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Entlang der Landsberger Allee in Berlin-Lichtenberg entwickelt sich eines der größten Wohnungsbauprojekte der Stadt. Das neue Quartier „Weiße Taube“ soll bis 2026 über 1.500 Wohnungen sowie ergänzende Infrastruktur bereitstellen und verändert damit das Stadtbild deutlich.
Man sieht zwei mehrgeschossige Gebäude. Das eine ist im Rohbauzustand mit Baugerüsten entlang der Landsberger Allee.

Baufortschritt der zukünftigen Wohnhäuser: Die Fassade wird derzeit geschlossen, Fenster und Dämmung sind bereits eingebaut. Die Bauweise mit vorgefertigten Modulen lässt eine zügige Fertigstellung erwarten. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT

 

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Seit Dezember 2022 wächst in Berlin-Lichtenberg ein großflächiges Neubauquartier. Zwischen der Landsberger Allee und der Ferdinand-Schultze-Straße entsteht auf zuvor ungenutztem Gelände das Projekt „Weiße Taube“. Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Gewobag verantwortet den Bau.

Die Planung sieht vier große Baukörper vor, die das neue Quartier bis 2026 strukturieren und mit über 1.500 Mietwohnungen ausstatten sollen. Damit zählt die „Weiße Taube“ zu den größten städtischen Wohnprojekten der letzten Jahre.

Wohnprojekt „Weiße Taube“: Vorgefertigte Module sollen Bauzeit verkürzen und Abläufe standardisieren

Das Projekt wird in modularer Bauweise realisiert. Dabei kommen vorgefertigte Bauelemente zum Einsatz, die auf der Baustelle montiert werden. Die Methode soll den Bau beschleunigen und logistische Prozesse vereinfachen.

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Die entstehenden Wohngebäude werden jeweils sieben bis acht Stockwerke hoch sein. Zusätzlich sind 15 Gewerbeeinheiten vorgesehen, darunter eine Kindertagesstätte. Für den ruhenden Verkehr entstehen 338 Stellplätze in einer Tiefgarage.

Wohnungsmix mit Belegungsbindung: Geförderte und barrierefreie Wohnungen an der Landsberger Allee

Das neue Quartier richtet sich an verschiedene Zielgruppen. Geplant sind 776 Einzimmerwohnungen, 476 Zweizimmerwohnungen, 233 Dreizimmerwohnungen, 27 Vierzimmerwohnungen sowie 36 Fünfzimmerwohnungen.

Besonders im Fokus steht dabei die soziale Ausrichtung. 1.316 Wohnungen unterliegen einer Belegungsbindung und werden über Wohnberechtigungsscheine (WBS) vergeben. Mehr als 1.100 Wohnungen sollen barrierefrei zugänglich sein.

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Stadtstruktur mit Innenhöfen und zentraler Straße: Freiräume, Plätze und Grünfläche

Die Architektur sieht eine zentrale Quartiersstraße vor, die die vier Gebäude miteinander verbindet. Diese Straße weitet sich an mehreren Stellen zu kleinen öffentlichen Plätzen, die von parkähnlichen Grünflächen begleitet werden. Zwei Gebäude an der Landsberger Allee bilden eine Art Torsituation und markieren den Eingang in das Quartier. Ein höheres Gebäude im Norden schließt die Komposition städtebaulich ab. Vorgärten an den Randbebauungen sollen einen Übergang zur Nachbarschaft schaffen.

Nachdem die Baustelle längere Zeit stillstand, ist in das Projekt inzwischen wieder deutlich Bewegung hineingekommen, und die Rohbauten sind sichtbar in die Höhe gewachsen. Die einzelnen Module werden Stück für Stück übereinandergesetzt und die erste Fassade nähert sich der Fertigstellung. Wie der Gesamteindruck ausfallen wird, sobald alle Elemente montiert sind, bleibt noch abzuwarten.

Baustelle zwischen Landsberger Allee und Ferdinand-Schultze-Straße; Neubau ist überwiegend fertig, auf der Seite sind noch Baugerüste

Das großflächige Gelände zwischen Landsberger Allee und Ferdinand-Schultze-Straße wird in mehreren Bauabschnitten bebaut. In modularer Bauweise entstehen hier bis 2026 über 1.500 Wohnungen, die größtenteils sozial gefördert und barrierefrei sein sollen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Quellen: Marc Kocher Architekten, Gewobag, Architektur-Urbanistik.berlin, Van Caem Gruppe

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3 Kommentare

  1. Bernd Lemke 19. Juli 2025 at 14:43 - Reply

    Die aktuelle Planung zur Wohnraumverteilung – mit 776 Einzimmer-, 476 Zweizimmer- und lediglich 233 Dreizimmerwohnungen – zeigt ein deutliches Ungleichgewicht. Während Singles und Paare in großer Zahl bedacht werden, bleibt für Familien wenig übrig. Nur 27 Vierzimmer- und 36 Fünfzimmerwohnungen sind vorgesehen – ein Tropfen auf den heißen Stein angesichts des anhaltenden Mangels an geeignetem Wohnraum für Haushalte mit Kindern.

    Dreizimmerwohnungen, die für kleine Familien ideal sind, sind massiv unterrepräsentiert. Dabei zeigt die Realität in deutschen Großstädten wie Berlin oder Stuttgart deutlich: Es sind nicht nur kleine Einheiten, die fehlen – auch familiengerechte Wohnungen mit ausreichend Platz sind Mangelware. Studien belegen, dass viele Familien gezwungen sind, ins Umland zu ziehen, weil sie in den Städten keine passende Wohnung finden. Das hat weitreichende soziale Folgen – von überlasteter Infrastruktur im Umland bis hin zum Verlust von sozialen Netzwerken und Betreuungsmöglichkeiten.

    Diese Planung lässt den Verdacht aufkommen, dass nicht der tatsächliche gesellschaftliche Bedarf im Vordergrund steht, sondern monetäre Interessen. Kleine Wohnungen lassen sich schneller vermieten, erzielen höhere Mieten pro Quadratmeter und bieten eine attraktivere Rendite für Investoren. Der Fokus auf Ein- und Zweizimmerwohnungen scheint daher weniger sozialpolitisch motiviert als vielmehr von wirtschaftlichen Überlegungen getrieben.

    Wohnungsbau darf jedoch nicht allein ein Geschäftsmodell bleiben. Wer zukunftsfähige Städte will, muss Raum für Familien schaffen – und das bedeutet konkret: mehr mittelgroße bis große Wohnungen, die für Haushalte mit Kindern bezahlbar sind. Nur so lassen sich soziale Durchmischung, langfristige Bindung und urbane Stabilität sichern.

    Mit freundlichen Grüßen
    B.Lemke

    • Kurt 20. Juli 2025 at 09:45 - Reply

      Es gibt genügend 3-/4-/5-Raumwohnungen in Berlin. Aufgrund des Mangels an Ein Raumwohnungen werden daraus aber WGs gemacht oder Singlepersonen belegen 3-Raumwohnungen.
      Durch den Bau von Einraumwohnungen wird dem ganzen Abhilfe geschaffen.

      Schlimmer ist allerdings der große Zuwachs/Zuzug. Die Infrastruktur ist jetzt schon teilweise überlastet.

      Berlin ist grundsätzlich nicht mehr lebenswert. Das bleibt festzuhalten.

  2. Benjamin 22. Juli 2025 at 21:03 - Reply

    Ist ja schön, das überall Wohnungen gebaut werden ohne Ende. Aber Familien mit 1 oder 2 Kindern (4 Personen) bleiben deutlich auf der Strecke. Ich suche mit meiner Frau schon seit gefühlt 4 Jahren nach einer Passenden und bezahlbaren 4 Raum Wohnung. Als normales Ehepaar mit 2 vernünftigen Einkommen hat man garkeine Chance mehr ohne WBS an eine Wohnung zu kommen. Da man aber nicht WBS berechtigt ist oder die verfügbaren Wohnungen zu klein (70qm) oder nicht bezahlbar sind (1500€/monatl. Kalt) , ist man gezwungen aus Berlin zu ziehen und ins Umland. Ich finde es echt grottig, das Familien garkeine Chance mehr haben in Berlin passenden Wohnraum zu finden.

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