz Baufortschritt

Bereits zuvor war der Zeitplan mehrfach angepasst worden. Ursprünglich war eine Eröffnung für 2028 vorgesehen, später wurde 2029 genannt. Nun kommen weitere Verzögerungen hinzu: Feuchteschäden im Rohbau machen zusätzliche Maßnahmen erforderlich, die nach aktuellem Stand etwa acht Monate in Anspruch nehmen könnten.

Im Zuge der Untersuchungen wurde zudem mikrobieller Befall festgestellt. Die Ausbreitung von Mikroorganismen – etwa Schimmel oder Bakterien – wird derzeit behandelt. Ein vollständiger Baustopp ist laut Stiftung jedoch nicht geplant.

Bauarbeiten am Museum "Berlin Modern" am Kulturforum.

Die Bauarbeiten am Museum „Berlin Modern“ im Herbst 2025. / © Foto: Alexander Ludwig Obst & Marion Schmieding Bundesbau Baden-Württemberg SPK

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Neubau am Kulturforum: Mehr Raum für Kunst und Öffentlichkeit

Der Entwurf für das Gebäude stammt vom Architekturbüro Herzog & de Meuron, das unter anderem die Elbphilharmonie realisiert hat. „Berlin Modern“ soll künftig umfangreiche Teile der Sammlung des 20. Jahrhunderts aufnehmen, die bisher aus Platzgründen kaum gezeigt werden können. Werke von Künstlern wie Otto Dix oder Andy Warhol lagern seit Jahren in Depots.

Neben den Ausstellungsflächen sind auch öffentliche Angebote wie ein Kinosaal und Aufenthaltsbereiche vorgesehen. Ziel ist es, das Kulturforum nicht nur funktional zu erweitern, sondern auch als urbanen Ort aufzuwerten.

Rund 526 Millionen Euro: Kosten und Erwartungen bleiben hoch

Parallel zu den Verzögerungen ist das Projekt auch deutlich teurer geworden. Statt ursprünglich veranschlagter 200 Millionen Euro werden derzeit rund 526 Millionen Euro erwartet. Die Stiftung verwies zuletzt auf Planungsanpassungen, gestiegene Baukosten und höhere Anforderungen etwa bei Nachhaltigkeit und Barrierefreiheit.

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Trotz der erneuten Probleme bleibt „Berlin Modern“ ein Schlüsselprojekt der Berliner Museumslandschaft. Der Anspruch, die Kunst des 20. Jahrhunderts umfassender zugänglich zu machen und dem Kulturforum neue Impulse zu geben, besteht weiterhin – auch wenn sich die Umsetzung länger hinzieht als geplant.

Quellen: rbb, Herzog & de Meuron, berlin modern, Architektur Urbanistik Berlin, Deutsches Architektur Forum, Stiftung Preußischer Kulturbesitz

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6 Kommentare

  1. Löwe 23. April 2026 at 15:12 - Reply

    Feuchteschäden im Rohbau, völlig aus dem Ruder laufende Kosten und die Verzögerungen, vielleicht einfach neu anfangen mit einer Firma die weiß wie man sowas macht, und dann bitte mit einem Gebäude was nicht von der Form her an einen Stall erinnert, zum Fremd schämen.

  2. a.t. 24. April 2026 at 17:10 - Reply

    Komisch HdM setzen überall auf der Welt besondere Architekturteile in Szene (siehe HH), aber für Berlin scheint es so etwas wie eine Racheverschwörung oder eine Reichsacht o.ä. zu geben. Anders kann ich mir so einen Designaussetzer nicht zusammenreimen.

  3. Ewald Karl 24. April 2026 at 17:28 - Reply

    Ärgerliche Verzögerung – aber wie die Baustelle zeigt, wird es ein wirklich schönes Museum, dass weder nach Supermarkt noch Scheune aussieht und das Kulturforum aufwertet.

  4. Jörg Manthey 27. April 2026 at 02:51 - Reply

    Eins ist Fakt – Berlin kann nicht Bauen , schlimmste Behörden ermuntern zu Milliarden – Korruptionen , merke BER oder ähnliches, da soll die gleiche,, Firma “ Berlin Modern bauen die , die Elbharmonie in Hamburg mit Milliarden, statt Millionen gebaut hat ?
    ( nur der vergessliche , demente Scholz hat das wohl irgendwie mit Zaubermittel den Abriss verhindert ) , leider muß ich sagen Berlin ist Unterwandert worden von Links – Grün – Radikalen Idioten , d.h. Rückschritt in allen Bereichen: Fazit , man sollte Nachdenken , ob Berlin Hauptstadt bleiben sollte ( wegen überdimensionalen Idioten – Anteil ) , da wäre Bonn die Ökonomisch – Kulturelle Alternative, um einen Größenwahn Einhalt zu Gebieten – aber wer will Sparen ?

  5. Hartmut Bauer 28. April 2026 at 14:58 - Reply

    O-je. Da wird der Bau mit dem Charme eines Aldi-Markes nun nicht pünktlich fertig.
    Wer hätte das gedacht.

  6. Gunter Dowe 29. April 2026 at 17:10 - Reply

    Wenn denn wenigstens Aldi und Lidl einziehen würden, ansonsten abreißen.

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