In Kreuzberg müssen 25 Bäume im Besselpark gefällt werden. Der Bezirk nennt akute Sicherheitsgründe, der BUND sieht Hinweise auf größere Schäden im Bestand.

Viele der betroffenen Bäume wirken auf den ersten Blick vital. Schäden im Stammbereich können jedoch die Sicherheit beeinträchtigen und Baumfällungen erforderlich machen. / © Foto: BUND Berlin / Nicolas Šustr
© Titelbild: BUND Berlin/Nicolas Šustr
Im Kreuzberger Besselpark steht eine größere Baumfällung bevor. Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg meldet 25 Rotblühende Rosskastanien, die nach einer Sonderkontrolle nicht mehr als verkehrssicher gelten. Der BUND Berlin warnt, dass der Schaden deutlich größer sein könnte.
- Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
- Ort: Besselpark, Kreuzberg
- Betroffene Bäume: 25 Rotblühende Rosskastanien
- Ursache: Befall mit Pseudomonas syringae pv. aesculi
Die 25 Bäume im Besselpark müssen deshalb zeitnah gefällt werden. Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg begründet den Schritt mit akuter Gefahr für die Sicherheit. Nach Angaben des Bezirks betrifft der Schaden vor allem den nördlichen Teil der Grünanlage. Die Fällungen sollen zeitnah erfolgen, obwohl die Vogelschutzzeit noch läuft. Der Bezirk verweist auf den dringenden Handlungsbedarf.
Kreuzberg: Warum die Bäume trotz grüner Kronen gefährlich sein können
Die Ursache liegt laut Bezirksamt in einem fortgeschrittenen Befall mit dem Bakterium Pseudomonas syringae pv. aesculi. Der Erreger schädigt Stamm, Kambium und tragende Kronenteile. Viele Bäume wirken von außen noch belaubt und vital. Entscheidend ist jedoch der innere Zustand.
Der Wasser- und Nährstofftransport kann in äußeren Leitbahnen noch funktionieren, während tragende Bereiche bereits geschädigt sind. Besonders kritisch sind Schäden an Vergabelungen, weil dort Ast- und Stammbruch drohen. Rückschnitte wurden geprüft, reichen laut Bezirk aber nicht mehr aus.
Besselpark: 25 gefällte Bäume in Kreuzberg wohl nicht genug
Der BUND Berlin bewertet den Fall als Hinweis auf ein größeres Problem im Besselpark. Baumexperte Uwe Bahr kam nach einer Vor-Ort-Begehung zu dem Schluss, dass nicht nur die 25 genannten Bäume schwere Schäden zeigen. Nach seiner Einschätzung könnten alle rund 100 Rotblühenden Rosskastanien im Park betroffen sein.
Auffällig seien aufgeplatzte Rinden, freiliegende Stammstrukturen, brüchiges Holz und deutliche Verfärbungen im Inneren. Der BUND sieht die Ursache auch in der früheren Bepflanzung mit einer weitgehend einheitlichen Baumart.

Aufgeplatzte Rinde und freiliegende Stammbereiche gelten als typische Anzeichen der schweren Schädigungen, die im Besselpark zur Fällung mehrerer Bäume führen sollen. / © Foto: BUND Berlin / Nicolas Šustr
Bäume fällen in Kreuzberg: Bezirk nennt Sicherheit als Hauptgrund
Das Bezirksamt erklärt, dass eine Bekämpfung des Erregers nach aktuellem Stand nicht möglich sei. Auch Schnittmaßnahmen könnten bei systemischem Befall keine dauerhafte Gesundung sichern. Zudem geht der Bezirk von weiterer Ausbreitung aus.
Rund 70 Prozent der Rosskastanien im Bestand seien bereits betroffen und würden weiter kontrolliert. Das Straßen- und Grünflächenamt steht nach Bezirksangaben mit dem Umwelt- und Naturschutzamt in Austausch, auch wegen möglicher Habitatstrukturen.
Stadtbäume in Berlin besonders belastet
Der Fall zeigt zugleich die Belastung für Berliner Stadtbäume. Trockenheit, Hitze, verdichtete Böden, enge Standorte und versiegelte Flächen schwächen viele Bestände. Der BUND verweist deshalb auf die Bedeutung von Pflege, größeren Baumscheiben und ausreichendem Personal.
Das Projekt „Gieß den Kiez“ kann Anwohnern zeigen, welche Bäume in ihrer Umgebung Wasser brauchen. Die Plattform bildet Berliner Straßen- und Anlagenbäume ab und zeigt Informationen zu Art, Alter und geschätztem Wasserbedarf.
Quellen: Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, BUND Berlin, CityLAB Berlin
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3 Kommentare
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Die Anlage gleich neben dem taz-Gebäude ist ja eigentlich hübsch! Schade, wenn die Bäume gefällt werden müssen … und wohl alle, nicht nur 25! Die Risiken um die Rosskastanie müssten bekannt gewesen sein, von daher ein Fehler, diese überhaupt oder jedenfalls als Monokultur angepflanzt zu haben. Und nach Mitteilung des Bezirks wird eine Neuanpflanzung frühestens 2027 erfolgen, weil das Personal fehlt.
Kann man das Anpflanzen nicht ehrenamtlich mit dem Kiez organisieren? Die Nachbarn und viele der tazlerInnen werden doch bestimmt auch Freude daran haben, sich an der Parkpflege zu beteiligen <3
Mit einem weinenden Auge schaue ich in den (jetzt noch) wunderschönen, grünen Park. Die Idee: „wir im Kiez pflanzen neue Bäume“ unterstütze ich gerne. Lasst uns organisieren, Taz, Frizz23, Metropolenhaus, ibeb…