Bei der Sanierung der „Schlange“ in Wilmersdorf herrscht Baustopp. Die degewo trennt sich von der Baufirma. Was bedeutet das für den gesamten Komplex?

Gestaffelte Fassade der denkmalgeschützten „Schlange“ an der Schlangenbader Straße in Berlin-Wilmersdorf mit Balkonen, Terrassen und begrüntem Außenbereich.

Terrassen, Balkone und markante Gebäudestufen bestimmen das Erscheinungsbild der „Schlange“. Die Sanierung des denkmalgeschützten Komplexes ist technisch anspruchsvoll./ © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT

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Der erste Teilabschnitt der Sanierung der Berliner „Schlange“ sollte zeigen, wie sich eine der ungewöhnlichsten Wohnanlagen der Stadt für die kommenden Jahrzehnte erneuern lässt. Nun ist ausgerechnet dieser erste Testlauf ins Stocken geraten. Für die landeseigene degewo geht es deshalb um deutlich mehr als nur um einen einzelnen Bauabschnitt.

  • Bezirk: Charlottenburg-Wilmersdorf
  • Adresse Pilotprojekt: Schlangenbader Straße 28 A–E / Wiesbadener Straße 59 A–E
  • Projektstatus: Sanierung unterbrochen
  • Baubeginn Pilotprojekt: Mai 2025
  • Umfang Pilotprojekt: 157 Wohnungen

Die degewo hat die Zusammenarbeit mit dem bisherigen Bauunternehmen für den ersten Sanierungsabschnitt beendet. Hintergrund ist nach Angaben des Wohnungsunternehmens ein zusätzlicher Zeitbedarf, den die ausführende Firma angekündigt hatte.

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Innenbereich der Wohnanlage „Schlange“ in Berlin-Wilmersdorf mit gestaffelten Gebäuden, begrünten Freiflächen und Balkonen entlang der Schlangenbader Straße.

Die gestaffelte Architektur prägt die „Schlange“ an der Schlangenbader Straße. Insgesamt umfasst der Gebäudekomplex 1.758 Wohnungen, während die degewo zunächst einen Teil der Anlage saniert. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Erster Sanierungs-Abschnitt an der „Schlange“ als Pilotprojekt

Bereits zuvor hatte sich die Fertigstellung des Pilotprojekts deutlich verschoben. Nun läuft zunächst die Übergabe der Baustelle. Anschließend will die degewo noch offene Leistungen neu ausschreiben. Ein konkreter Termin für die Wiederaufnahme der Arbeiten steht bislang nicht fest.

Für die Wohnanlage ist der Schritt besonders relevant, weil der Abschnitt Schlangenbader Straße 28 A–E und Wiesbadener Straße 59 A–E ausdrücklich als Pilotprojekt angelegt wurde. Die degewo startete die Arbeiten im Mai 2025. Die Erfahrungen aus diesem Gebäudeteil sollen nach Angaben des Unternehmens als Grundlage für das weitere Vorgehen an der gesamten Anlage dienen.

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Baustopp bei der „Schlange“ trifft ein ungewöhnlich komplexes Gebäude

Dabei geht es nicht um eine gewöhnliche Wohnhaussanierung. Die Autobahnüberbauung entstand nach Angaben der Berliner Denkmaldatenbank zwischen 1973 und 1980. Das rund 600 Meter lange Baudenkmal folgt dem Verlauf der früheren A104 und steigt auf bis zu 15 Geschosse an. Seit Dezember 2017 steht die Anlage unter Denkmalschutz. Zur eigentlichen Überbauung und den angrenzenden Gebäuden gehören insgesamt 1.758 Wohnungen.

Auch die Sanierungsarbeiten selbst greifen tief in das Gebäude ein. Vorgesehen sind unter anderem Arbeiten an Fassaden und Fenstern sowie an Heizung, Lüftung und Sanitärtechnik. Zudem müssen Schadstoffe entfernt werden. In den Wohnungen sind unter anderem asbesthaltige Bodenplatten dokumentiert. Bereits 2013 ließ die degewo ein umfangreiches Schadstoffgutachten für den Gebäudekomplex erstellen; weitere Untersuchungen folgten im Zusammenhang mit späteren Baumaßnahmen.

Blick auf die begrünte Wohnanlage „Schlange“ an der Schlangenbader Straße in Berlin-Wilmersdorf. Unter dem Gebäudekomplex liegt der gesperrte Schlangenbader Tunnel, für den eine umfassende Sanierung geplant ist.

Die Wohnanlage „Schlange“ an der Schlangenbader Straße in Berlin-Wilmersdorf gehört zu den markantesten Wohnbauten der 1970er-Jahre. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

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Pilotprojekt sollte Lösungen für die gesamte „Schlange“ liefern

Gerade deshalb bekommt der jetzige Baustopp eine größere Bedeutung. Die ursprüngliche Planung sah vor, nach dem Pilotprojekt die gemachten Erfahrungen auszuwerten und über das weitere Vorgehen bei den übrigen Gebäudeteilen zu entscheiden. Ob und wann weitere Bereiche der „Schlange“ folgen, ist nicht abschließend entschieden.

Parallel bleibt auch die Infrastruktur unter dem Gebäude ein eigenes Großprojekt. Der 570 Meter lange Schlangenbader Tunnel ist seit April 2023 gesperrt. Wohnanlage und Tunnel sind konstruktiv voneinander getrennt, weshalb beide Sanierungen unabhängig voneinander laufen. Auch beim Tunnel hat sich der Zeitplan mehrfach verschoben, die weiter Zukunft der Tunnelsanierung vor der Berlin-Wahl 2026 ist ungewiss. Damit stehen über und unter der früheren Autobahn derzeit zwei voneinander getrennte Sanierungsvorhaben vor offenen Fragen.

Sanierung der „Schlange“ in Wilmersdorf
degewo saniert einen ersten Gebäudeteil der denkmalgeschützten Wohnanlage „Schlange“ als Pilotprojekt. Nach der Trennung vom bisherigen Bauunternehmen sind die Arbeiten derzeit unterbrochen.

 

Quellen: Berliner Morgenpost, degewo, Landesdenkmalamt Berlin, Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, Abgeordnetenhaus von Berlin, Schriftliche Anfrage 19/18489

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