In Friedrichshain haben Bauarbeiten am östlichen Rand des RAW-Geländes begonnen. Ein Kran steht vor Ort. Geplant sind eine neue Zufahrt und weitere Entwicklungen auf dem umstrittenen Areal.
RAW-Gelände
© Titelbild / Visualisierung: Kurth Immobilien
Am RAW-Gelände in Friedrichshain sind am östlichen Rand erste Bauarbeiten zu sehen. An der Ecke Revaler Straße und Modersohnbrücke steht ein Kran. Dort soll offenbar eine neue Zufahrt zu einem Werksbereich entstehen. Die größeren Pläne für das RAW-Gelände bleiben parallel aber weiter umstritten.
- Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
- Ort: RAW-Gelände
- Lage: Revaler Straße, nahe Modersohnbrücke
- Aufteilung: Entwicklung des RAW-Ost-Areals, Entwicklung der Kurth-Gruppe, Bahngelände
Der Kran an der Ecke Revaler Straße und Modersohnbrücke ist schon von Weitem sichtbar. Bei der aktuellen Maßnahme handelt es sich aber nicht um den Baustart des großen westlichen Entwicklungsprojekts der Kurth-Gruppe, sondern um Arbeiten auf einem anderen Teil des Areals. Mehrere Projektentwickler arbeiten auf dem RAW-Gelände parallel.
Kran am RAW-Gelände: Östlicher Teil gehört nicht zum Kurth-Areal
Der östliche Bereich gehört demnach nicht zu der Fläche, die die Kurth-Gruppe entwickelt. Neben Kurth Immobilien ist auch die Raw-Ost Verwaltung GmbH Eigentümer auf dem Areal. Ihr gehören rund 18.000 Quadratmeter des Areals.
Der aktuelle Baustart bezieht sich auf eine neue Werkszufahrt. Ein großer Teil des RAW-Geländes bleibt nämlich weiter Betriebsgelände der Bahn. Das spanische Bahnunternehmen Talgo hält dort Züge instand. Rund 110 Menschen arbeiten an diesem Standort. Sie benötigen künftig eine neue Zufahrt zur Revaler Straße.
Das Talgo-Werk auf dem RAW-Gelände verfügt unter anderem über zwei Hallengleise mit jeweils 365 Metern Länge. Hinzu kommen eine Unterflurdrehmaschine, ein Grubengleis, Hallenkräne sowie ein Testabschnitt für Oberleitungen.
Außerdem betreibt Talgo dort spezialisierte Werkstätten für Leistungselektronik-, Klima-, Wasser- und WC-Module. Seit 2014 gehört zusätzlich eine weitere Halle mit aufgeständertem Gleis, Radsatzwechsler und Unterflur-Radsatzdrehmaschine zum Standort. Die Erweiterung wurde damals über das EFRE-Programm der Europäischen Union gefördert.
RAW-Gelände-Pläne: Büroflächen, Kultur und Wohnen bleiben umstritten
Die größeren Pläne für das RAW-Gelände sorgen unterdessen weiter für Diskussionen. Auf dem rund 51.000 Quadratmeter großen Kurth-Areal soll langfristig ein gemischt genutztes Quartier entstehen – mit Kultur, Gewerbe, Büros, Sportangeboten und öffentlichen Freiräumen. Auch ein Hochhaus ist Teil der Planungen. Gleichzeitig sollen bestehende soziokulturelle Nutzungen langfristig gesichert werden.
Kritik kommt unter anderem von der Initiative „RAW-Retten“. Sie lehnt weitreichende Abrisspläne der Bestandsgebäude und das geplante Hochhaus ab. Neubauten sollen aus Sicht der Initiative nur auf freien Flächen zwischen Bestandsgebäuden entstehen. Wohnungen sollen demnach höchstens im östlichen Teil des Geländes liegen, damit die kulturellen Nutzungen im westlichen Bereich erhalten bleiben.

Das RAW-Gelände in Berlin-Friedrichshain soll auf der Seite von Investor Kurth Immobilien ein urbanes Quartier werden. / © Visualisierung: Kurth Immobilien
Baustart am RAW-Gelände: Westlicher Teil weiter ohne klaren Termin
Wann die größeren Bauarbeiten im westlichen Teil beginnen, bleibt offen. Das Bebauungsplanverfahren läuft seit Jahren. Der Aufstellungsbeschluss stammt aus dem Jahr 2019. Senat, Bezirk und Investor führen wieder Gespräche.
Unabhängig davon verändert sich der östliche Rand des RAW-Geländes bereits sichtbar. Die frühere Stadtgärtnerei an der Ecke ist umgezogen und hat am Wasserturm neben dem Ostkreuz einen neuen Standort gefunden. Auch Menschen, die in diesem Bereich unter einfachen Unterständen leben, könnten durch weitere Arbeiten betroffen sein. Dafür liegen derzeit jedoch keine bestätigten Termine vor.
Quellen: BerlinBauboom, Architektur Urbanistik Berlin
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7 Kommentare
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Was ist das denn für ein Kommentar? „Auch Menschen, die in diesem Bereich unter einfachen Unterständen leben, könnten durch weitere Arbeiten betroffen sein. Dafür liegen derzeit jedoch keine bestätigten Termine vor.“
SIe meinen Obdachlose die sich dort eingerichtet haben und dort aus klientel-bezogenen sozialromantischen Vorstellungen vom Bezirk geduldet werden? Nur zur Erinnerung: Es gibt in Berlin genügend Obdachlosenunterkünfte und ja, diese sind in einwandfreiem Zustand. Diese Verklärung und Romantisierung von Obdachlosen die die Gegend vermüllen und durch Alkohol und Drogenexzesse nicht nur unangenehm auffallen, sondern der Gesellschaft schaden, muss aufhören!
Und auf der anderen Seite haben wir eben die Verklärung und Romantisierung von radikaler Gentrifizierung und völlig am Bedarf vorbeigehender Quartiersentwicklung, die viel zu oft nur auf die obere Mittelschicht und Oberschicht abzielt, während die breite Masse mit eher geringer bis normaler Kaufkraft Schritt für Schritt aus der Stadt gedrängt wird, weil sie als Zielgruppe kaum bzw. viel zu wenig ins Auge gefasst werden.
Moderne, kommerzorientierte Segregation… und einige unterstützen das sogar noch, weil Berlin dann ein paar „schöne“ Hochhäuschen hat… was für ein asozialer Bärendienst an dieser Stadt!
„Es gibt in Berlin genügend Obdachlosenunterkünfte und ja, diese sind in einwandfreiem Zustand.“
Welch ein unfassbar unqualifizierter Kommentar von Jemandem, der scheinbar nicht den Hauch einer Ahnung hat, von was er da schreibt.
Womit sich in Berlin, in Sachen ASOG-Wohnheimen, an der öffentlichen Hand bereichert wird, ist ein eklatanter Missstand höchster Ordnung; ein Verbrechen an der Gesellschaft das finanzielle betreffend, und ein noch viel Größeres, an denen, die auf eine solche Bleibe angewiesen sind.
Natürlich wird für finanziell schlechter gestellte kein Wohnraum geschaffen, wenn man mit Mehrbettzimmer in Bruchbuden ohne ein Mindestmaß an Privatsphäre, an vertretbaren Sanitäreinrichtungen etc., über die ASOG-Schiene im Markt platziert bekommt; für weit über 1.000 Euro monatlich pro Person im Mehrbettzimmer. Da übernimmt z.B. das Jobcenter dann das doppelte an Kosten, von dem, wo für eine eigene Wohnung das Limit.
Aber wer so sein Dasein fristen muss, ist natürlich dann selbst schuld, aus dieser Abwärtsspirale keinen Weg zu finden.
Offensichtlich tut vielen in diesem Land der Wohlstand nicht gut; anders kann ich mir eine solch vermessene Dummheit wie die von mir zitierte Aussage nicht erklären.
„Menschen, die in diesem Bereich unter einfachen Unterständen leben“, meint vermutlich hochgradig Suchtkranke, die in selbst aufgehäuften Müllbergen in extremer Verelendung hausen und die man gewähren lässt, ohne das es jemanden interessiert.
Wohl nicht alle aber viele Gebäude dort sind sehr einfach und niedrig, wenn ich mich richtig erinnere. Daher verstehe ich nicht warum man diese unbedingt erhalten möchte.
.. die organisch gewachsen Kulturbereiche beherbergen, welche wiederum Touristen anziehen und ein Dokument dessen sind, was in Berlin möglich ist und in anderen Städten in Deutschland an vielen Stellen verloren gegangen oder gar nie entstanden ist.
Neue Gebäude eines Investors, der nicht aus diesem Bereich kommt, lässt charakterlose Öde vermuten. Schließlich ist es nicht von Menschen, die den Holzmarkt machen. letzteres wäre wünschenswert für das RA W Gelände.
Wenn dann alles weg ist was Berlin zu Berlin gemacht hat, kann man sich dann fragen warum weiter die Touristen ausbleiben.