In Berlin laufen zahlreiche Bauprojekte zur Sanierung und zum Neubau von Brücken. Viele Bauwerke sind veraltet oder stark belastet. Die Maßnahmen sollen die Verkehrssicherheit verbessern und die Infrastruktur an steigende Anforderungen anpassen.

© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT

Berlin investiert derzeit in zahlreiche Brückenprojekte. Viele Bauwerke stammen aus vergangenen Jahrzehnten und sind stark belastet. Der Neubau und die Sanierung dieser Brücken sind notwendig, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten und die Infrastruktur an heutige Anforderungen anzupassen. Dabei spielen sowohl steigende Verkehrsbelastungen als auch bauliche Schäden eine zentrale Rolle.

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Die Projekte verteilen sich über das gesamte Stadtgebiet. Von zentralen Verkehrsachsen bis zu lokalen Verbindungen werden Brücken erneuert oder ersetzt. Die Bauzeiten reichen von wenigen Wochen bis hin zu mehreren Jahren. Einige Maßnahmen laufen bereits, andere befinden sich noch in der Planungsphase. ENTWICKLUNGSSTADT gibt einen Überblick über 11 aktuelle Projekte – inklusive interaktiver Karte.

Ringbahnbrücke in Berlin: Neubau über der A100

So soll die neue Ringbahnbrücke in Charlottenburg aussehen.

In Charlottenburg soll die neue Ringbahnbrücke bis Sommer 2027 fertig werden. / © Visualisierung: Deges

  • Bezirk: Charlottenburg-Wilmersdorf
  • Adresse: Halenseestraße über der A100
  • Bauzeit: ca. 2 Jahre
  • Fertigstellung: Sommer 2027
  • Kosten: ca. 80 Mio. Euro
  • Maßnahme: Neubau

Die Ringbahnbrücke über der A100 wird vollständig neu gebaut. 2025 musste das alte Bauwerk kurzfristig gesperrt und abgerissen werden. Der Neubau ist notwendig, um die Überführung der Ringbahn langfristig zu gewährleisten und den Verkehrsfluss auf einer der wichtigsten Autobahnverbindungen Berlins zu sichern. Während der Bauzeit kommt es zu erheblichen Einschränkungen.

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Das Projekt zählt zu den zentralen Infrastrukturmaßnahmen in Berlin. Die Bauarbeiten sind komplex, da der Verkehr parallel weitergeführt werden muss. Mit der Fertigstellung im Sommer 2027 soll eine moderne und leistungsfähige Brücke entstehen, die den Anforderungen der kommenden Jahrzehnte gerecht wird.

Köpenicker-Allee-Brücke: Sanierung in kurzer Bauzeit

Die Köpenicker-Allee-Brücke an der Rudolf-Rühl-Allee in Köpenick ist seitlich zu sehen, mit Fahrrädern, Stahlstützen und dem angrenzenden Bahnhofsbereich.

Ein seitlicher Blick auf die Köpenicker-Allee-Brücke an der Rudolf-Rühl-Allee zeigt das Bauwerk im Umfeld des Bahnhofs Wuhlheide. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

  • Bezirk: Treptow-Köpenick
  • Adresse: Rudolf-Rühl-Allee am S-Bahnhof Wuhlheide
  • Bauzeit: 4-6 Wochen
  • Fertigstellung: voraussichtlich 2027
  • Kosten: keine Angabe
  • Maßnahme: Instandsetzung / Sanierung

Die Köpenicker-Allee-Brücke an der Rudolf-Rühl-Allee wird instandgesetzt. Im Gegensatz zu vielen anderen Projekten handelt es sich nicht um einen Neubau, sondern um eine gezielte Sanierung bestehender Bauteile. Ziel ist es, Schäden zu beheben und die Nutzungsdauer der Brücke zu verlängern, ohne die gesamte Konstruktion ersetzen zu müssen.

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Die Bauzeit ist vergleichsweise kurz angesetzt. Dennoch sind massive Eingriffe in den Verkehr notwendig. So wird es zu einer vollständigen Straßensperrung der Rudolf-Rühl-Allee kommen und auch die S3 wird wochenlang nicht fahren können.

Elsenbrücke: Neubau mit Erweiterung

Auf der Elsenbrücke in Treptow-Köpenick kommt es immer wieder zu Staus.

Die Elsenbrücke verbindet die Bezirke Treptow-Köpenick und Friedrichshain-Kreuzberg. Hier ist Stau an der Tagesordnung. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

  • Bezirk: Treptow-Köpenick / Friedrichshain-Kreuzberg
  • Adresse: Kreuzung Stralauer Allee/Markgrafendamm
  • Art: Straßenbrücke
  • Bauzeit: ca. 5 Jahre
  • Fertigstellung: Sommer 2027
  • Kosten: ca. 100 Mio. Euro
  • Maßnahme: Ersatzneubau + Erweiterung im Zusammenhang mit A100

Die Elsenbrücke, die die Bezirke Treptow-Köpenick und Friedrichshain-Kreuzberg verbindet, gehört zu den größten Brückenprojekten in Berlin. Sie wird vollständig neu gebaut und gleichzeitig erweitert. Das bestehende Bauwerk war stark beschädigt und musste ersetzt werden. Der Neubau ist Teil eines größeren Infrastrukturprojekts rund um den Ausbau der A100.

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Durch die Erweiterung soll die Leistungsfähigkeit der Verbindung deutlich erhöht werden. Die Brücke ist ein wichtiger Bestandteil des Verkehrsnetzes zwischen östlichen und westlichen Stadtteilen. Die Bauarbeiten dauern mehrere Jahre und erfordern eine aufwendige Verkehrsführung während der Bauphase.

Dunckerbrücke: Ersatzneubau in Pankow

Die Visualisierung zeigt den Ersatzneubau der Dunckerbrücke.

Die Visualisierung zeigt den Ersatzneubau der Dunckerbrücke. / © Foto: WKP Planungsbüro für Bauwesen GmbH

  • Bezirk: Pankow
  • Adresse: Dunckerstraße, 10437 Berlin
  • Bauzeit: ca. 2,5 Jahre
  • Fertigstellung: 3. Quartal 2028
  • Kosten: 10,99 Mio. Euro
  • Maßnahme: Ersatzneubau inkl. Verkehrsführungskonzept

Die Dunckerbrücke in Pankow wird vollständig ersetzt. Das bestehende Bauwerk wird abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Die Maßnahme ist notwendig, da die vorhandene Konstruktion den heutigen Anforderungen nicht mehr entspricht.

Während der Bauzeit wird ein spezielles Verkehrsführungskonzept umgesetzt. Ziel ist es, den Verkehr möglichst reibungslos aufrechtzuerhalten. Nach der Fertigstellung soll die neue Brücke eine deutlich höhere Belastbarkeit bieten.

Autobahnbrücke Breitenbachplatz: Abriss geplant

Das Bild zeigt die Autobahnbrücke am Breitenbachplatz.

Die Autobahnbrücke am Breitenbachplatz soll abgerissen werden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

  • Bezirk: Steglitz-Zehlendorf
  • Adresse: A100 am Breitenbachplatz
  • Bauzeit: Abriss verzögert (Start offen)
  • Fertigstellung: keine Angaben/ im Ausschreibungs- und Vergabeverfahren
  • Kosten: keine Angabe
  • Maßnahme: Rückbau/Abriss für Stadtentwicklung

Die Autobahnbrücke am Breitenbachplatz soll abgerissen werden. Der Beginn der Arbeiten verzögert sich, da sich das Projekt noch im Vergabe- und Planungsverfahren befindet. Konkrete Termine stehen derzeit nicht fest.

Der Rückbau ist Teil einer größeren städtebaulichen Entwicklung. Ziel ist es, die Fläche langfristig neu zu gestalten. Das Projekt zeigt, dass Brückenbau in Berlin nicht nur Neubau und Sanierung umfasst, sondern auch Rückbau und Umstrukturierung.

Techowbrücke: Neubau ab 2026

Das Bild zeigt die Techowbrücke über Teltowkanal in Mariendorf.

Die Techowbrücke wird bis Mitte 2028 saniert. / © Foto: WNA Berlin

  • Bezirk: Tempelhof-Schöneberg
  • Adresse: Gersdorfstraße, 12105 Berlin
  • Bauzeit: ca. 2,5 Jahre ab 4. Quartal 2026
  • Fertigstellung: Mitte 2028
  • Kosten: keine Angabe
  • Maßnahme: Ersatzneubau

Die Techowbrücke in Tempelhof-Schöneberg wird durch einen Neubau ersetzt. Der Start der Bauarbeiten ist für das vierte Quartal 2026 vorgesehen. Bereits jetzt wurden vorbereitende Baumfällungen durchgeführt.

Die Spannbetonbrücke stammt aus dem Jahr 1956. Laut zuständiger Behörde hat sie ihre vorgesehene Nutzungsdauer von 70 Jahren inzwischen erreicht. Zusätzlich gibt es Probleme mit Spannungsrisskorrosion an den Stahlspanngliedern. Daher ist ein Ersatzneubau notwendig.

Marzahner Knoten: Großprojekt mit Brückenbau

Die Visualisierung zeigt, wie der Marzahner Knoten einmal aussehen soll.

So soll der Marzahner Knoten einmal aussehen. / © Visualisierung: Kleeblatt Medien GmbH

  • Bezirk: Marzahn-Hellersdorf
  • Adresse: Märkische Allee / Landsberger Allee
  • Bauzeit: ca. 7-8 Jahre
  • Fertigstellung: bis ca. 2030
  • Kosten: über 200 Mio. Euro
  • Maßnahme: kompletter Umbau Verkehrsknoten inkl. Brücken

Der Umbau des Marzahner Knotens zählt zu den größten Infrastrukturprojekten in Berlin. Neben Straßen werden auch mehrere Brücken neu gebaut oder angepasst. Ziel ist es, den Verkehr langfristig leistungsfähiger zu organisieren.

Die Bauarbeiten erstrecken sich über mehrere Jahre. Aufgrund der Größe des Projekts sind umfangreiche Eingriffe in den Verkehr notwendig. Nach Abschluss soll der Knotenpunkt deutlich effizienter funktionieren.

Gertraudenbrücke: Planung für Ersatzneubau

Die Visualisierung zeigt die Neue Getraudenbrücke in Berlin-Mitte.

So soll die neue Gertraudenbrücke in Berlin-Mitte aussehen. / © Visualisierung: sbp – schlaich bergermann partner

  • Bezirk: Berlin-Mitte
  • Adresse: Spittelmarkt / Gertraudenstraße
  • Bauzeit: keine Angaben, Planung beschleunigt
  • Fertigstellung: offen
  • Kosten: keine Angabe
  • Maßnahme: Ersatzneubau wegen marodem Zustand

Die Gertraudenbrücke in Berlin-Mitte befindet sich in einem schlechten baulichen Zustand. Daher wird ein Ersatzneubau geplant. Die Planungsprozesse wurden beschleunigt, konkrete Bauzeiten stehen jedoch noch nicht fest.

Das Projekt gehört zu den Maßnahmen, die kurzfristig vorbereitet werden, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Der Neubau soll die bestehende Verbindung langfristig sichern.

Pyramidenbrücke: Neubau in drei Bauabschnitten

Das Bild zeigt die Pyramidenbrücke in Köpenick vor dem Stadion des 1. FC Union.

In Köpenick wird die Pyramidenbrücke seit Jahren neu gebaut. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

  • Bezirk: Treptow-Köpenick
  • Adresse: An der Wuhlheide / Lindenstraße
  • Bauzeit: ca. 6 Jahre
  • Fertigstellung: bis 2027
  • Kosten: ca. 6,9 Mio. Euro
  • Maßnahme: kompletter Ersatzneubau in 3 Bauabschnitten

Die Pyramidenbrücke vor dem Stadion des 1. FC Union wird vollständig neu gebaut. Die bestehende Konstruktion aus dem Jahr 1939 ist nicht mehr tragfähig. Der Neubau erfolgt in drei Bauabschnitten und umfasst auch getrennte Verkehrsbereiche.

Während der Bauzeit werden Behelfsbrücken eingesetzt, um den Verkehr aufrechtzuerhalten. Das Projekt ist technisch anspruchsvoll, da neben dem Straßenverkehr auch eine Straßenbahntrasse berücksichtigt werden muss.

Marggraffbrücke: Ersatzneubau bis 2026

Ein Bagger arbeitet auf der Baustelle der Marggraffbrücke in Treptow-Köpenick, während der Baufortschritt sichtbar voranschreitet.

Baggerarbeiten und vorbereitete Bauflächen zeigen den aktuellen Baufortschritt beim Neubau der Marggraffbrücke in Treptow-Köpenick. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

  • Bezirk: Treptow-Köpenick
  • Adresse: Köpenicker Landstraße
  • Bauzeit: ca. 6 Jahre
  • Fertigstellung: Ende 2026
  • Kosten: ca. 23 Mio. Euro
  • Maßnahme: Ersatzneubau

Die Marggraffbrücke in Treptow-Köpenick wird vollständig ersetzt. Das Projekt umfasst neben dem Neubau auch umfangreiche Arbeiten an Versorgungsleitungen. Diese müssen während der Bauzeit umverlegt werden, was den Bau komplex macht.

Trotz der Bauarbeiten bleibt der Verkehr weitgehend erhalten. Nach der Fertigstellung soll die Brücke eine stabile und leistungsfähige Verbindung bieten und den Anforderungen des täglichen Verkehrs gerecht werden.

Westendbrücke: Verzögerungen beim Ersatzneubau

Die Visualisierung zeigt, wie die Westendbrücke einmal aussehen soll.

So soll die Westendbrücke in Charlottenburg einmal aussehen. / © Visualisierung: Deges GmbH

  • Bezirk: Charlottenburg-Wilmersdorf
  • Adresse: S Westend (A100)
  • Bauzeit: 22 Monate
  • Fertigstellung: Sommer 2027
  • Kosten: ca. 50 Mio. Euro
  • Maßnahme: Ersatzneubau

Die Westendbrücke in Charlottenburg-Wilmersdorf wird durch einen Ersatzneubau ersetzt. Das bestehende Bauwerk war stark geschädigt und entsprach nicht mehr den aktuellen Anforderungen an Tragfähigkeit und Verkehrssicherheit.

Für den Verkehr bedeutet das längere Einschränkungen rund um den Spandauer Damm und zusätzliche Belastungen im umliegenden Straßennetz. Langfristig soll die neue Brücke jedoch eine leistungsfähige und sichere Verbindung im Westen Berlins gewährleisten.

Quellen: Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, WNA Berlin

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4 Kommentare

  1. a.t. 14. April 2026 at 08:37 - Reply

    Die Reko der Waisenbrücke im Zentrum fehlt…Eindeutig!…Drei Bögen – druckbelastet – keine Sorgen mehr.
    Gibt dem Molkenmarkt und dem anderen Ufer mit dem Märkischen Viertel einen Schub vom Feinsten.
    Also her damit, wird langsam Zeit! Zumal die Mittel schon einmal dafür eingestellt wurden.

  2. Dr. Heide Ellerbrock 14. April 2026 at 12:26 - Reply

    Die Brücken innerhalb des S-Bahn-Ringes, Beispiel Gertraudenbrücke, leiten jetzt ihr verschmutztes Regenwasser direkt in das darunter liegende Gewässer, hier den Spreekanal, in dem wieder Schwimmdemos ab Mai 2026 erfolgen sollen. Das LAGeSO warnt vor Gesundheitsgefahren. Werden zukünftig die Regenwässer der Brücken in die Mischkanalisation eingeleitet, die überlastet sich zweitverzögert wieder in die Spree ergießt? Gibt es andere Lösungen? Welche?

    • a.t. 14. April 2026 at 13:55 - Reply

      Das ist der Elefant, der ohnehin im Raum steht und damit das Großprojekt für Berlin schlechthin. Ginge man daran, die Spree von all diesen ungeklärten Einleitungen zu befreien (und nicht nur an den minderanteiligen Brückenbauwerken), wären damit wirklich mal Nägel mit Köpfen gemacht… Dann bräuchte ein Spreebad z.B. auch keinen Betontrog mehr.

  3. Alex 14. April 2026 at 19:13 - Reply

    Wie geht es eigentlich mit dem Neubau der Mühlendammbrücke weiter?!?
    Seit November habe ich hier keine Bautätigkeit mehr gesehen.

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