Das Hochhaus-Projekt Central Tower in Berlin-Mitte erreicht eine wichtige Planungsphase. Der finale Entwurf soll bis Jahresende vorliegen. Im Interview mit ENTWICKLUNGSSTADT beantwortet Oliver Fuchs, Development Director für HB Reavis in Deutschland, die wichtigsten Fragen.

Die Visualisierung zeigt den Außenbereich des Central Towers in Berlin-Mitte.

Visualisierung des geplanten Hochhaus-Projektes Central Tower an der Jannowitzbrücke in Berlin-Mitte. Die Entwurfsphase für das Projekt hat offiziell begonnen. / © Visualisierung: Dorte Mandrup architects

© Titelbild / Visualisierung: Dorte Mandrup architects

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Das Hochhaus-Projekt Central Tower in Berlin-Mitte tritt in eine entscheidende Planungsphase ein: Die Entwurfsphase hat begonnen. Ziel ist es, bis zum Jahresende ein konkretes architektonisches und technisches Konzept vorzulegen. Damit konkretisiert sich eines der zentralen Hochhausvorhaben im Berliner Zentrum.

  • Standort: Berlin-Mitte, Nähe Jannowitzbrücke
  • Gebäudehöhe: 105 Meter
  • Projektstatus: Entwurfsphase

Das Projekt baut auf früheren Planungen auf, die den Standort an der Jannowitzbrücke seit Jahren als schwierig einstufen. Die Kombination aus dichter Infrastruktur, bestehender Bebauung und hohen städtebaulichen Anforderungen verlangte nach einem besonders tragfähigen Konzept. Mit dem aktuellen Planungsstand rückt die Realisierung nun näher.

Central Tower in Berlin-Mitte: Büro Dorte Mandrup koordiniert alle Design-Themen

Im Interview mit ENTWICKLUNGSSTADT erklärt Oliver Fuchs, Development Director für HB Reavis in Deutschland, die wichtigsten Punkte.

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ENTWICKLUNGSSTADT: Mehrere international tätige Planungsbüros sind am Central Tower beteiligt – nach welchen Kriterien wurden genau diese Büros ausgewählt?

Oliver Fuchs: „Wir haben im ersten Schritt nach einem leistungsfähigen Generalplanungsbüro gesucht, da war der Schwerpunkt Erfahrung mit deutscher Ausschreibung und Vergabe und der Berliner Bauordnung wichtig, um eine gute Ergänzung zu unserem Wettbewerbssieger Dorte Mandrup zu erreichen.

Alle weiteren Planungsgewerke haben wir dann in einem kooperativen Verfahren gemeinsam mit dem Generalplaner vergeben. Die Anforderungen ergeben sich aus dem Bauvorhaben, z.B. Hochhaus und benachbarte Infrastruktur, hohe Nachhaltigkeitsziele. Natürlich ist auch unsere internationale Erfahrung eingeflossen, wie auch ein gewisser Teamfit sich auf dieses Projekt mit uns, Dorte Mandrup und dem Generalplaner dgi bauwerk einzulassen.“

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Welche Rolle spielt das Büro Dorte Mandrup als Entwurfsarchitekt im Zusammenspiel mit den anderen beteiligten Büros?

„Das Büro Dorte Mandrup wird als Konzeptarchitekt bis zur Genehmigungsreife des Vorhabens alle wichtigen Design Themen bearbeiten und koordinieren.“

Beim Workshop zum Hochhaus-Projekt Central Towers kamen die Projektentwickler zusammen.

In Berlin-Mitte soll das Hochhaus-Projekt Central Towers entstehen. Beim Workshop haben sich die Projektentwickler ausgetauscht. / © Foto: HB Reavis Germany

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Hochhaus-Projekt Central Tower mit einer Höhe von 105 Metern

Welche städtebaulichen Leitlinien oder Vorgaben – etwa aus dem Berliner Hochhausleitbild oder aus dem Bebauungsplanverfahren – müssen im Entwurf berücksichtigt werden?

„Hierzu gibt es klare Vorgaben aus dem Aufstellungsbeschluss zum neuen Bebauungsplan. Dazu gehören Höhen von 105 Meter und die vereinbarten Nutzungen, auch die von uns vorgeschlagenen Mehrwerte, wie die öffentliche Dachterrasse oder die angestrebte Entsiegelung und Verbesserung der Dircksenstrasse. Die besonderen Herausforderungen an diesem Standort kommen aber aus der Gründungsituation neben U-Bahn, Brücken und Leitungstunneln.“

Der Standort an der Jannowitzbrücke bringt besondere Herausforderungen mit sich, etwa durch die Nähe zur Stadtbahn – wie beeinflusst das die architektonische Gestaltung?

„Der Standort birgt echte Herausforderungen, vielleicht ein Grund warum hier bislang nichts realisiert wurde. Die Brücken der Stadtbahn, die Tunnel der BVG Linie U8 und weitere Infrastruktur muss bei so einem Vorhaben berücksichtigt werden, für die Nutzung wie auch die Bauphase. Diese Verträglichkeit war u.a. ein Grund, letztlich den Entwurf von Dorte Mandrup auszuwählen, da der Hochpunkt hier deutlich günstiger platziert ist. Die eigentliche Herausforderung für die Architektur wird aber die extreme Lärmbelastung auf dem Grundstück und eine gute Einbindung in die schwierige Umgebung. Nur mit einem sorgfältig entwickelten Entwurf können wir den Ort langfristig aufwerten und ein erfolgreiches Projekt und eine neue Qualität für die Nachbarschaft bringen.“

Was sind die nächsten konkreten Schritte nach der Entwurfsphase – und wann könnte erstmals ein finaler architektonischer Entwurf präsentiert werden?

„Wir wollen die erste Planungsphase bis zum Jahresende abschließen, so dass zu diesem Zeitpunkt ein architektonisches und technisches Konzept vorliegen wird.“

Oliver Fuchs (auf diesem Foto dritter von rechts), Projektenwickler bei HB Reavis, rechnet bis zum Jahresende mit dem Abschluss der Entwurfsphase für das Hochhausprojekt an der Jannowitzbrücke. / © Foto: HB Reavis Germany

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8 Kommentare

  1. a.t. 14. April 2026 at 21:09 - Reply

    Ich werde es trotzdem nie verstehen, warum man hier nicht 115m oder besser sogar 145m bauen kann, aber am Alex, wo die Türme den Fernsehturm nahezu umstellen, dann aber schon… Wahrscheinlich nur der Perspektivflucht wegen… Aber egal, solange es nicht so ein räudiges Teil wie der am Süd-Süd-Ostende von der Roten Burg wird, kann man’s gelten lassen.

    • Ewald Karl 15. April 2026 at 09:30 - Reply

      Ich verstehe gut, warum Gremien wie das Baukollegium einfordern, nicht wahllos in die Höhe zu bauen. Riesige Türme sehen zwar aus der Ferne beeindruckend aus, sorgen aber für Verschattung und das Entstehen von ungünstigen Windverhältnissen. Durch die Erschließung mit Treppenhäusern und Aufzügen geht gerade bei den beliebten schlanken Türmen unheimlich viel Fläche verloren, was das Bauen teuer macht.
      Wie Beispiele aus Frankfurt zeigen, machen sich Hochhauscluster aus der Ferne gut. Aber wer einmal die Mainzer Landstraße langgehen musste, weiß: Von Nahem wirken diese Bauten oft abstoßend steril und lassen kein Straßenleben entstehen.
      Deshalb ist eine schöne Architektursprache bei gemäßigter Höhe eine gute Lösung – finde ich.

      • Böhme 16. April 2026 at 02:00 - Reply

        Sorry, aber machen Sie sich nicht lächerlich mit einer angeblichen Verschattung, die durch 115 Meter statt nunmehr angedachter 105 Meter entstehen soll. Abstrus! Und für diese 10 Meter (in Worten: Zehn Meter) wird der einzige architektonisch interessante Teil dieses Gebäudes kastriert!

        Soweit ersichtlich war aus Sicht des Baukollegiums auch nicht eine – nach Vorstehendem völlig unerhebliche – Verschattung maßgeblich, sondern die Gebäudehöhe von Stadthaus, Parochialkirche und Rotem Rathaus und der Sichtachsen auf diese Gebäude.

        Ich hatte bereits anderweitig ausgeführt, dass die Sichtachsenbegründung einfach nur Schwachsinn ist, noch größerer als Ihr Verschattungsargument. Schafft endlich dieses Baukollegium ab. Wir zahlen irre Steuergelder unter anderem für ’nen Bau- und Stadtplanungssenator, der demokratisch gewählt wurde. Dem Baukollegium fehlt jede demokratische Legitimation!!! Es ist eine billige Ausrede der Politik, um sich aus der Verantwortung zu stehlen. Und das Ganze kostet auch noch Steuergelder! Reine Verschwendung. Und wenn ich schon wehe, wer im Baukollegium drin sitzt …!

      • Thomas Nies 17. April 2026 at 13:37 - Reply

        Faktencheck zur Verschattung: Die hängt von der Seitenfläche und nicht von der Höhe ab. Kippen Sie das Gebäude um 90 Grad, dann erhalten Sie die gleiche Verschattung. Bauen Sie einen einstöckigen Riegel nur in Ost West Richtung, dann haben Sie den ganzen Tag direkt vor dem Haus nur Schatten! Ein wandernden Schatten ist für die Psyche besser!

        • Böhme 19. April 2026 at 01:45 - Reply

          Das haben Sie hübsch formuliert!

  2. a.t. 15. April 2026 at 13:20 - Reply

    Mir wird neuerdings immer mehr klar, was so entlang der Bahntrasse passiert. Man „stürzt“ sich immer in seiner Meinungsbildung zu sehr auf die Einzelprojekte, aber da ich dort zweimal täglich durchfahre, stelle ich mir immer plastischer vor, wie sich die gesamte Gegend von der Warschauer bis zum Alex heftig verändern wird. All die vielen Leerstellen, die dann zum bebauten und wesentlich dichteren Stadtkörper gehören und entsprechend neue Raumbeziehungen herstellen werden.

    Damit wird nicht Schluß sein, denn wenn das erst einmal existiert, wird es auch nördlich und südlich davon in die Quartiere reinwirken und dort wieder selbst zur Vorgabe werden…Eigentlich sehr sehr spannenddas alles und wahrscheinlich in seiner Gesamtheit besser als man gemeinhin in der ersten Reaktion so annimmt.

    Möglich gemacht hat es der Staat, den es nicht mehr gibt. Hätte der nicht großflächig (teils bis hin zum Frevel) alles abräumen lassen, würden wir vielleicht über all das gar nicht heute diskutieren… Egal, welche Sicht man darauf hat.

    • Böhme 19. April 2026 at 01:46 - Reply

      Ein nachgradig philosophischer Beitrag!

    • Tobias Baumann 20. April 2026 at 06:10 - Reply

      …so kann man sich Zerstörung und sozialistische Stadtplanung auch schönreden.

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