Das Spreeufer zwischen Friedrichshain, Kreuzberg und Treptow war lange geprägt von Industrie und der innerdeutschen Grenze. Nach der Wiedervereinigung starteten private Investoren eines der größten Stadtentwicklungsprojekte der letzten Jahrzehnte: die Mediaspree. Wir zeigen den Wandel des Areals in den letzten 100 Jahren und werfen einen Blick auf die künftige Entwicklung.

Ehemaliges Grenzgebiet Spree 1990

Im ehemaligen Grenzgebiet ist in den letzten 25 Jahren eines der größten Stadtentwicklungsprojekte Berlins realisiert worden: die Mediaspree. / © Foto: Wikimedia Commons, Gerd Danigel, CC BY 3.0

© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT

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Vor 100 Jahren war das Spreeufer zwischen Elsenbrücke und Jannowitzbrücke geprägt von Fabriken, Lagerhäusern und dem Osthafen. Nach dem Zweiten Weltkrieg und Jahrzehnten als Grenzgebiet zwischen West- und Ostdeutschland entwickelte sich das Areal nach der Wiedervereinigung zu einem der größten städtebaulichen Projekte Berlins.

Unter dem Label Mediaspree wurden historische Fabrik- und Speichergebäude saniert und moderne Büro-, Wohn- und Veranstaltungsflächen entlang des Ufers gebaut. Internationale Unternehmen zogen an die Spree – nicht ohne Protest. Heute vereint das seit Jahrzehnten umstrittene Areal Geschichte, Kultur, Wirtschaft und Urbanität.

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Wir zeigen den Wandel des heutigen Mediaspree-Areals in den letzten 100 Jahren in Bildern.

S/W-Fotografie der Oberbaumbrücke 1924

Hinter der Oberbaumbrücke begann in den 1920er Jahren der Osthafen. Er war seinerzeit der größte Hafen Berlins und sollte den gestiegenen Warenhandel entlasten. / © Foto: Wikimedia Commons, Max Missmann, Public domain

 

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S/W-Fotografie des Getreidespeichers an der Oberbaumbrücke, Berlin 1933. Heute: Spreespeicher Eventlocation.

Neben Industriekränen und Stegen wurden Anfang des 20. Jahrhunderts am Osthafen Speichergebäude für verschiedene Waren errichtet. Einige von ihnen sind bis heute erhalten, wie dieser alte Getreidespeicher, der saniert wurde und heute als Spreespeicher Eventlocation bekannt ist. / © Foto: Wikimedia Commons, Landesarchiv Baden-Württemberg, Staatsarchiv Freiburg W 134 Nr. 006345, CC BY 4.0

 

S/W-Fotografie der im Krieg zerstörten Oberbaumbrücke im Jahr 1966. Im Hintergrund links das Eierkühlhaus und der Getreidespeicher am Osthafen.

Nach dem Krieg war das Spreeufer in Teilen zerstört. Gebäude wie das alte Eierkühlhaus (links) blieben erhalten. In den 2000er Jahren wurde es zum Sitz der Universal Music Group. / © Foto: Wikimedia Commons, Gabriele Waechter, geb. Niepage, CC BY-SA 2.5

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Zollsteg am Osthafen, im Hintergrund ein Frachtschiff und Industriebauten

Während der Teilung lag das heutige Mediaspree-Areal im Grenzgebiet zwischen West und Ost. 1962 entstand auf Ostseite der noch heute existierende, knapp 500 Meter lange Grenz- und Zollsteg. Er diente dazu, den Grenzverkehr auf der Spree abzufertigen und sollte Fluchten verhindern. / © Foto: Stiftung Berliner Mauer, Foto Wolfgang Böttger

 

Spreeareal der heutigen Mediaspree mit Grünflächen, Mauer und Teilen eines Grenzzauns im Jahr 1990.

1990, kurz nach der Grenzöffnung: Am Spreeufer vor der Oberbaumbrücke existieren immer noch Mauerteile und Relikte der Grenzanlage. Die Fläche bis zur Jannowitzbrücke ist größtenteils Brachfläche. In den kommenden Jahren siedeln sich hier auf Friedrichshainer Seite alternative Clubprojekte an, auf Kreuzberger Seite ziehen Künstlerinnen und Künstler sowie Studierende in die alten Fabrikgebäude. / © Foto: Wikimedia Commons, Smiley.toerist, CC BY-SA 4.0

 

East Side Gallery im Jahr 1990. Im Vordergrund ein weißer Trabbi.

Die Reste der Mauer werden an der Oberbaumbrücke konserviert und als Open-Air-Galerie umgenutzt. Bis heute existiert die „Eastside Gallery“ am Spreeufer. / © Foto: Wikimedia Commons, Bundesarchiv, B 145 Bild-F086693-0012 Lemmerz, Wolfgang CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 DE

 

Bau der O2-World (heute: Uber Arena) im Jahr 2007, Berlin

Ende der 1990er und Anfang der 2000er Jahre beginnt das Projekt Mediaspree. Entlang des Spreeufers wird saniert und gebaut. Hier sieht man die O2 World (heute Uber Arena) im Bau. / © Foto: Wikimedia Commons, Sebastian Wallroth, Public domain

 

Hotelbau nhow nahe der Oberbaumbrücke an der Stralauer Allee im Jahr 2009, Berlin.

Neben dem alten Getreidespeicher entsteht ein Hotelneubau in den 2000er Jahren. Heute ist dort das „nhow“ beheimatet. / © Foto: Wikimedia Commons, Jörg Zägel, CC BY-SA 3.0

 

Blick von der Oberbaumbrücke auf die Mediaspree Richtung Stadtmitte. Im Hintergrund mehrstöckige Neubauten und der Fernsehturm.

Mediaspree 2025: Heute stehen auf der ehemaligen Brachfläche des Grenzgebiets moderne Neubauten. Im Hintergrund entstehen die beiden Hochhaustürme des „Brooks on East“. / © Foto: Singlespeedfahrer, CC0, via Wikimedia Commons

 

Eine Luftaufnahme zeigt die Spree mit dem Bürokomplex am rechten Spreeufer.

Die Mediaspree von oben: Von der Elsenbrücke im Vordergrund bis zur Jannowitzbrücke hat sich das neue Areal in den letzten 25 Jahren völlig neu entwickelt. Alte Industriegebäude wurden saniert, moderne Neubauten hinzugefügt. Eines der neuesten Gebäude steht auf der rechten Seite hinter der Elsenbrücke: das „Dockyard“. / © Foto: HG ESCH

 

Grenzhafen Visualisierung

Die Entwicklung der Mediaspree ist auch nach 25 Jahren noch nicht vorbei. In den kommenden Jahren soll am alten Grenzsteg der Museumshafen entstehen. Er soll die Geschichte der Teilung an dieser Stelle nacherzählen. / © Visualisierung: Wilk Salinas, XOIO

 

Visualisierung vom neuen Hochhaus an der Stralauer Allee mit offenen Balkonen.

Außerdem gibt es Pläne zur Errichtung eines neuen Stadtquartiers. Das „Forty4“ soll aus vier Gebäuden bestehen und an der Stralauer Allee realisiert werden. / © Visualisierung: Tchoban Voss Architekten

Quellen: rbb, Berliner Geschichtswerkstatt e.V., Berlin Tourismus & Kongress GmbH, taz, Grenzhafen Berlin GmbH, Chronik der Mauer, Kreuzberger Chronik, Stiftung Berliner Mauer, Wikipedia

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