In der Friedlander Straße in Berlin-Adlershof ist ein Bauprojekt abgeschlossen worden, das durch Aufstockung und Neubau zusätzlichen Wohnraum schafft. Insgesamt entstanden 16 neue Wohnungen, die in ein bestehendes Gebäudeensemble integriert wurden und sowohl durch Architektur als auch durch Freiflächen das Quartier erweitern.

Die neu aufgestockten Geschosse mit Metallfassade fügen 2190 Quadratmeter zusätzliche Bruttogeschossfläche hinzu und machen aus vier Wohnungen insgesamt zwanzig. / © Foto: DMSW
© Fotos: DMSW
In Berlin-Adlershof hat das Architekturbüro DMSW ein Bestandsgebäude aus dem Jahr 1906 umfassend weiterentwickelt. Dabei wurde der Altbau durch eine Aufstockung um zwei Vollgeschosse ergänzt und erhielt zugleich einen neuen Seitenflügel. So entstand ein Ensemble, das aus drei Gebäudeteilen besteht und trotz der unterschiedlichen Baukörper als Einheit wahrgenommen wird.
Die Architekten entschieden sich dafür, die einzelnen Teile des Projekts klar voneinander abzugrenzen. Während der Altbau weiterhin eine verputzte Fassade trägt, zeigen die neuen Gebäudeteile Metalloberflächen. Diese Mischung soll dafür sorgen, dass der ursprüngliche Charakter des Hauses erhalten bleibt und dennoch eine moderne Architektur sichtbar wird, die den Bestand respektiert und zugleich fortführt.
Neue Wohnungen durch Aufstockung und Seitenflügel: Erweiterung des Wohnraums in Adlershof
Im Auftrag der Wohnungsbaugenossenschaft Berolina eG konnten 16 neue Wohnungen geschaffen werden. Das Spektrum reicht von Einzimmerwohnungen bis hin zu Vierzimmerwohnungen, die alle über private Außenbereiche verfügen. Die Aufstockung und der Neubau führten dazu, dass die Bruttogeschossfläche um rund 2.190 Quadratmeter erweitert wurde.
Vor Beginn der Baumaßnahmen gab es lediglich vier Wohnungen im Gebäude. Nach Fertigstellung des Projekts sind es zwanzig. Das Projekt zeigt damit, wie stark Nachverdichtung zur Schaffung von Wohnraum beitragen kann, ohne zusätzliche Flächen im Quartier versiegeln zu müssen.
Architektur zwischen Funktionalität und Gestaltung: Nachverdichtung als Chance für Stadtquartiere?
Michael Müller, Projektleiter bei DMSW, erklärte, dass Nachverdichtung für eine Stadt wie Berlin keine Kompromisslösung sei. Vielmehr biete sie die Möglichkeit, dringend benötigten Wohnraum in Gebieten zu schaffen, die bereits über Infrastruktur und Anbindung verfügen. Entscheidend sei, dass Nachverdichtung nicht nur funktional, sondern auch architektonisch anspruchsvoll umgesetzt werde.
Seiner Einschätzung nach könne gute Architektur eine Nachverdichtung nicht nur verträglich gestalten, sondern auch neue Qualitäten in bestehende Quartiere bringen. So werde nicht nur zusätzlicher Wohnraum gewonnen, sondern auch eine gestalterische Aufwertung erzielt. In Adlershof sei es gelungen, Baukörper zu schaffen, die eigenständig wirken und gleichzeitig miteinander in Beziehung stehen.
Grünflächen und nachhaltige Energieversorgung: Aufwertung der Außenanlagen für gemeinschaftliche Nutzung
Neben dem Ausbau der Wohnfläche legten die Planer Wert auf die Gestaltung der Außenbereiche. Zwischen dem Neubau und dem Nachbargebäude wurde ein grüner Erschließungsraum geschaffen, der als verbindendes Element funktionieren soll. Darüber hinaus wurden die Außenanlagen insgesamt aufgewertet und für eine gemeinschaftliche Nutzung konzipiert.
Um Flächen zu entsiegeln, wurden PKW-Stellplätze zurückgebaut. An deren Stelle entstand eine Rigole, die Regenwasser aufnehmen und versickern kann. Ergänzt wird das ökologische Konzept durch Luftwärmepumpen und eine Photovoltaikanlage auf dem Dach, die für eine nachhaltige Wärme- und Energieversorgung sorgen. Damit will sich das Projekt nicht nur in die städtebauliche Struktur einfügen, sondern auch ökologische Aspekte berücksichtigen, die für Neubauten zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Quellen: DMSW, Berolina eG
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