Berlin investiert in Bildung und Forschungsprojekte: Neue Labore und sanierte Hochschulen sichern die Zukunft des Wissenschaftsstandorts.
HU-Gebäude Invalidenstraße (Berlin-Mitte)
HU-Gebäude Unter den Linden (Berlin-Mitte)
FU-Gebäude Campus Dahlem (Steglitz-Zehlendorf)
Physikneubau CIPHOR der TU (Charlottenburg)
Laborgebäude des Umweltbundesamtes (Steglitz-Zehlendorf)
Forschungsgebäude BAM (Adlershof)
Max-Dohrn-Labs (Charlottenburg)
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
Berlin wächst als Wissenschaftsstandort. Die Zahl der Studierenden steigt kontinuierlich, gleichzeitig entsteht neuer Wohnraum für Studierende. Damit reagiert die Stadt auf den zunehmenden Bedarf. Doch die Entwicklung betrifft nicht nur Wohnungen. Auch die Infrastruktur für Bildung und Forschungsprojekte steht im Fokus.
Sanierung und Neubau als zentrale Strategie für Forschung und Bildung in Berlin
Viele Hochschulgebäude gelten als sanierungsbedürftig. Besonders an der Technischen Universität Berlin zeigen sich deutliche Defizite. Gebäude stehen teilweise leer oder befinden sich in schlechtem Zustand. Gleichzeitig steigt der Druck, moderne Forschungsbedingungen zu schaffen. Ohne gezielte Investitionen verliert Berlin an Attraktivität für Wissenschaft und Forschung.
Das Land Berlin setzt deshalb auf eine Kombination aus Sanierung und Neubau. Bestehende Hochschulgebäude werden modernisiert, während parallel neue Forschungsbauten entstehen. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern. ENTWICKLUNGSSTADT hat die wichtigsten Projekte im Überblick.
Sanierung des Hauptgebäudes der Humboldt-Universität in Berlin

Das Hauptgebäude der Humboldt-Universität Unter den Linden, dessen Ostflügel wegen erheblicher Verzögerungen bei der Sanierung erst zum Wintersemester 2026 wieder genutzt werden kann. / © Foto: Wikimedia Commons, Michielverbeek, CC BY 4.0
- Adresse: Unter den Linden 6, 10117 Berlin
- Nutzung: Hochschulgebäude der Humboldt-Universität
- Fertigstellung: Herbst 2026
Das berühmte und historische Hauptgebäude der Humboldt-Universität steht im Fokus umfangreicher Sanierungsmaßnahmen. Besonders der Ostflügel gilt als problematisch. Die Arbeiten verzögern sich seit Jahren, unter anderem durch komplexe Bauzustände und organisatorische Herausforderungen.
Die Sanierung erfolgt im laufenden Universitätsbetrieb. Das erhöht die Anforderungen an Bauabläufe und Logistik erheblich. Gleichzeitig zeigt das Projekt die strukturellen Probleme vieler Berliner Hochschulgebäude. Viele Anlagen sind stark sanierungsbedürftig, während der Betrieb weiterläuft. Die geplante Fertigstellung liegt beim Ende des dritten Quartals 2026.
Neubau auf dem Campus Dahlem der Freie Universität Berlin

Die Freie Universität Berlin erhält ein neues pädagogisches Büro- und Seminargebäude in Dahlem. /© Visualisierung: heinlewischer Architekten
- Adresse: Habelschwerdter Allee 45, 14195 Berlin
- Nutzung: Büro- und Seminargebäude
- Fertigstellung: 2028
Mit dem Spatenstich im September 2025 hat die Freie Universität Berlin den Bau eines neuen Büro- und Seminargebäudes auf dem Campus Dahlem gestartet. Das Projekt erweitert gezielt die Infrastruktur für Bildung und Forschungsprojekte in Berlin. Der Neubau soll zentrale Einrichtungen der Lehrkräftebildung aufnehmen.
Geplant ist ein dreigeschossiges Gebäude mit rund 6.400 Quadratmetern Nutzfläche. Dort sollen künftig unter anderem das Institut für Schulqualität sowie Teile der Wirtschaftswissenschaften untergebracht werden. Verantwortliche betonen, dass der Bau gezielt die Ausbildung zukünftiger Lehrkräfte stärken und Forschungsprojekte zur Schulentwicklung unterstützen soll.
Charlottenburg: Physikneubau CIPHOR der Technischen Universität Berlin

Der geplante „CIPHOR“-Neubau entsteht auf dem Ost-Campus der TU Berlin. / © Visualisierung: Telluride Architektur
- Adresse: Müller-Breslau-Straße 11-12, 10623 Berlin
- Nutzung: Forschungs- und Laborgebäude
- Fertigstellung: keine Angaben (Baubeginn: 2028)
Mit dem Projekt CIPHOR plant die Technische Universität Berlin einen zentralen Neubau für die Physik. Das Vorhaben bündelt mehrere Institute und schafft moderne Bedingungen für experimentelle Forschung. Hintergrund ist der schlechte Zustand bestehender Gebäude, die heutigen Anforderungen nicht mehr entsprechen.
Der Neubau soll hochspezialisierte Labore, Reinräume und flexible Forschungsflächen bieten. Gleichzeitig verfolgt die Universität das Ziel, internationale Forschungsprojekte stärker nach Berlin zu holen. Für die Baubranche bedeutet das komplexe Anforderungen, insbesondere bei Gebäudetechnik, Schwingungsschutz und Energieversorgung.
Laborgebäude des Umweltbundesamtes entsteht im „Dahlemer Dreieck“

So soll der Neubau am „Dahlemer Dreieck“ aussehen: ein modernes Laborgebäude für das Umweltbundesamt. / © Visualisierung: rw+ Gesellschaft von Architekten mbH
- Adresse: Thielallee 88-92, 14195 Berlin
- Nutzung: Labor- und Forschungsgebäude
- Fertigstellung: 2027
Im Berliner Südwesten entsteht im sogenannten „Dahlemer Dreieck“ ein neues Laborgebäude für das Umweltbundesamt. Der Bau schreitet sichtbar voran und ergänzt bestehende Forschungsstandorte in der Region. Ziel ist es, Kapazitäten für Umweltanalysen und wissenschaftliche Untersuchungen auszubauen.
Das Gebäude wird speziell auf Laboranforderungen ausgelegt. Dazu zählen kontrollierte Raumlufttechnik, spezielle Sicherheitsbereiche und energieeffiziente Systeme. Gleichzeitig setzt das Projekt auf nachhaltige Bauweise. Für Berlin stärkt der Neubau die Rolle im Bereich umweltbezogener Forschungsprojekte.
Neubau in Adlershof: Forschungsgebäude der BAM

So soll das Labor- und Bürogebäude für die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) in Adlershof aussehen. / © Visualisierung: Burckhardt Architektur
- Adresse: Groß-Berliner Damm 149, 12489 Berlin
- Nutzung: Forschungsgebäude
- Fertigstellung: 2027
Am Wissenschaftsstandort Adlershof entsteht ein neues Forschungsgebäude der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung. Der Standort zählt zu den wichtigsten Clustern für Technologie und Wissenschaft in Berlin. Mit dem Neubau erweitert die Einrichtung ihre Kapazitäten deutlich.
Geplant sind hochmoderne Labore für Materialanalysen und Sicherheitsprüfungen. Die Anforderungen an das Gebäude sind entsprechend hoch. Dazu gehören spezielle Prüfstände, vibrationsarme Konstruktionen und komplexe technische Anlagen. Das Projekt zeigt, wie stark Berlin auf spezialisierte Forschungsprojekte setzt.
„Max-Dohrn-Labs“ in Charlottenburg für das Bundesinstitut für Risikobewertung

In Berlin-Charlottenburg entsteht mit den „Max Dohrn Labs“ ein neues Büro- und Laborgebäude für das Bundesinstitut für Risikobewertung. / © Visualisierung: bloomimages Berlin
- Adresse: Max-Dohrn-Straße 8-10, 10589 Berlin
- Nutzung: Labor- und Bürogebäude
- Fertigstellung: 4. Quartal 2027
In Charlottenburg entstehen die sogenannten „Max-Dohrn-Labs“ für das Bundesinstitut für Risikobewertung. Der Neubau kombiniert Laborflächen mit modernen Büroarbeitsplätzen. Ziel ist es, Forschung und Verwaltung enger miteinander zu verknüpfen.
Das Gebäude wird speziell auf Anforderungen der gesundheitlichen Risikobewertung ausgelegt. Dazu zählen unter anderem Sicherheitslabore und flexible Arbeitsbereiche. Gleichzeitig legt das Projekt Wert auf nachhaltige Bauweise und effiziente Flächennutzung. Für Berlin stärkt der Bau die Position im Bereich gesundheitlicher Forschungsprojekte.
HU-Gebäude an der Invalidenstraße: Umbau des Philologischen Instituts

An der Invalidenstraße in Berlin-Mitte wird ein 1981 in der DDR errichtetes Gebäude der Humboldt Universität für 80 Millionen Euro aufwendig saniert und aufgestockt. / © Visualisierung: Sweco GmbH
- Adresse: Invalidenstraße 110, 10115 Berlin
- Nutzung: Hochschulgebäude der Humboldt-Universität
- Fertigstellung: 2027
Das Gebäude der Humboldt-Universität an der Invalidenstraße zählt zu den größten laufenden Hochschulprojekten in Berlin. Der Bau stammt aus dem Jahr 1981 und weist erhebliche bauliche Mängel auf. Schadstoffe wie Asbest, veraltete Technik und unzureichender Brandschutz machen eine grundlegende Sanierung notwendig.
Die Planung sieht vor, das Gebäude vollständig zu entkernen und anschließend neu aufzubauen. Dabei bleibt die Tragstruktur erhalten, während Innenräume, Technik und Fassade modernisiert werden. Zusätzlich wird das Gebäude aufgestockt, um mehr Fläche zu schaffen. Insgesamt sollen rund 28.000 Quadratmeter Nutzfläche entstehen. Ob die geplante Fertigstellung im Jahr 2027 tatsächlich realisiert wird, bleibt abzuwarten – denn von außen ist von den umfangreichen Bauarbeiten nur wenig zu sehen.
Charlottenburg: „Chemical Invention Factory“ der TU Berlin

Die Visualisierung zeigt die „Chemical Invention Factory“ der Technische Universität Berlin an der Marchstraße in Charlottenburg. / © Visualisierung: thirdimages
- Adresse: Marchstraße, 10587 Berlin
- Nutzung: Forschungs- und Laborgebäude für Grüne Chemie und Start-ups
- Fertigstellung: Ende 2027
Auf dem Campus der TU Berlin in Charlottenburg entsteht mit der „Chemical Invention Factory – John Warner Center for Start-ups in Green Chemistry“ ein neues Zentrum für nachhaltige Chemie. Das Projekt ergänzt die bestehenden Neubauten gezielt um einen Fokus auf Gründung und Technologietransfer.
Geplant ist ein Forschungsgebäude mit rund 2.200 Quadratmetern Fläche. Etwa 1.000 Quadratmeter davon entfallen auf Labore. Mit insgesamt 39 Abzügen entsteht eine der größten Infrastrukturen für Grüne Chemie in Europa. Die Fertigstellung ist für Ende 2027 vorgesehen.
Quellen: BAMgbd149, Gewers & Pudewill, Umweltbundesamt, Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Freie Universität Berlin, TU Berlin, Humboldt Universität Berlin
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