Berlin plant einen Neubau für das Kriminaltechnische Institut am Groß-Berliner Damm in Johannisthal. Für das KTI stehen aktuell 190 Millionen Euro aus dem Infrastruktur-Sondervermögen des Bundes bereit.

Neubau für das Kriminaltechnische Institut

© Titelbild: depositphotos.com

 

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Berlin will die kriminaltechnische Arbeit des Landeskriminalamtes grundlegend neu organisieren. Nach einer jahrelangen Standortsuche hat der Senat nun entschieden, den Neubau des Kriminaltechnischen Instituts am Groß-Berliner Damm zu errichten. Bis dort Fingerabdrücke, DNA-Spuren oder andere Beweismittel untersucht werden, sind allerdings noch zentrale Planungsfragen zu klären.

  • Bezirk:  Treptow-Köpenick  
  • Adresse: Groß-Berliner Damm 78, Berlin
  • Finanzierung: 190 Millionen Euro aus dem Sondervermögen Infrastruktur des Bundes
  • Besonderheiten: Speziallabore, komplexe technische Infrastruktur und ein flexibel anpassbares Raumkonzept

Der Berliner Senat fasste den Errichtungsbeschluss am 14. Juli 2026. Grundlage war eine gemeinsame Vorlage der Innenverwaltung, unterstützt von der Finanzverwaltung, der Stadtentwicklungsverwaltung und der Senatskanzlei. Als Standort nennt der Beschluss die landeseigene Liegenschaft Groß-Berliner Damm 78. Sie liegt in Johannisthal im Entwicklungsraum Johannisthal-Adlershof. Die Berliner Immobilienmanagement GmbH, kurz BIM, soll das Vorhaben in unmittelbarer Nähe zum Neubau des BAM-Laborgebäudes umsetzen.

Das Gebäude des heutigen Kriminaltechnischen Instituts der Berliner Polizei am Tempelhofer Damm in Berlin. Der geplante Neubau des Kriminaltechnischen Instituts (KTI) soll künftig den bisherigen Standort ersetzen und nahe Adlershof entstehen.

Das bestehende Kriminaltechnische Institut der Berliner Polizei befindet sich derzeit am Tempelhofer Damm. Künftig soll das KTI in einen Neubau am Groß-Berliner Damm umziehen. / © Foto: Wikimedia Commons, A. Savin, CC BY-SA 3.0

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KTI-Neubau am Groß-Berliner Damm soll veralteten Standort ersetzen

Damit endet zumindest die lange Suche nach einem geeigneten Grundstück. Noch im März 2024 berichtete die Innenverwaltung dem Hauptausschuss, dass mehrere Flächen untersucht worden seien, jedoch keine die besonderen Anforderungen erfüllt habe. Die BIM suchte damals nach einem Grundstück mit einer Fläche von rund 28.000 Quadratmetern. Eine Projektgruppe aus BIM, Polizei und Innenverwaltung begleitete das Verfahren seit Januar 2024.

Das derzeitige Kriminaltechnische Institut arbeitet am Tempelhofer Damm 12. Nach Angaben des Senats reichen dort die Laborkapazitäten nicht mehr aus. Zugleich stößt die technische Infrastruktur an ihre Leistungsgrenze. Die Innenverwaltung geht deshalb davon aus, dass das Gebäude eine hochwertige kriminaltechnische Arbeit langfristig nicht mehr ausreichend unterstützen kann.

KTI-Neubau mit flexiblem Raumkonzept geplant

Die Probleme sind bereits seit mehreren Jahren dokumentiert. In einem Bericht von 2023 bezeichnete die Innenverwaltung die Technisierung des Bestandsgebäudes wegen der komplexen Anlagen als hoch. Gleichzeitig erwartete sie einen stark steigenden Instandhaltungsbedarf, insbesondere für die technischen Einrichtungen des KTI.

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Der Neubau, der in räumlicher Nähe zum geplanten „Segelflieger Quartier“ entsteht, soll jedoch nicht lediglich das alte Gebäude ersetzen. Das Landeskriminalamt hatte bereits 2019 einen detaillierten Entwurf für einen KTI-Campus ausgearbeitet. Im Mittelpunkt stand ein flexibles Raumkonzept, das Labore und Arbeitsbereiche an neue Untersuchungsmethoden und veränderte Abläufe anpassen kann. Die Verwaltung verwies dabei auf das Netherlands Forensic Institute, das mit einem vergleichbaren System arbeitet. Anpassungen sollen dort ohne umfassende Umbauten möglich sein.

Viele Fragen zum KTI-Neubau noch offen

Der Senat erklärt, dass im Sondervermögen Infrastruktur des Bundes aktuell 190 Millionen Euro für das Projekt zur Verfügung stehen. Bereits 2023 und 2024 führte Berlin denselben Betrag als grobe Kostenschätzung. Die damalige Berechnung orientierte sich noch an vergleichbaren Projekten und sollte im weiteren Planungsverfahren geprüft und präzisiert werden.

Mit dem Errichtungsbeschluss erhält das KTI-Projekt nun eine verbindlichere Grundlage. Bevor der Neubau am Groß-Berliner Damm beginnen kann, müssen die Beteiligten jedoch das Bedarfsprogramm, die Gebäudeplanung und die technischen Anforderungen weiter ausarbeiten. Der Senat hat bislang keine Angaben zur Größe des späteren Gebäudes, zur Zahl der Geschosse, zur Laborfläche oder zum Vergabeverfahren veröffentlicht.

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Quellen: Senatskanzlei Berlin, Abgeordnetenhaus von Berlin, Abgeordnetenhaus von Berlin, Berlin.de

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