Der Hochmeisterplatz in Halensee wird in den kommenden Monaten umfassend neugestaltet. Mit neuen Grünflächen, zusätzlichen Sitzmöglichkeiten und einem sogenannten Klimahain soll die Anlage besser auf zunehmende Hitzeperioden vorbereitet werden.

Ein Blick auf den Hochmeisterplatz in Berlin-Halensee 2022. Dort ist ein Wohnungsneubau fertiggestellt worden, der ein ehemaliges, 1933 errichtetes Postamt ersetzt.

Ein Blick auf den Hochmeisterplatz in Berlin-Halensee (Archiv). Vor einigen Jahren wurde dort ein Wohnungsneubau fertiggestellt, der ein ehemaliges, 1933 errichtetes Postamt ersetzt. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Titelbild: Moritz Velden

ANZEIGE

Mit dem Beginn der Bauarbeiten am 18. Mai startet in Halensee die umfassende Neugestaltung des Hochmeisterplatzes. Die Grünanlage nahe Kurfürstendamm und Schaubühne soll in mehreren Bauabschnitten modernisiert und zugleich an die Folgen des Klimawandels angepasst werden.

Geplant sind neue Aufenthaltsflächen, zusätzliche Bepflanzungen sowie barriereärmere Wegeführungen. Der Bezirk verfolgt damit das Ziel, den traditionsreichen Platz langfristig als wohnortnahen Treffpunkt für unterschiedliche Generationen zu stärken.

Historische Grünanlage in Halensee zeigt deutlichen Sanierungsbedarf

Der Hochmeisterplatz gehört zu den älteren Grünanlagen im Berliner Westen. Angelegt wurde er bereits 1876, zunächst unter dem Namen Buchwaldplatz. Seine heutige Gestaltung geht in Teilen auf den Gartenarchitekten Erwin Barth zurück, der die Anlage vor 1930 mit Spiel- und Liegeflächen entwarf. In den folgenden Jahrzehnten hat sich der Zustand der Anlage jedoch sichtbar verändert, vielerorts zeigt sich Sanierungsbedarf.

ANZEIGE

Die zentrale Rasenfläche wurde in den 1970er-Jahren wellenförmig modelliert, um Ballspiele zu verhindern; heute wird sie vor allem von Hunden aus der Nachbarschaft genutzt. Insbesondere die Randbereiche gelten seit Längerem als erneuerungsbedürftig.

Hochmeisterplatz wird umgestaltet: Klimaanpassung steht im Mittelpunkt

Kern der aktuellen Umgestaltung ist ein sogenannter Klimahain auf der Nordseite der Anlage. Dort sollen hitze- und trockenheitsresistente Bäume gepflanzt werden, ergänzt durch heimische Stauden und neue Grünflächen. Ziel ist eine spürbare Verbesserung des Mikroklimas durch zusätzliche Verschattung und Verdunstungskühlung. Auch bestehende Flächen werden entsiegelt, damit Regenwasser künftig besser versickern kann.

Darüber hinaus entstehen neue Sitzmöglichkeiten und Begegnungsorte. In einem ersten Bauabschnitt wird eine Natursteinmauer mit integrierten Sitzbereichen errichtet. Weitere Hochstammbäume sollen insbesondere die Aufenthaltsbereiche im Sommer verschatten.

ANZEIGE

Idee entstand vor Jahren: Studierende und Auszubildende bauen gemeinsam

Bemerkenswert ist vor allem die Umsetzung des Projekts: An den Bauarbeiten beteiligen sich Studierende der Landschaftsarchitektur an der Berliner Hochschule für Technik gemeinsam mit Auszubildenden des Grünflächenamtes Charlottenburg-Wilmersdorf. Der Bezirk setzt damit bewusst auf eine Verbindung aus praktischer Ausbildung und nachhaltiger Stadtentwicklung.

Die Idee für eine Neugestaltung entstand bereits vor mehreren Jahren. Frühere Pläne im Zusammenhang mit einem Neubauprojekt am Platz wurden jedoch nicht weiterverfolgt. Nun übernimmt das Grünflachenamt die Umsetzung selbst. Der erste Bauabschnitt soll nach derzeitiger Planung im Herbst 2026 abgeschlossen werden.

Hochmeisterplatz

Quellen: Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf, Berliner Morgenpost, Wikipedia

ANZEIGE

Jetzt PLUS-Kunde werden

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.

Tags (Schlagwörter) zu diesem Beitrag

2 Kommentare

  1. Neu 25. Mai 2026 at 21:04 - Reply

    Warum wurde der damalige Investor aus seinen Verpflichtungen betreffs Grüngestaltung befreit?

    • Böhme 29. Mai 2026 at 18:45 - Reply

      Lesen Sie doch einfach den im letzten Absatz verlinkten Artikel. Es gab für den damaligen Investor keinerlei Verpflichtung zur Sanierung der Grünanlage. Vielmehr hatte der Investor freiwillig angeboten, die Grünanlage neu zu gestalten. Das aber wurde – zum Erstaunen des Investors – vom Bezirk schlank abgelehnt!

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.