An der Rathenower Straße in Moabit entsteht derzeit ein neues Wohnquartier der landeseigenen WBM. Das Projekt umfasst 108 Wohnungen, soziale Einrichtungen und einen öffentlichen Stadtplatz. Der Baufortschritt ist inzwischen sichtbar, doch bis zur Fertigstellung im Jahr 2027 bleibt noch einiges zu tun.

Visualisierung des geplanten Quartiers an der Rathenower Straße: barrierefreie Wohnungen, Gewerbeflächen und ein öffentlicher Stadtplatz sollen bis 2027 entstehen. / © Visualisierung: CKRS Architektengesellschaft mbH
© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT
Auf dem Gelände eines ehemaligen Kinder- und Jugendwohnheims entwickelt die WBM ein Wohnprojekt, das den Stadtteil Moabit um 108 Mietwohnungen bereichern soll. Von diesen Wohnungen werden 91 öffentlich gefördert und damit vor allem Haushalten mit Wohnberechtigungsschein zugutekommen. Ergänzt wird das Projekt durch Flächen für soziale Einrichtungen, kulturelle Angebote und einen Stadtplatz, der den angrenzenden Fritz-Schloß-Park mit dem Quartier verbindet.
Inzwischen sind die ersten Gebäudeteile erkennbar, womit sich der Baufortschritt klar abzeichnet. Mit der Grundsteinlegung im Mai 2025 wurde ein symbolischer Meilenstein erreicht, der den bisherigen Prozess offiziell markierte. Mittlerweile ist das Erdgeschoss im Rohbau zu erkennen, jedoch fehlen noch einige Etagen. Bis Anfang 2027 sollen alle Bauarbeiten abgeschlossen sein, sodass die ersten Bewohnerinnen und Bewohner einziehen können.
Wohnungen mit sozialem Anspruch in Moabit: Bezahlbarkeit und Barrierefreiheit im Fokus
Die Mieten der öffentlich geförderten Einheiten beginnen bei sieben Euro pro Quadratmeter, wodurch das Projekt gezielt auf bezahlbares Wohnen ausgerichtet ist. Ein besonderer Schwerpunkt liegt zudem auf der Barrierefreiheit, da ein Großteil der Wohnungen barrierefrei gestaltet wird. Vier Wohnungen entstehen dabei rollstuhlgerecht, was den Anspruch des Projekts auf Inklusion unterstreichen soll.
Darüber hinaus sind sogenannte Clusterwohnungen vorgesehen, die sich flexibel an unterschiedliche Lebenssituationen anpassen lassen. Diese Wohnformen eignen sich sowohl für Familien als auch für Wohngemeinschaften oder Mehrgenerationenhaushalte. Sie ermöglichen durch modulare Strukturen eine variable Nutzung, die sich an die Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner anpassen lässt.
Öffentliche Räume für das Quartier: Stadtplatz und Spielplatz schaffen Begegnung
Ein zentrales Element des Projekts ist der geplante Stadtplatz, der als Schnittstelle zwischen Quartier und Fritz-Schloß-Park fungiert. Dort sollen ein Nachbarschaftstreff und ein Café entstehen, die nicht nur den Anwohnenden, sondern auch der Nachbarschaft zur Verfügung stehen. Zudem wird ein öffentlicher Spielplatz Teil des Areals sein und die Aufenthaltsqualität im Quartier erhöhen.
Die Wohngebäude selbst erhalten ihre Eingänge in einem innenliegenden Hof, der privat genutzt wird. Gewerbeeinheiten im Erdgeschoss werden hingegen über den Straßenraum erschlossen, sodass eine klare Trennung von öffentlichem und privatem Raum entsteht. Diese Struktur soll zugleich Sicherheit und Offenheit fördern und damit eine lebendige Nachbarschaft ermöglichen.
Nachhaltigkeit im WBM Projekt an der Rathenower Straße: Quartier mit ökologischem und sozialem Anspruch
Das Projekt wurde in enger Abstimmung mit Anwohnerinnen, Verwaltung und lokalen Trägern entwickelt. Seit 2019 fanden mehrere Beteiligungsveranstaltungen statt, deren Ergebnisse in den Bebauungsplan eingeflossen sind. Dadurch wird deutlich, dass die WBM das Quartier nicht nur als Bauprojekt, sondern als gemeinschaftliche Entwicklung versteht.
Auch ökologische Aspekte spielen eine Rolle. Geplante Maßnahmen sind begrünte Dächer, Regenwassermanagement und neue Bäume, die das Mikroklima verbessern sollen. Diese Ansätze tragen dazu bei, das Quartier klimaresilient zu gestalten. Ersatzpflanzungen für entfernte Gehölze sind nach Abschluss der Bauarbeiten vorgesehen, sodass ökologische Rückzugsräume erhalten bleiben.
Neuer Wohnraum für Moabit: Fertigstellung bis Anfang 2027 vorgesehen
Die Fertigstellung des Quartiers ist für Anfang 2027 geplant. Mit seinen 108 Wohnungen, den sozialen Einrichtungen und den öffentlichen Freiräumen soll es nicht nur neuen Wohnraum schaffen, sondern auch zur sozialen Infrastruktur des Stadtteils beitragen. Die WBM will damit zeigen, dass bezahlbarer Wohnraum und nachhaltige Planung vereinbar sind.

Die Rückbauarbeiten des Bestandsgebäudes sind abgeschlossen. Durch den Abriss entsteht künftig ein direkter Zugang zum Fritz-Schloß-Park, der das neue Quartier mit der Grünanlage verbinden wird. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Blick auf die Rohbauarbeiten an der Rathenower Straße in Moabit, wo die WBM bis 2027 ein neues Wohnquartier mit 108 Wohnungen realisieren will. Die unterste Etage ist im Rohbau klar erkennbar. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Quellen: CKRS Architekten, WBM, Bezirksamt Mitte, Senatsverwaltung für Finanzen, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Berliner Woche
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