Der Berliner Senat bringt seine Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Spiele in Stellung. Mit einem neu gegründeten Kuratorium soll der Dialog mit der Stadtgesellschaft gestärkt und der Bewerbungsprozess breit getragen werden.

Kai Wegner Olympia Kuratorium

Ein vielfältig besetztes Kuratorium soll der Berliner Bewerbung für Olympische Spiele Rückenwind geben. Am Donnerstag stellte der Regierende Bürgermeister Kai Wegner das Gremium der Presse vor. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

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Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner und Innensenatorin Iris Spranger haben am Donnerstag auf der konstituierenden Sitzung des Kuratoriums den Vorsitz für die Bewerbung Berlins um die Olympischen und Paralympischen Spiele übernommen.

Dem breit aufgestellten Gremium gehören Persönlichkeiten aus Sport, Kultur, Wirtschaft, Wissenschaft und dem sozialen Bereich an. Ziel des Kuratoriums ist es, den Bewerbungsprozess fachlich zu begleiten und zugleich als gesellschaftlicher Multiplikator zu wirken.

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Berliner Bewerbung: Kai Wegner betont die großen Chancen durch Olympia

In der anschließenden Pressekonferenz betonte Kai Wegner erneut die besondere Chance, die sich Berlin und der gesamten Region mit einer Bewerbung um die Austragung der Olympischen und Paralympischen Spiele biete.

Gemeinsam mit dem Kuratorium könne es gelingen, eine erfolgreiche Bewerbung auf den Weg zu bringen. Entscheidend sei es, Begeisterung in der Stadt zu entfachen und einen konstruktiven Dialog mit den Berlinerinnen und Berlinern zu führen.

Olympia in Berlin? Unterstützung durch aktive und ehemalige Spitzensportler

Auf dem Podium der Pressekonferenz saßen neben Wegner, Spranger und dem Olympia-Beauftragten des Senats, Kaweh Niroomand, mehrere erfolgreiche Spitzensportler. Dazu zählten der Kanute Ronald Rauhe, der Handballer Paul Drux und die Schwimmerin Elena Semechin.

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Nach ihren persönlichen Eindrücken von Olympischen Spielen befragt, unterstrichen sie, dass Olympische und Paralympische Spiele weit über den sportlichen Wettkampf hinauswirkten. Sie stünden für Integration, Inklusion und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Mehrere erfolgreiche Spitzensportler unterstützen Berliner Bewerbung

Gerade das gemeinsame Erleben von Sportlerinnen und Sportlern aus unterschiedlichen Nationen sei ein verbindendes Element, das nachhaltige Wirkung entfalte. Auch die Volleyball-Botschafterin Berlins, Lara Kube, berichtete rund eineinhalb Jahre nach den Olympischen Spielen 2024 in Paris von der besonderen Stimmung in der Stadt und an den Wettkampfstätten.

Die Begeisterung der Bevölkerung habe gezeigt, welches Potenzial Großveranstaltungen dieser Art entfalten könnten.

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Fairplay, Toleranz und Respekt: Malaika Mihambo mit Videobotschaft

Per Videobotschaft meldete sich zudem die Weitspringerin Malaika Mihambo zu Wort, ebenfalls Mitglied des Kuratoriums. Sie sprach sich klar für eine Berliner Olympiabewerbung aus und betonte, Olympische und Paralympische Spiele hätten die besondere Kraft, Menschen weit über den Sport hinaus zu verbinden.

Eine Bewerbung biete Berlin die Chance, Werte wie Fairplay, Toleranz und Respekt in die gesamte Gesellschaft zu tragen. Zugleich hob Mihambo hervor, dass eine nachhaltige Ausrichtung entscheidend sei.

Unnötige Neubauten und Belastungen für die Bevölkerungen vermeiden

Unnötige Neubauten und zusätzliche Belastungen für die Bevölkerung müssten vermieden werden. Die Berlinerinnen und Berliner sollten von Beginn an in den Prozess eingebunden werden, damit ein Fest entstehe, von dem Stadt und Region langfristig profitierten. Als Mitglied des Kuratoriums wolle sie sich genau dafür einsetzen und den Prozess aktiv mitgestalten.

Zusammenfassend erklärte Kai Wegner, dass die Olympiabewerbung für ihn oberste Priorität habe. Er sei überzeugt, dass gemeinsam mit dem Kuratorium eine erfolgreiche Bewerbung realistisch sei. Sport und insbesondere Olympische Spiele leisteten einen wichtigen Beitrag zu Freiheit, Vielfalt, Toleranz und gesellschaftlichem Zusammenhalt.

60.000 Ehrenamtliche: Großer Wunsch vieler Sportler, Olympia nach Berlin zu holen

Sollte die Bewerbung erfolgreich sein, seien die Spiele insbesondere ein Projekt für Kinder und Jugendliche. Wegner sprach in diesem Zusammenhang vom „Kit der Gesellschaft“. Berlin verfüge über mehr als 60.000 Ehrenamtliche, die sich im Sport engagierten und den Wunsch hätten, dass in der Stadt „etwas Großes entsteht“.

Angesprochen auf die Haltung des Deutschen Olympischen Sportbundes erklärte Wegner, er habe zuletzt große Offenheit und Wohlwollen gegenüber der Berliner Bewerbung wahrgenommen. Ein zentrales Kriterium des DOSB sei die internationale Strahlkraft des Bewerbers, die bei der Bewertung mit rund vierzig Prozent gewichtet werde.

Kai Wegner setzt auf die internationale Strahlkraft der Metropole Berlin

Das Votum der Bevölkerung gehe mit etwa zehn Prozent in die Gesamtwertung ein. Die von Olympiagegnern geäußerte Behauptung, Berlin sei zu spät mit seiner Bewerbung, wies Wegner zurück.

Alle vier nationalen Bewerber würden ihre Konzepte derzeit weiter schärfen und müssten diese bis Juni 2026 einreichen. Die endgültige Entscheidung des DOSB ist für den 26. September 2026 vorgesehen.

Der DOSB entscheidet am 26. September 2026 über den deutschen Olympia-Bewerber

Innensenatorin Iris Spranger bewertete die Gründung des Kuratoriums als wichtiges Instrument, um die Bewerbung breit in der Stadtgesellschaft zu verankern. Als Multiplikator könne das Gremium dazu beitragen, viele Menschen hinter dem gemeinsamen Ziel einer erfolgreichen Olympiabewerbung zu versammeln.

Nun gehe es darum, Emotionen zu wecken und die Bevölkerung von der Bewerbung zu überzeugen. Sie zeigte sich dankbar, dass im Kuratorium Vertreterinnen und Vertreter aus unterschiedlichen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens mitwirkten.

Iris Spranger: Leistungs-, Breiten- und Inklusionssport würden von Olympischen Spielen profitieren

Von Olympischen Spielen würden zahlreiche Bereiche profitieren, vom Leistungs-, Breiten- und Inklusionssport über die städtische Infrastruktur bis hin zum Wohnungsbau und dem gemeinschaftlichen Erleben des Sports. Insgesamt sei man, auch über Parteigrenzen hinweg, auf einem guten Weg.

Der Olympia-Beauftragte des Senats, Kaweh Niroomand, sprach von einem „wunderschönen Tag“. Mit dem Beschluss vom 11. Dezember 2025 sei ein gutes Konzept für kompakte Spiele auf vergleichsweise kleinem Raum auf den Weg gebracht worden.

Olympiabeauftragter Kaweh Niroomand spürt Rückenwind für Berliner Bewerbung

Mit dem Kuratorium habe man zusätzliche Unterstützung gewonnen, die mehr Rückenwind als Gegenwind verspreche. Niroomand erwartet vom Kuratorium auch wertvolle Impulse für ein berlinweites Beteiligungsverfahren.

Dieses solle die Grundlage für einen transparenten und konstruktiven Dialog in der gesamten Stadt bilden. Das „Kuratorium Team Olympia“ werde sich regelmäßig treffen und sachlich austauschen, ohne parteipolitische Interessen in den Vordergrund zu stellen.

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One Comment

  1. a.t. 16. Dezember 2025 at 12:18 - Reply

    Unbedingt!!!…ABER BLOß NICHT FÜR 2036!!!…Dieses „Jubiläum“ wird mit Ansage in Presse, Funk und Fernsehen einschließlich aller möglichen Meinungsritter solange moralisch zerpflückt und in Grund und Boden diskuiert werden, bis sich alle wieder resigniert zurückziehen.
    Desweiteren sollte sich die Stadt auch die Luft gönnen, falls es in der Tat wider Erwarten auch noch zur Expo 2035 kommen sollte.
    Denn zwei solcher eng terminierten Großereignisse würden im Vorfeld genau die Mehrbelastungen für die Stadt erzeugen, die man vorgab nicht zu wollen. Außerdem gäbe es mit der Taktung 2035/ 2040 vorteilhafterweise ein 5 Jahres-Puffer, um die Unzulänglichkeiten, die bei der Expo garantiert zu Tage treten werden, zu beheben.

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