Im Rollbergkiez in Berlin-Neukölln soll ein ehemaliges Getränkelager der Kindl-Brauerei zu einem Ort für soziale, kulturelle und gewerbliche Nutzungen werden. Die Genossenschaft Vollgut eG hat nun die Baugenehmigung für den Umbau der Halle erhalten. Damit kann das Projekt nach mehreren Jahren Vorbereitung in die Bauphase übergehen.

Visualisierung Vollgut-Areal, Ansicht vom Hof zur Halle

Bis 2030 soll sich das ehemalige Getränkelager der Kindl-Brauerei zu einem belebten Kiezzentrum mit Räumen für Kultur, Gemeinschaft und Gewerbe entwickeln. Die ersten Mieterinnen und Mieter sollen bereits ab 2028 einziehen. / © Visualisierung: Atelier Buba

© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT

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Im Rollbergkiez in Berlin-Neukölln plant die Genossenschaft Vollgut eG die Umnutzung eines früheren Getränkelagers der Kindl-Brauerei. Auf rund 40.000 Quadratmetern soll ein neuer Ort für soziale Einrichtungen, kulturelle Initiativen und kreative Betriebe entstehen. Das Gelände, das früher zur Brauerei gehörte und lange als Lager für Getränke genutzt wurde, wird damit Teil eines umfassenden Transformationsprojekts, bei dem die bestehende industrielle Bausubstanz erhalten und weiterentwickelt wird.

Ein wichtiger Schritt für das Vorhaben erfolgte bereits mit der Vergabe eines 99-jährigen Erbbaurechts durch die Stiftung Edith Maryon. Die Stiftung verfolgt das Ziel, Grundstücke dauerhaft der Spekulation zu entziehen und sie für gemeinschaftliche Nutzungen zu sichern.

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Übergabe der Baugenehmigung im Rollbergkiez in Neukölln: Genossenschaft startet nächste Projektphase

Nun hat das Projekt einen weiteren wichtigen Meilenstein erreicht. Die Vollgut eG hat die Baugenehmigung für den Umbau der Halle erhalten. Bezirksstadtrat Jochen Biedermann (Bündnis 90/DIE GRÜNEN) übergab die Genehmigung an die Genossenschaft. Er bezeichnete die Übergabe als Meilenstein, betonte jedoch zugleich den langen und arbeitsintensiven Weg bis zu diesem Punkt. Die Genehmigung sei das Ergebnis eines komplexen Verfahrens gewesen.

Übergabe der Baugenehmigung

Mit der heutigen Übergabe der Baugenehmigung startet das Vollgut-Projekt im Neuköllner Rollbergkiez in die Bauphase. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Die Genossenschaft hat nach eigenen Angaben mehr als 50 Millionen Euro für das Projekt gesammelt. Mit der stehenden Finanzierung und der Genehmigung beginnt nun die nächste Phase des Vorhabens. Bis 2027 sollen die eigentlichen Baumaßnahmen zur Sanierung der Hallen und baulichen Ertüchtigung stattfinden. Für das Jahr 2028 ist schließlich die schrittweise Übergabe des veredelten Rohbaus an die zukünftigen Nutzer geplant.

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Planung und Umbau der ehemaligen Kindl-Lagerhallen in Neukölln: Sanierung im Bestand bis 2028

Die Vollgut-Genossenschaft gründete sich im Jahr 2023 und arbeitet seitdem an der Vorbereitung des Projekts. Ein internes Projektentwicklungs- und Projektsteuerungsteam der Genossenschaft verantwortet Planung, Sanierung und Umsetzung. Dieses Team hat bereits unter dem Namen TRNSFRM eG zwei benachbarte Projekte auf dem Gelände der ehemaligen Kindl-Brauerei umgesetzt.

Blick in eine Halle

Die industrielle Bestandsstruktur soll erhalten und in den kommenden Jahren schrittweise für neue soziale, kulturelle und gewerbliche Nutzungen umgebaut werden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Der Umbau konzentriert sich bewusst auf den Erhalt der bestehenden Bausubstanz. Statt eines großflächigen Abrisses planen die Verantwortlichen eine möglichst ressourcenschonende Transformation des Gebäudes. Allerdings bringt die massive Industriearchitektur einige Herausforderungen mit sich. Die Gebäude besitzen schwere Betondecken, nur begrenzte Belichtung und eingeschränkte Fluchtwege.

Nutzungskonzept und Stadtentwicklung im Rollbergkiez in Neukölln: Gemeinwohlorientiertes Projekt mit vielfältigen Nutzungen

Nach der Fertigstellung sollen zahlreiche Einrichtungen in das Vollgut-Areal einziehen. Geplant sind unter anderem eine Kita, eine Filmschule, eine koreanische Markthalle sowie Werkstätten für humanitäre Arbeit. Außerdem sollen eine Boulderhalle und mehrere queere Archive Räume auf dem Gelände erhalten. Auch die Flächen des SchwuZ sollen weiterhin als Ort für Gemeinschaft und Clubkultur erhalten bleiben, derzeit wird jedoch noch ein Nachmieter gesucht.

Die zukünftigen Nutzerinnen und Nutzer werden Mitglieder der Genossenschaft und verwalten ihre Räume gemeinschaftlich. Anstelle klassischer Gewerbemieten zahlen sie Beiträge, die auf langfristige Stabilität ausgerichtet sind. Ziel ist es, auch Projekten mit sozialem oder kulturellem Schwerpunkt dauerhaft bezahlbare Räume zu ermöglichen.

Übersicht über die geplante Umnutzung

Darstellung der geplanten Umnutzung der Vollgut-Halle in Berlin-Neukölln. Das Projekt sieht zahlreiche Nutzungseinheiten, gemeinschaftliche Flächen und Innenhöfe vor, die bis 2028 schrittweise entstehen sollen. / © Vollgut eG

Quellen: Vollgut, BauNetz Wissen, Deutschlandfunk, architektur-urbanistik.berlin, Bündnisses junger Genossenschaften

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