Der Bebauungsplan für den Hardenbergplatz in der City West ist beschlossen. Geplant sind ein ÖPNV-Verkehrsplatz, ein Stadtplatz und weitere Schritte zur konkreten Gestaltung.

Hardenbergplatz

© Titelbild: IMAGO

 

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Nach Jahren voller Ideen und Debatten ist nun eine wichtige Entscheidung gefallen: Der Berliner Senat hat den Bebauungsplan 4-69c für den Hardenbergplatz in Charlottenburg-Wilmersdorf beschlossen. Damit erhält die Umgestaltung des zentralen Platzes am Bahnhof Zoologischer Garten eine neue planungsrechtliche Grundlage. Konkret festgelegt ist damit aber noch keine fertige Gestaltung. Das Land Berlin will die Nutzung und das Erscheinungsbild des Platzes in einem weiteren Verfahren ausarbeiten.

  • Bezirk: Charlottenburg-Wilmersdorf
  • Adresse: Hardenbergplatz
  • Fläche: rund 2,6 Hektar
  • Nächster Schritt: Vorlage im Abgeordnetenhaus von Berlin
  • Ziel: Sicherung als ÖPNV-Verkehrsplatz und Stadtplatz

Der Hardenbergplatz in der City West soll künftig planungsrechtlich als öffentliche Verkehrsfläche besonderer Zweckbestimmung gesichert werden. Der Senat nennt dafür die Bezeichnung „ÖPNV-Verkehrsplatz und Stadtplatz“. Das Plangebiet umfasst die gesamte Fläche des Hardenbergplatzes, den Vorplatz des Bahnhofs Zoologischer Garten und einen Teil der Hardenbergstraße. Nach dem Senatsbeschluss geht der Bebauungsplan nun an das Abgeordnetenhaus von Berlin.

Was der Bebauungsplan für den Hardenbergplatz regelt

Der Bebauungsplan schafft demnach vor allem Rechtssicherheit. Er legt fest, dass der Hardenbergplatz dauerhaft eine verkehrliche und öffentliche Funktion behalten soll. Andere verkehrsfremde Nutzungen oder eine Bebauung des Platzes stehen damit nicht im Mittelpunkt. Die Senatsverwaltung beschreibt den Platz als wichtigsten Mobilitätsknotenpunkt der City West. Dort treffen Fernbahn, Regionalbahn, S-Bahn, U-Bahn, Busverkehr und Hardenbergstraße auf engem Raum zusammen.

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Aber: Der Beschluss bedeutet nicht, dass der Umbau sofort beginnt. Das Land Berlin will in einem anschließenden qualifizierenden Verfahren klären, wie die einzelnen Flächen genutzt und gestaltet werden. Dabei geht es um einen leistungsfähigen und sicheren ÖPNV, eine bessere Platzgestaltung und Maßnahmen zur Klimaanpassung. Frühere Planunterlagen nennen unter anderem mehr Grün, Verschattung, Verdunstungskühlung, Wasserangebote und Trinkbrunnen als mögliche Bausteine.

Aktuell läuft auch das Pilotprojekt „SMART SPACE Hardenbergplatz“. Es hat das Ziel, den Bereich vor dem Bahnhof Zoologischer Garten bis Juni 2026 gemeinsam mit der Berliner Stadtgesellschaft von einem klassischen Bahnhofsvorplatz zu einem Stadtplatz mit erhöhter Nutzungsqualität weiterzuentwickeln. Ideen daraus könnten später im finalen Nutzungskonzept berücksichtigt werden.

Der Hardenbergplatz am Bahnhof Zoologischer Garten gehört zu den zentralen Verkehrsknotenpunkten Berlins.

Der Hardenbergplatz am Bahnhof Zoologischer Garten gehört zu den zentralen Verkehrsknotenpunkten Berlins. / © Foto: Wikimedia Commons, Marek Śliwecki, CC BY-SA 4.0

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Warum der Hardenbergplatz seit Jahren Thema ist

Der Hardenbergplatz gilt seit Langem als schwieriger Stadtraum. Immer wieder gab es in der Vergangenheit nicht umgesetzte Ideen und Verzögerungen. Diskutiert wurden unter anderem private Entwürfe mit mehr Stadtgrün, neuen Nutzungen und Hochhäusern. Mit dem jetzt beschlossenen Bebauungsplan dürfte das weitgehend vom Tisch sein. Der aktuelle Beschluss folgt einer deutlich engeren Linie: Er sichert den Platz vor allem als Verkehrsknoten und Stadtplatz.

Eine wichtige Rolle spielt auch das Gebiet Hertzallee/Hardenbergplatz. Der Senat stuft es als Gebiet mit außergewöhnlicher stadtpolitischer Bedeutung ein. Bereits im Mai 2022 beschloss er dafür einen Rahmenplan.

Westlich des Bahnhofs sind weitere Bauvorhaben vorgesehen. Die bestehende Betriebsendhaltestelle der BVG-Busse soll perspektivisch neu entstehen. Dafür müssen Busse vorübergehend auf eine nördliche Teilfläche des Hardenbergplatzes ausweichen. Auch hierfür schafft der Bebauungsplan die Grundlage.

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Was jetzt am Hardenbergplatz als Nächstes passiert

Aber wie geht es nun konkret weiter am Hardenbergplatz? Als Nächstes befasst sich das Abgeordnetenhaus mit dem Bebauungsplan. Erst danach können weitere Schritte folgen. Entscheidend wird das angekündigte qualifizierende Verfahren. Dort klärt Berlin, wie der Hardenbergplatz konkret aussehen soll, wie der Busverkehr organisiert wird, welche Flächen dem Fußverkehr dienen und welche Maßnahmen die Aufenthaltsqualität verbessern.

Der Hardenbergplatz hat mit dem beschlossenen Bebauungsplan vor allem erstmal einen verbindlicheren Rahmen bekommen. Die eigentliche Gestaltung des Platzes bleibt aber der nächste offene Schritt.

 

Quellen: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen

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4 Kommentare

  1. Max 6. Mai 2026 at 13:10 - Reply

    Natürlich stehen die Verkehrsflächen nicht zur Dispositon, aber das betrifft die Flächen ausserhalb davon doch nicht.

    Man könnte relativ schnell die Verkehrsflächen abgrenzene, dann könnte man parallel die andern Flächen beplanen.

  2. a.t. 6. Mai 2026 at 14:24 - Reply

    Nur die Langhofsche Einlassung hätte vielleicht das Potential, diesen speziellen Stadtraum dauerhaft zu retten. Das Umgestalten, wird nur gefolgt werden von einem nächsten Umgestalten und das wieder von einem übernächsten Umgestalten. Diese Nummer wird dieser Ekelfläche nicht die Räude, an der sie leidet, austreiben…
    Man schaue sich bisweilen nur den Bahnhof an. Die Reko-Phase 1, die schon seit geraumer Zeit abgeschlossen ist und genutzt wird, ist bereits wieder in Teilen längst sanierungsbedürftig….Ganz schlimmes Beispiel: Der südwestliche U-Bahnzugang an der Currybude, der gerade erst vor 2…3 Jahren saniert wurde, ist erneut so zerschossen, als wäre die letzte Sanierung nie erfolgt. Unglaublich.
    Desweiteren stellt man sich seitens der Stadt oder des Bezirks auch recht erfolglos dem Problem des großflächigen Urinierens im Bahnhofsumfeld. Das ist so mega-peinlich und asozial für den Stadtteil und für die City West, dass einem kaum noch etwas dazu einfallen mag.

  3. Tobias Baumann 6. Mai 2026 at 23:13 - Reply

    @ a.t. ..genauso ist es, war es, und offenbar wird es auch wieder so sein. Statt die eigentlichen Probleme (Junkies, Penner, Urin, Müll, Gestank, Bahnhofspflege) zu bearbeiten, konzentriert man sich wieder auf „mehr Grün“ und allerlei andere Kinkerlitzchen. Um das Umfeld etc. aufzuwerten brauche ich den Platz nicht aufwendig und mit blasierter Planerlyrik neu erfinden. Der erfüllt seine Funktion auch so. Wenn das Grün, das es bereits gibt, dort und sonstwo in der Stadt mal wenigstens entsprechend gepflegt würde, wäre schon viel gewonnen.

  4. Tom 7. Mai 2026 at 23:38 - Reply

    Hauptsache die Straßenbahn kommt dort endlich zurück. Natürlich nicht unter der aktuellen Auto-Senatorin, aber die ist ja hoffentlich bald überstanden.

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