Die Sanierung des „Kino International“ in Berlin-Mitte zeigt sichtbare Fortschritte: Das Gerüst fällt, die Fassade ist größtenteils erneuert und das DDR-Relief wird wieder sichtbar. Die Wiedereröffnung zur Berlinale 2026 bleibt somit realistisch.

Das sanierte DDR-Relief an der Nordseite des Kino International tritt nach dem Abbau der Gerüste wieder hervor. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT
Die Arbeiten am „Kino International“ in Berlin-Mitte schreiten sichtbar voran. Nachdem die Fassade über Monate vollständig eingerüstet war, ist das charakteristische Gebäude nun wieder sichtbar. Der Rückbau der Gerüste legt das sanierte DDR-Relief an der Nordseite frei, das nach Abschluss der Arbeiten wieder in seiner ursprünglichen Form erscheint.
Seit Mai 2024 ist das traditionsreiche Filmhaus geschlossen. Die umfassende Generalsanierung soll noch rund ein Jahr dauern und sowohl technische als auch gestalterische Elemente des Baus erneuern. Nach Angaben der Yorck-Kinogruppe liegen die Arbeiten im Zeitplan. Die Projektverantwortlichen befinden sich jedoch noch in Abstimmungen zum tatsächlichen Wiedereröffnungstermin, Details hierzu sind derzeit öffentlich nicht bekannt.
„Kino International“ Berlin-Mitte: Bauarbeiten schreiten voran
Im Frühjahr 2025 war die Fassade an der Karl-Marx-Allee noch vollständig von Baugerüsten und Schutzplanen umgeben. Inzwischen sind die meisten Arbeiten an der Außenhülle abgeschlossen. Neben der markanten Fensterfront wurden auch das Dach sowie die großen Glasflächen im Erdgeschoss erneuert. Damit sind zentrale Elemente der denkmalgeschützten Architektur wiederhergestellt.
Bereits kurz nach der Schließung am 14. Mai 2024 begannen die Arbeiten im Inneren des Gebäudes. Zunächst wurden die Sitzreihen im Kinosaal ausgebaut, anschließend folgten die Demontage der alten Licht- und Gebäudetechnik sowie der Holzlamellen in Saal und Panoramabar. Auf diese Weise wurde Platz für neue Materialien und Installationen geschaffen.
„Kino International“ Berlin: Technische Erneuerung und denkmalgerechte Sanierung
Im Sommer 2024 starteten im Kellerbereich Abrissarbeiten, um Platz für neue technische Anlagen zu schaffen. Parallel dazu fanden Proberestaurierungen statt, die in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege durchgeführt wurden. Das historische Mobiliar wurde während der Arbeiten eingelagert und soll nach Abschluss der Sanierung wieder in das Haus integriert werden.
Rund 80 Prozent der technischen Infrastruktur werden im Zuge der Erneuerung ersetzt. Dazu zählen sämtliche Leitungen, Kabel und Steuerungssysteme. Auch das gastronomische Angebot soll weiterhin Teil des Nutzungskonzepts bleiben.
Karl-Marx-Allee: Sanierung einer Ikone der DDR-Moderne
Das „Kino International“ wurde am 15. November 1963 eröffnet und gilt bis heute als eines der markantesten Gebäude der DDR-Moderne. Entworfen von den Architekten Josef Kaiser und Heinz Aust, verkörpert der dreigeschossige Bau die Idee eines offenen Kulturhauses. Die großzügige Glasfassade zur Straße, das helle Sandsteinmauerwerk und das Relief von Waldemar Grzimek, Hubert Schiefelbein und Karl-Heinz Schamal prägen bis heute sein Erscheinungsbild.
Bis 1990 diente das Kino als offizielles Premierenhaus der DDR. Nach der Wiedervereinigung blieb es ein fester Bestandteil der Berliner Kinokultur. Heute ist es Teil der Yorck-Kinogruppe und wird regelmäßig im Rahmen der Berlinale genutzt. Seit 1997 findet hier zudem eine der ältesten queeren Filmreihen Deutschlands statt.
„Kino International“: Kulturdenkmal nähert sich der Wiedereröffnung
Mit der laufenden, denkmalgerechten Sanierung sichert das „Kino International“ seinen Platz als prägendes Kulturdenkmal in Berlin-Mitte. Nach Abschluss der Arbeiten soll das Haus nicht nur technisch modernisiert, sondern auch in seiner architektonischen Klarheit und Atmosphäre bewahrt werden. Damit bleibt ein Ort, der die Verbindung von Filmkultur, Architektur und Stadtgeschichte fortführt.
Wenn das Kino 2026 wieder seine Türen öffnet wird, kehrt nicht nur ein Stück Ostmoderne an die Karl-Marx-Allee zurück, sondern auch ein Kapitel Berliner Kinogeschichte, das sich selbstbewusst in die Gegenwart öffnet.

Während große Teile der Fassade bereits fertiggestellt sind, gehen an der Ostseite des Kino International die Arbeiten hinter dem verbliebenen Gerüst weiter. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Quellen: Yorck-Kino, Tagesspiegel, Koordinationsbüro für Stadtentwicklung und Projektmanagement – KoSP GmbH, Deutsche Stiftung Denkmalschutz
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