Berlin plant eine symbolträchtige Umbenennung im Tiergarten: Die Hofjägerallee soll zur Helmut-Kohl-Allee werden, kündigt Bürgermeister Kai Wegner (CDU) an. Die Diskussion über eine angemessene Würdigung des „Kanzlers der Einheit“ geht damit in die Umsetzung, nach jahrelanger Diskussion innerhalb der Berliner Politik.

Ein Traditionsname soll weichen, ein politisches Zeichen entstehen: Die Hofjägerallee soll künftig Helmut-Kohl-Allee heißen. Die Entscheidung wird in der Berliner Politik seit Langem diskutiert. / © Foto: Wikimedia Commons, Leonhard Lenz
© Foto Titelbild: Wikimedia Commons, Fridolin freudenfett (Peter Kuley)
Altbundeskanzler Helmut Kohl soll in Berlin künftig mit einer eigenen Straße geehrt werden. Dies kündigte Berlins Regierender Bürgermeister, Kai Wegner (CDU), auf dem Landesparteitag der aktuellen Regierungspartei an.
Die Hofjägerallee im Berliner Tiergarten soll demnach künftig den Namen Helmut-Kohl-Allee tragen. Die Straße verläuft vom Großen Stern bis zur Kreuzung Tiergartenstraße und hat keine direkten Anlieger.
Lange Debatte um eine angemessene Würdigung von Helmut Kohl in Berlin
Nach Angaben von Wegner werde Ende September eine entsprechende Senatsvorlage eingebracht. Er betonte, die Straße führe in Richtung der CDU-Bundesgeschäftsstelle und sei als breite Allee ein passender Ort, um den früheren Bundeskanzler zu würdigen.
Wegner hatte bereits im November des vergangenen Jahres angekündigt, den „Kanzler der Einheit“, CDU-Politiker und Berliner Ehrenbürger Helmut Kohl noch in diesem Jahr entsprechend zu ehren. Die Diskussion darüber, an welcher Stelle in der Hauptstadt an Kohl (1930–2017) erinnert werden soll, war seit vielen Jahren geführt worden.
SPD und CDU hatten sich schon im Koalitionsvertrag auf eine Ehrung des „Einheitskanzlers“ verständigt
Im Koalitionsvertrag von CDU und SPD aus dem Jahr 2023 ist festgehalten, eine Straße oder einen Platz nach dem früheren Kanzler zu benennen. Diese Vereinbarung soll nun umgesetzt werden. Wegner erklärte überdies, die zentrale Straße sei ein würdiger Ort, um eine bedeutende Persönlichkeit zu ehren, der Deutschland viel zu verdanken habe.
Zuständig für die Umsetzung der Umbenennung ist jedoch der Bezirk Mitte, wo bislang noch kein offizieller Beschluss gefasst wurde, wie die B.Z. berichtet. Wegner betonte, die Gespräche verliefen bislang konstruktiv.
Die Hofjägerallee in Berlin-Tiergarten entstand bereits im Jahr 1832
Bezirksstadtrat Christopher Schriner (Die Grünen) bestätigte, dass es bereits informelle Abstimmungen mit der Bezirksbürgermeisterin gegeben habe. Man sei nicht grundsätzlich dagegen, Persönlichkeiten zu würdigen, die eine große Wirkung in Deutschland entfaltet hätten.
Die Hofjägerallee entstand 1832 im Rahmen der Neugestaltung des Berliner Tiergartens und erhielt ihren Namen nach einem königlichen Hofjäger, der am südlichen Ende der Allee wohnte. An gleicher Stelle befand sich später das Winguthsche Etablissement, ein Kaffeehaus mit Biergarten, das sich großer Beliebtheit erfreute.
Die Allee bildet bis heute eine wichtige Verkehrsachse, die von der westlichen Innenstadt durch den Tiergarten bis zum Großen Stern führt. Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Tiergarten schwer beschädigt, und der Winter 1946 verschärfte die Zerstörung durch großflächigen Holzschlag. Ab 1949 begann die Wiederaufforstung, an die eine von Ernst Reuter gepflanzte Linde sowie ein Gedenkstein an der Hofjägerallee erinnern.
Quellen: CDU Berlin, Berliner Morgenpost, Wikipedia, RBB, B.Z.
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Warum muss Berlin diesen unredlichen Politiker „ehren“, der das Glück hatte, zufällig 1989 noch im Amt gewesen zu sein? Den Ostdeutschen hat er ja kaum Glück gebracht.