Vor dem SEZ in Berlin-Friedrichshain entsteht ein provisorischer Gehweg. Die Baustelle ist vom geplanten Abriss des früheren DDR-Bads getrennt.

Entlang der Landsberger Allee ist der Bereich vor dem SEZ großflächig abgesperrt. Hier richtet die WBM einen provisorischen Gehweg ein. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
Vor dem ehemaligen Sport- und Erholungszentrum an der Landsberger Allee laufen derzeit Bauarbeiten. Auch Bagger sind im Einsatz. Mit dem umstrittenen Abriss des Gebäudes haben die aktuellen Arbeiten jedoch nur indirekt zu tun. An der Landsberger Allee ordnet die WBM einen Teil der Fläche neu.
- Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
- Adresse: Landsberger Allee 77, 10249 Berlin
- Projektstatus: Bauarbeiten laufen
- Maßnahme: Provisorischer Gehweg vor dem SEZ
Weil der geplante Abriss des SEZ weiterhin umstritten ist, hatten die Bagger vor dem Gebäude zunächst neue Fragen ausgelöst. Nach Angaben der WBM handelt es sich jedoch nicht um Arbeiten am eigentlichen Gebäude. Stattdessen entsteht entlang der Landsberger Allee ein provisorischer Gehweg.
Hinter der zunächst unscheinbaren Maßnahme steckt bereits die geplante Neuordnung des Grundstücks. Nach Angaben der WBM sieht eine Vereinbarung mit dem Bezirk und der Senatsverwaltung vor, einen Teil des heutigen Straßenlands später als Bauland zu nutzen. Deshalb muss der Gehweg verlegt beziehungsweise neu angelegt werden.

Ein Bagger steht auf der Baustelle vor dem SEZ in Friedrichshain. Die aktuellen Arbeiten betreffen den neuen provisorischen Gehweg vor dem Gebäude. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Baustelle am SEZ: Arbeiten an der Schwimmhalle laufen ebenfalls
Parallel dazu arbeitet die WBM innerhalb des früheren SEZ. Im Bereich der ehemaligen Schwimmhalle läuft eine Schadstoffsanierung. Die untere Naturschutzbehörde hatte diese Arbeiten nach Angaben der Wohnungsbaugesellschaft Ende Juni 2026 freigegeben. Die WBM betont, dass die derzeitigen Maßnahmen einem möglichen teilweisen oder vollständigen Erhalt des Gebäudes nicht entgegenstünden.
Der eigentliche Abriss konnte dagegen bislang nicht wie geplant beginnen. Das Umwelt- und Naturschutzamt von Friedrichshain-Kreuzberg hatte den für den 2. März 2026 vorgesehenen Start untersagt. Auf dem Areal waren Nester streng geschützter Arten, darunter Haussperlinge, nachgewiesen worden. Die WBM hat inzwischen einen ergänzenden Artenschutzfachbeitrag eingereicht und die Aufhebung des Baustopps beantragt.

Auch die Außenanlagen des ehemaligen SEZ in Friedrichshain sind vom langen Leerstand geprägt. Der Bezirk verfolgt weiterhin das Ziel, den vollständigen Abriss des Gebäudekomplexes zu untersagen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
SEZ-Areal: Wohnungen, Schule und Gewerbe bleiben geplant
Nach einer möglichen Aufhebung will die WBM zunächst die Schadstoffsanierung fortsetzen und Arbeiten im Außenbereich wieder aufnehmen. Dazu zählt laut Unternehmen auch die Befüllung des Außenbeckens. Arbeiten am eigentlichen Gebäude seien damit zunächst nicht verbunden.
Langfristig soll sich das SEZ-Areal umfassend verändern. Die bisherigen Planungen sehen mehr als 600 Wohnungen sowie eine Schule und Gewerbeflächen vor. Die Hälfte der Wohnungen soll öffentlich gefördert werden. Zugleich hat sich die Planung bereits verändert: Fachwerkstützen der ehemaligen Schwimmhalle sollen als bauliche Erinnerung erhalten bleiben. Außerdem plant die WBM einen Historien-Parcours zur Geschichte des Standorts.
Wie es mit dem Gebäude selbst weitergeht, bleibt dennoch offen. Über einen möglichen Erhalt von Teilen des SEZ wird weiter diskutiert. Der neue Gehweg ist davon zunächst getrennt zu betrachten – er zeigt jedoch, dass die Neuordnung der Flächen rund um das frühere DDR-Bad bereits begonnen hat.

Vor dem ehemaligen SEZ in Berlin-Friedrichshain laufen im August 2026 Bauarbeiten für einen provisorischen Gehweg an der Landsberger Allee. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
SEZ: Neuer Gehweg an der Landsberger Allee
Quellen: Tagesspiegel, Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg
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