Vom Feld zum Viertel: Im Frankfurter Norden entsteht das „Hilgenfeld“ als klimaneutrales Quartier der Zukunft. Bis 2027 sollen hier Wohnungen, Grünflächen und Energieversorgung aus erneuerbaren Quellen ein neues Zuhause für tausende Menschen schaffen.

Hier entsteht bald ein neues Stadtviertel: Im sogenannten „Hilgenfeld“ im Norden Frankfurts sind die Vorbereitungen für den Baustart in vollem Gange. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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Im Frankfurter Norden hat der Bau eines neuen Stadtviertels begonnen. Auf dem rund 17,7 Hektar großen Areal am Frankfurter Berg entsteht bis 2027 das „Hilgenfeld Quartier“, geplant für bis zu 2.500 Bewohnerinnen und Bewohner. Die aktuell entstehenden Wohnflächen schaffen zusätzlichen, in Frankfurt dringend benötigten Wohnraum.
Realisiert wird das Millionen-Projekt von der städtischen Wohnungsbaugesellschaft ABG Frankfurt Holding. Geplant sind 54 Mehrfamilienhäuser mit 860 Wohnungen, davon etwa 340 gefördert. Das neue Viertel wird durch Kitas, Gewerbeflächen und Grünanlagen ergänzt und soll auch durch eine klimafreundliche Energieversorgung überzeugen.
Hilgenfeld-Quartier, Frankfurter Berg: Hier entstehen rund 860 Wohnungen
Im Zentrum des Projekts stehen 54 Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 860 Wohnungen. Rund 40 Prozent davon sind gefördert und sollen bezahlbaren Wohnraum schaffen. Die Gebäude sind unterschiedlich dimensioniert, sodass eine Mischung aus kleineren Einheiten, Familienwohnungen und barrierefreien Angeboten entsteht.
Ergänzt wird das Quartier durch Flächen für Gastronomie, kleine Geschäfte und Dienstleistungen. Zwei Kindertagesstätten, Spielplätze und begrünte Aufenthaltsbereiche sind ebenfalls vorgesehen. Damit soll das Hilgenfeld nicht nur Wohnraum bieten, sondern auch zu einem lebendigen und vielfältigen Stadtviertel mit kurzen Wegen im Alltag werden.
Mainova und ABG planen im Hilgenfeld eine Versorgung durch erneuerbare Quellen
Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist das klimafreundliche Energiekonzept. Gemeinsam mit dem Frankfurter Energieversorger Mainova will die ABG Frankfurt Holding das Quartier nahezu vollständig durch erneuerbare Quellen versorgen. Strom und Wärme sollen größtenteils vor Ort produziert werden, wodurch Transportverluste und CO₂-Emissionen deutlich sinken.
Zum Einsatz kommen Photovoltaik-Thermie-Anlagen, Wärmepumpen, Geothermie sowie Blockheizkraftwerke. Insgesamt sind mehr als 5.000 Solarmodule auf den Dächern vorgesehen. Der lokal erzeugte Strom soll als Inklusivleistung Teil der Miete werden. Damit erfüllt das Quartier laut Mainova schon bei Fertigstellung die Frankfurter Klimaziele für das Jahr 2040.
Neuer Wohnraum im Frankfurter Norden: Hilgenfeld-Quartier soll bis 2027 fertiggestellt werden
Die Planungen für das neue Quartier reichen mehrere Jahre zurück. Grundlage ist ein Bebauungsplan des Stadtplanungsamtes, der 2023 in Kraft trat. Daraufhin übernahm die ABG Frankfurt Holding die Grunderschließung des Areals, um das Gelände für die spätere Hochbauphase vorzubereiten.
Bis 2024 wurden Leitungen für Strom, Wasser, Telekommunikation und Abwasser verlegt sowie Straßenbeleuchtung installiert. Aktuell erfolgen Asphaltierungsarbeiten der Straßen, um Transportwege für den anstehenden Baubeginn zu schaffen. Der Start der Hochbaumaßnahmen ist für Mitte 2025 vorgesehen, die vollständige Fertigstellung des Quartiers soll 2027 erfolgen.
Neues Stadtviertel im Hilgenfeld: Baubeginn war bereits für die Mitte des Jahres vorgesehen
Aktuelle Luftaufnahmen zeigen, dass das Hilgenfeld bereits weitgehend für die Hochbauphase vorbereitet ist. Baustelleninfrastruktur, Transportwege sowie Container-Büros sind eingerichtet, Baumaterialien liegen teilweise schon bereit. Zwar war der Baubeginn für Mitte des Jahres vorgesehen, doch erst mit rund einem Monat Verzögerung kann nun gestartet werden.
Bevor die ersten Gebäude sichtbar wachsen, stehen zunächst die Erdarbeiten im Vordergrund. Baugruben müssen ausgehoben und Fundamente vorbereitet werden. Noch ist offen, welcher Abschnitt des Quartiers als Erstes umgesetzt wird. Klar ist jedoch, dass das Projekt nun in seine entscheidende Phase tritt.
Stadtteil Frankfurter Berg: Dient das Hilgenfeld-Quartier als Vorzeige-Viertel Frankfurts?
Ob das ehrgeizige Ziel einer Fertigstellung bis 2027 tatsächlich erreicht wird, bleibt offen. Erfahrungsgemäß führen Verzögerungen bei Großprojekten häufig zu Anpassungen im Zeitplan. Auch im Hilgenfeld könnten Kostensteigerungen oder bauliche Herausforderungen zu Verschiebungen führen.
Gelingt die Umsetzung jedoch wie geplant, könnte das Hilgenfeld Quartier als Modell für nachhaltige Stadtentwicklung in Frankfurt dienen. Mit seinem Energiekonzept, vielfältigen Wohnformen und moderner Infrastruktur setzt es Maßstäbe, die auch für künftige Bauprojekte richtungsweisend sein könnten.

So könnte es zukünftig im Hilgenfeld aussehen: zahlreiche, neue Wohngebäude und üppig begrünte Freiflächen. / © Visualisierung: ABG Holding Frankfurt

Für das neue Stadtviertel im Hilgenfeld sind verschiedene Formatierungen der Wohngebäude geplant. Durch Grünflächen, begrünte Innenhöfe und platzartige Freiflächen soll die Bebauung aufgelockert werden. / © Lageplan: ABG Holding Frankfurt

Im Süden grenzt das neu-entstehende Stadtviertel an ein Quartier mit Reihenhäusern. Entlang der Straße „Im Hilgenfeld“ entstand schon vor einigen Jahren neue Wohnfläche. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Quellen: Stadtplanungsamt Frankfurt, ABG Frankfurt, Skyline Atlas, Frankfurter Rundschau
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