Begrünte Hochbeete, gemeinschaftliches Gärtnern und zertifizierter Terrorschutz in einem: Die neuen Berlin-Cubes in der Charlottenburger Kantstraße verbinden Aufenthaltsqualität mit Sicherheit. Könnte dieses Konzept künftig auch den Breitscheidplatz prägen?

Die bepflanzten Hochbeete dienen nicht nur der Begrünung des Straßenraums, sondern fungieren zugleich als zertifizierte Fahrzeugsperren. Einzelne Module wurden gemeinsam mit Kindern kreativ gestaltet. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
Zwischen Gedächtniskirche, Breitscheidplatz und Kantstraße steht derzeit ein Projekt, das auf den ersten Blick vor allem mehr Grün in die City West bringt. Doch hinter den bepflanzten Hochbeeten verbirgt sich weit mehr als ein Urban-Gardening-Konzept.
Die neuen „Berlin-Cubes“ verbinden Aufenthaltsqualität, Umweltbildung und zertifizierte Fahrzeugsperren zu einem neuartigen Ansatz für die Gestaltung öffentlicher Räume. Gerade nach dem Anschlag auf den Berliner Christopher Street Day erhält dieses Konzept zusätzliche Aktualität.
Kantstraße: Urban Gardening als Treffpunkt für Nachbarschaft und Bildung
Die bepflanzten Module wurden Ende Juni entlang der Kantstraße aufgestellt und sind Teil eines Urban-Gardening-Projekts des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf. Gemeinsam mit lokalen Initiativen sollen die Hochbeete künftig nicht nur das Straßenbild aufwerten, sondern auch als Orte für gemeinschaftliches Gärtnern dienen.
Geplant sind unter anderem Pflanzaktionen mit Kitas und Schulen, Umweltbildungsangebote sowie Beteiligungsformate für Anwohnerinnen und Anwohner.
Damit verfolgt das Projekt mehrere Ziele zugleich: Es schafft mehr Aufenthaltsqualität, verbessert das Mikroklima und stärkt das nachbarschaftliche Miteinander. Gleichzeitig setzt der Bezirk bewusst auf eine Gestaltung, die funktionale Infrastruktur nicht versteckt, sondern sinnvoll in den öffentlichen Raum integriert.
Mehr Sicherheit ohne Poller: Die „Berlin-Cubes“ erfüllen gleich mehrere Aufgaben
Erst auf den zweiten Blick wird deutlich, dass die Hochbeete zugleich Teil eines modernen Sicherheitskonzepts sind. Die sogenannten „Berlin-Cubes“, entwickelt von Martin Fichtelmann, basieren auf den früheren „Protection Cubes“ und bestehen aus miteinander verbundenen, zertifizierten Betonmodulen, die Fahrzeuge bei einem gezielten Angriff stoppen können.
Durch ihre Begrünung treten sie jedoch nicht als klassische Terrorsperren in Erscheinung, sondern fügen sich unauffällig in das Stadtbild ein.

Das Urban-Gardening-Projekt erstreckt sich über einen längeren Abschnitt der Kantstraße und soll künftig auch für Pflanzaktionen sowie Umweltbildungsangebote genutzt werden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Nach dem CSD-Anschlag: Neue Lösungen für Berlins Stadtraum gesucht
Das Thema gewinnt aktuell erneut an Bedeutung. Nach dem Anschlag auf den Berliner CSD überprüfen zahlreiche Städte ihre Sicherheitskonzepte für Großveranstaltungen. Im Gespräch mit radio3 bezeichnete Erfinder Martin Fichtelmann die Berliner Lösung als Beispiel dafür, wie sich Schutzmaßnahmen und attraktive Stadtgestaltung miteinander verbinden lassen.
Rund um den Breitscheidplatz wird seit Jahren über dauerhafte Alternativen zu den provisorischen Pollern und Sandsackbarrieren diskutiert. ENTWICKLUNGSSTADT berichtete bereits über Pläne, den Platz künftig mit gestalterisch hochwertigen Sicherheitslösungen aus Naturstein neu zu ordnen.
Begrünte „Berlin-Cubes“: Vorbild für den Breitscheidplatz?
Die begrünten Berlin-Cubes in der direkt benachbarten Kantstraße zeigen nun einen weiteren möglichen Weg: Statt rein technischer Absperrungen entstehen multifunktionale Elemente, die Sicherheit, Klimaanpassung und Aufenthaltsqualität miteinander verbinden.
Gerade in dicht besuchten Innenstadtlagen könnte dieser Ansatz künftig beispielhaft sein; nicht nur für Berlin, sondern auch für andere Städte, die öffentliche Räume gleichzeitig offener, lebenswerter und widerstandsfähiger gestalten wollen.

Entlang der Kantstraße schaffen die Berlin-Cubes mehr Aufenthaltsqualität und verbessern gleichzeitig die Sicherheit im öffentlichen Raum. Das Projekt verbindet Stadtgrün, Klimaanpassung und Schutz vor Fahrzeugangriffen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Pop-up-Basketballplatz Kantstraße
Quellen: Radio3, berlin.de, Gazette Berlin, Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf
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3 Kommentare
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Ich finde die Idee mit den Hochbetten gut und nachvollziehbar. Nur der Name ist scheußlich. Sind diese nur temporär dort, für den Sommer? Wie ist die Gestaltung im Winter gedacht?
Mehr Informationen wären hilfreich.
„Berlin-Cubes: Urban Gardening trifft Terrorschutz“ als Überschrift kurz nach dem jüngsten islam.Terroranschlag in Berlin klingt in meinen Ohren fast wie eine Verhöhnung bisheriger wie zukünftiger Terroropfer.
Zu suggerieren, man könnte mit aufgehübschten Pollern wirksamen „Terrorschutz“ kreieren ist eine Beleidigung der Intelligenz des Lesers.
1. Laut der neuesten Studie von mitra sind 45% der unter 40-jährigen Muslime in Deutschland latent oder manifest islamismusaffin.
2. Laut BAMF sind von 2019 bis 2025 über 1,2 Millionen Muslime nach Deutschland zugewandert.
Wer nun präventiv der Bevölkerung „Terrorschutz“ angedeihen lassen möchte, der sollte sich über naheliegende und zielführende Maßnahmen Gedanken machen.
Aufgehübschte Poller -Pflanzenkübel – gehören da wohl eher nicht dazu.
vertippt..’motra‘ meinte ich natürlich