Am Heizkraftwerk Mitte beginnt ein Bauvorhaben, das Berlins Strom- und Wärmenetz enger miteinander verbinden soll. Die neue Power-to-Heat-Anlage soll künftig erneuerbaren Strom nutzbar machen, wenn das Netz an seine Grenzen kommt.

Die Grafik zeigt die Funktionsweise einer Power-to-Heat-Anlage: Strom aus erneuerbaren Energien wird über einen Elektrodenkessel in Wärme umgewandelt und anschließend in das Fernwärmenetz eingespeist. / © Grafik: 50Hertz Transmission
© Titelbild: BEW Berliner Energie und Wärme GmbH
Mit dem offiziellen Start der Bauarbeiten am Heizkraftwerk Mitte setzt Berlin einen weiteren Schritt in Richtung klimaneutraler Wärmeversorgung. Gemeinsam mit dem Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz und Stromnetz Berlin errichtet die BEW Berliner Energie und Wärme GmbH eine sogenannte Power-to-Heat-Anlage mit einer Leistung von 120 Megawatt.
Die Anlage entsteht am bestehenden Kraftwerksstandort an der Köpenicker Straße in Berlin-Mitte, einem zentralen Standort der städtischen Energieversorgung. Von hier aus versorgt das Heizkraftwerk große Teile der Innenstadt mit Strom und Fernwärme, unter anderem Bereiche rund um den Alexanderplatz, den Hauptbahnhof und den Potsdamer Platz.
Berlin-Mitte: 120 MW Power-to-Heat-Anlage am HKW
Kern der neuen Anlage sind drei Elektrodenkessel mit jeweils 40 Megawatt thermischer Leistung. Sie wandeln Strom aus erneuerbaren Quellen innerhalb weniger Minuten in Wärme um und speisen diese anschließend in das Berliner Fernwärmenetz ein. Ergänzt wird das Vorhaben durch neue Transformatoren, eine Schaltanlage sowie den Ausbau der bestehenden Pumpstation.
Das technische Prinzip folgt einem einfachen Ansatz: Überschüssiger Strom aus Wind und Sonne, der wegen Netzengpässen nicht vollständig abtransportiert werden kann, soll vor Ort genutzt werden, anstatt abgeregelt zu werden. Dadurch kann die Anlage erneuerbare Energie für die Wärmeerzeugung verfügbar machen. Gleichzeitig soll sie dazu beitragen, fossile Brennstoffe einzusparen und CO₂-Emissionen zu reduzieren.

Das Heizkraftwerk Mitte liegt an der Köpenicker Straße in Berlin Mitte direkt an der Spree. Der Standort soll ab Ende 2028 um eine Power to Heat Anlage für das Berliner Fernwärmesystem ergänzt werden. / © Foto: Oliver Lang
Berliner Fernwärme: CO₂-Einsparung und Inbetriebnahme bis 2028
Nach Angaben der Projektpartner kann die Anlage perspektivisch rund 30.000 Haushalte mit Wärme versorgen. In den ersten Betriebsjahren erwarten BEW, 50Hertz und Stromnetz Berlin jährliche Einsparungen von etwa 76.000 Tonnen CO₂. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2028 geplant.
50Hertz finanziert das Projekt maßgeblich mit einem Investitionsvolumen von bis zu 75 Millionen Euro. Im Rahmen eines befristeten Vertrags erhält der Netzbetreiber Zugriff auf die Steuerung der Anlage. Dadurch kann 50Hertz sie gezielt im Netzengpassmanagement einsetzen, wenn zusätzlicher Stromverbrauch das Netz entlasten soll.
Das Vorhaben ist Teil eines umfassenden Transformationsprozesses der Berliner Fernwärmeversorgung. Die BEW baut den Standort im laufenden Betrieb um, während die Versorgung der Stadt weiterlaufen soll. Für Berlin-Mitte zeigt das Projekt, wie bestehende Energieinfrastruktur schrittweise an ein stärker von erneuerbaren Energien geprägtes Versorgungssystem angepasst wird.
Heizkraftwerk Mitte
Quellen: BEW, BDI
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Kann man dann im Sommer wenn es eh total warum ist den überschüssigen Solarstrom in Zwangswärme umwandeln? Das wäre toll.