Auf dem Campus der Technischen Universität Berlin entsteht bis 2027 die „Chemical Invention Factory – John Warner Center for Start-ups in Green Chemistry“. Das Zentrum soll den Transfer nachhaltiger Forschungsergebnisse in marktfähige Anwendungen fördern und wird Europas größte Laborinfrastruktur für Grüne Chemie.

Der Spatenstich auf dem Campus Charlottenburg markiert den Beginn für den Bau der „Chemical Invention Factory – John Warner Center for Start-ups in Green Chemistry“. Das Zentrum entsteht bis 2027 an der Marchstraße und bietet auf rund 2.200 Quadratmetern modernste Labore, 39 Abzüge für chemische Arbeiten sowie Arbeitsräume für bis zu zwölf internationale Vorgründungsteams, die an nachhaltigen Verfahren und Materialien forschen. / © Foto: TU Berlin, Christian Kielmann
© Visualisierung Titelbild: Sehw Architektur
Mit der „Chemical Invention Factory – John Warner Center for Start-ups in Green Chemistry“ (CIF) entsteht auf dem Campus Charlottenburg der TU Berlin ein europaweit einzigartiges Forschungszentrum. Es soll Wissenschaft, Wirtschaft und Start-ups enger zusammenbringen. Finanziert wird das Projekt von der TU Berlin mit rund 13 Millionen Euro und vom Land Berlin, das sieben Millionen Euro aus dem Sondervermögen SIWANA III beisteuert. Die Fertigstellung ist für Ende 2027 geplant.
In der „CIF“ werden bis zu zwölf internationale Teams an nachhaltigen Lösungen für die Chemieindustrie arbeiten. Sie sollen Forschungsergebnisse in marktfähige Produkte überführen und den Transfer von der Idee zur Anwendung beschleunigen. Eingebunden werden sie in das Berliner Innovationsnetzwerk greenCHEM, das Universitäten, Forschungseinrichtungen und Unternehmen verbindet. Ziel ist ein enger Austausch, damit Wissen und Praxis stärker ineinandergreifen.
Nachhaltiger Forschungsneubau an der Marchstraße: Architektur für grüne Forschung
Das Berliner Büro sehw Architektur entwarf den Neubau an der Marchstraße. Auf rund 2.200 Quadratmetern entsteht ein Gebäude, das Nachhaltigkeit sichtbar macht. Die Fassade besteht aus recyceltem Kunststoff und steht sinnbildlich für den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen. Halbtransparente Paneele lassen Tageslicht einfallen und mindern zugleich den Wärmeeintrag, wodurch der Energieverbrauch sinkt.
Im Erdgeschoss ist eine offene Zone mit Café und Demolab geplant. Dort sollen Austausch und Kooperation gefördert werden. Für die Forschung stehen etwa 1.000 Quadratmeter Laborfläche zur Verfügung. Mit 39 Abzügen wird das Haus die größte Einrichtung seiner Art in Europa. Modernste Analysegeräte wie Hochleistungsflüssigkeitschromatographen und Massenspektrometer sind vorgesehen. Gesicherte Laborbereiche schützen geistiges Eigentum, während die Gemeinschaftsflächen den Wissenstransfer fördern sollen.
Zusammenarbeit mit dem Exzellenznetzwerk der Technischen Universität: Berlin stärkt Forschung und Wirtschaft
Die „Chemical Invention Factory“ ist eng mit dem Exzellenzcluster UniSysCat der TU Berlin verbunden. Dieses Netzwerk erforscht Katalyseprozesse und neue chemische Verfahren. Durch die Kooperation entsteht ein direkter Austausch zwischen Forschung und Anwendung. Jedes Team wird von einer Professorin oder einem Professor aus der Berlin University Alliance begleitet, die oder der das Projekt wissenschaftlich unterstützt.
Der Neubau steht für den Anspruch Berlins, Wissenschaft und Nachhaltigkeit zu verbinden. Die „Chemical Invention Factory“ soll Forschung, Innovation und Unternehmertum vereinen und Berlin als Standort für Grüne Chemie europaweit stärken. Damit wird die Hauptstadt zu einem Ort, an dem Ideen aus der Wissenschaft direkt in nachhaltige Produkte übergehen können.

In der Chemical Invention Factory investieren die Universität rund 13 Millionen Euro und das Land Berlin weitere sieben Millionen Euro. Der Neubau mit Fassade aus recyceltem Kunststoff wird Europas größte Laborinfrastruktur für Grüne Chemie und soll Forschung, Lehre und Start-up-Gründungen eng miteinander verknüpfen. / © Foto: TU Berlin, Christian Kielmann
Quellen: Industriestadt Berlin, Sehw Architektur, Brain City Berlin, TU Berlin, Goldbeck
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