Mitten in Bergedorf werden bald rund 12 Hektar Fläche frei. Ein Rahmenplan soll nun zeigen, wie aus dem Areal an der Kurt-A.-Körber-Chaussee eine „Produktive Stadtlandschaft“ mit neuen Wohnqualitäten entstehen kann. Was hinter dem Konzept steckt und wie sich Anwohnende einbringen können.

Kartenausschnitt von Bergedorf mit blau markierter Umrisslinie des rund 45 Hektar großen Planungsgebiets entlang der Kurt-A.-Körber-Chaussee.

Der Planungsraum für den Rahmenplan Kurt-A.-Körber-Chaussee umfasst rund 45 Hektar, darin liegen auch die rund 12 Hektar, die durch die Verlagerung von Körber Technologies frei werden./ © Grafik: Bezirksamt Bergedorf + Kartengrundlage des LGV

© Titelbild: Wikimedia Commons, Bernhard Diener, CC BY-SA 4.0  

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Ein rund 45 Hektar großes Gebiet zwischen der Kurt-A.-Körber-Chaussee, der Bille und den Bahngleisen in Bergedorf steht vor einer möglichen Neuausrichtung. Anlass dafür ist die Verlagerung von Körber Technologies in den Innovationspark Bergedorf, dadurch entfallen langfristig die bisherigen Unternehmensflächen an diesem Standort.

Das Areal ist schon jetzt ungewöhnlich dicht bebaut und genutzt. Industrie, Gewerbe, Wohnen, Freiräume und Gewässer treffen dort unmittelbar aufeinander, ebenso große Verkehrsräume. Das Bezirksamt Bergedorf beschreibt den Standort deshalb nicht als klassisches Gewerbegebiet am Stadtrand. Es sieht darin einen gewachsenen, produktiven Stadtraum in zentraler Lage.

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Neuer Rahmenplan für Bergedorf: Wie die künftige Struktur entstehen soll

Damit aus der freiwerdenden Fläche ein tragfähiges Konzept wird, soll ein Rahmenplan die künftige räumliche Struktur des Gebiets festlegen. Er soll unter anderem mögliche Nutzungen, Freiräume, die Verkehrsführung sowie Leitlinien für die weitere Entwicklung definieren. Ein städtebaulich-freiraumplanerischer Wettbewerb soll diesen Plan erarbeiten.

Im Zentrum des Vorhabens steht dabei kein reiner Flächentausch. Vielmehr soll ein Zukunftsbild entstehen, das unterschiedliche Zeithorizonte, Eigentumsverhältnisse und betriebliche Anforderungen berücksichtigt. So bleiben verschiedene Entwicklungspfade offen.

Backsteingebäude mit Feuertreppen und Stahlkonstruktionen auf dem Betriebsgelände von Körber Technologies, im Vordergrund kahle Bäume und ein Weg.

Das bisherige Betriebsgelände von Körber Technologies an der Kurt-A.-Körber-Chaussee umfasst rund 12 Hektar, die durch die geplante Verlagerung in den Innovationspark Bergedorf langfristig frei werden. / © Foto: Wikimedia Commons, Reinhard Kraasch, CC BY-SA 4.0

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Entwicklung einer „Produktiven Stadtlandschaft“: Was das Leitbild konkret bedeutet

Als zentraler Begriff für die künftige Nutzung dient die sogenannte „Produktive Stadtlandschaft“. Sie beschreibt einen Stadtraum, in dem Arbeit, Produktion, Handwerk, Gewerbe, Reparatur, Forschung, Bildung, Dienstleistungen, Versorgung und neue Arbeitsformen weiterhin ihren Platz finden. Wohnnutzungen sollen sich in dieses Gefüge integrieren. Der Rahmenplan soll deshalb bestehende Betriebe sichern und stärken, die den Standort prägen und zukunftsfähig sind.

Gleichzeitig sollen frei werdende Flächen neue stadträumliche Qualitäten schaffen. Dazu zählen bessere Freiräume, klarere Adressen, eine effizientere Flächennutzung sowie verbesserte Wegeverbindungen. Auch die Bille, die Kampbille und vorhandene Grünstrukturen sollen künftig mehr leisten als bislang, etwa für Klima, Regenwasser, Biodiversität und Aufenthaltsqualität.

Beteiligung der BergedorferInnen: Wer bislang schon eingebunden wurde

Bereits vor dem offiziellen Verfahrensstart hat das Bezirksamt Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer beteiligt. Zudem fand eine Ideenwerkstatt mit Fachleuten statt, ergänzt durch umfangreiche Bestandsanalysen des Gebiets. Bezirksamtsleiterin Cornelia Schmidt-Hoffmann erklärte dazu, die Verlagerung von Körber Technologies gebe Bergedorf die Chance, ein zentrales Stück Stadt neu zu denken. Die künftige Nutzung solle nicht allein am Reißbrett entstehen.

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Diese bisherigen Ergebnisse fließen nun in die Aufgabenstellung für den Wettbewerb ein. Beiträge aus der breiten Öffentlichkeit sollen sie im weiteren Verfahren ergänzen.

Auftaktveranstaltung im August: Wie sich Interessierte einbringen können

Wer sich selbst am Verfahren beteiligen möchte, kann dies bei der öffentlichen Auftaktveranstaltung am 28. August 2026 tun. Sie findet von 16 bis 19 Uhr an der HAW Hamburg, Campus Bergedorf, Ulmenliet 20, statt. Der Einlass beginnt um 15:45 Uhr. Eingeladen sind Anwohnerinnen und Anwohner, Grundstückseigentümer, Gewerbetreibende sowie alle weiteren Interessierten.

In moderierten Thementischen im World-Café-Format können die Teilnehmenden Hinweise zu Themen wie Arbeiten, Wohnen, Grün, Mobilität oder der Identität des Ortes einbringen. Das Bezirksamt dokumentiert diese Beiträge und lässt sie direkt in die Aufgabenstellung für die Wettbewerbsteams einfließen.

Quellen: Bezirksamt Bergedorf, hamburg.de

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