Das Meerespark-Projekt „Ocean Berlin“ feiert Richtfest und gibt erstmals detaillierte Einblicke in Technik, Architektur und Bildungsanspruch. Der entstehende Meerespark an der Rummelsburger Bucht in Berlin-Lichtenberg bleibt ein Projekt mit stadtgesellschaftlicher Bedeutung – und kontroversen Diskussionen rund um das Vorhaben.

Der Meerespark entsteht direkt am Wasser der Rummelsburger Bucht und prägt bereits das Umfeld. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT
Am 14. November 2025 wurde am Ufer der Rummelsburger Bucht das Richtfest für „Ocean Berlin“ gefeiert. Der Rohbau steht, das Mauerwerk wurde in diesem Jahr fertiggestellt und bildet nun die äußere Hülle um die zentralen Becken. Bereits im Oktober waren deutliche Fortschritte sichtbar gewesen. Nun konzentrieren sich die Arbeiten auf den Innenausbau sowie auf technische Installationen.
Die Verantwortlichen zeigten sich laut Projektteam zufrieden mit dem Zeitplan. Die Fertigstellung des Gebäudes ist weiterhin für April 2026 vorgesehen. Die Eingewöhnungsphase der Fische und Korallen wird jedoch bis ins vierte Quartal dauern. Erst danach soll die offizielle Eröffnung erfolgen.
Richtfest für „Ocean Berlin“: Eröffnung soll Ende 2026 erfolgen
Das erklärte Ziel für 2025 ist laut Bauleiter und Architekt Stefan Golmitz, die Fassade zu schließen und das Dach fertigzustellen. Er erläuterte, dass über der geplanten „Caribbean Lagune“ ein ETFE- Dach, ein sogenanntes Luftkissendach, installiert wird. Die dafür notwendigen Rohkonstruktionen sollen noch in diesem Jahr errichtet werden. Wenn alles nach Plan verläuft, sollen die Rolltreppen bis Jahresende eingebaut werden.
Besonders sichtbar ist inzwischen das größte der künftigen Becken. Es wird eine Höhe von rund elf Metern erreichen, die Wassersäule soll etwa acht Meter betragen. Zudem ist der begehbare Tunnel, der einen großzügigen Blick auf das Hauptbecken bieten soll, bereits im Rohbau erkennbar.
„Ocean Berlin“: Acrylglas, Sicherheit und internationale Standards
Die Acrylscheiben, die den hohen Wasserdruck aushalten müssen, besitzen unterschiedliche Stärken. Während die meisten Scheiben rund sechzehn Zentimeter dick sind, wurden für das Hauptbecken bis zu siebenunddreißig Zentimeter starke Paneele verbaut. Das Acrylglas wurde bereits während des Rohbaus eingebaut.
Golmitz betonte, dass alle verbauten Elemente vorab geprüft wurden und zusätzlich einer Zulassung im Einzelfall unterliegen. Bevor Wasser in die Becken gelangt, wird das Acrylglas erneut umfassend überprüft, um Vorfälle wie beim Aquadom in Berlin-Mitte auszuschließen. Eine regelmäßige Wartung im Zweijahresrhythmus soll die langfristige Sicherheit gewährleisten.
Meerespark in Lichtenberg: Wasseraufbereitung mit Berliner Stadtwasser
Ein zentraler Bestandteil des technischen Konzepts ist die Wasseraufbereitung. Da kein Meer in der Nähe liegt, werden die Becken später mit Berliner Stadtwasser befüllt. Dieses wird rund um die Uhr über UV-Filter, Osmoseanlagen und weitere Filter gereinigt und anschließend wieder in die Becken eingespeist. Das „Lifesaving System“ soll stabile Bedingungen für Tiere und Pflanzen ermöglichen.
„Ocean Berlin“ soll nach Angaben der Betreiber über vierhundert Arten beherbergen, darunter zahlreiche Korallen. Neben dem großen Hauptbecken entsteht ein Bereich mit 40 kleineren Becken, die unterschiedliche Lebensräume und ökologische Beziehungen darstellen sollen. Ergänzend ist ein Meeresmuseum geplant, das zusammen mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern entwickelt wurde und besonders auf Bildungsarbeit setzt.
Bildungsprogramme bereits vor der Eröffnung des „Ocean Berlin“ aktiv
Dr. Lisa Marie Braun, Meeresbiologin und Leiterin des Bildungsprogramms „MeerWissen“ , hat bereits vor der Fertigstellung des Gebäudes mit ersten pädagogischen Angeboten begonnen. Sie besucht Kitas und Schulen und informiert dort über Meereswissenschaften. Nach der Eröffnung sollen Workshops, Vorträge und Beteiligungsformate die Bildungsarbeit am Standort erweitern. Die Verantwortlichen des umstrittenen Bauvorhabens betonen, dass „Ocean Berlin“ nicht nur eine Freizeitattraktion, sondern ein Lern und Forschungsort sein soll.
Auch Gründer Benjamin Kahn hob beim Richtfest hervor, dass „Ocean Berlin“ einen klaren Bildungsauftrag erfüllen soll. Das Aquarium solle helfen, ein Verständnis für Meeresleben zu entwickeln, um dadurch langfristig den Schutz realer Ozeane zu stärken.
Hotel an der Mole, Fassadenelemente ab Anfang 2026
Zum Gesamtprojekt gehört außerdem ein Hotel, das unabhängig von Coral World betrieben werden soll. Es entsteht straßenseitig an der Mole, während das Aquarium selbst näher am Ufer liegt. Anfang des kommenden Jahres sollen die Vorhangfassaden geliefert werden, die die Außenansicht des Gebäudes prägen werden.
Ob „Ocean Berlin“ das Spannungsfeld zwischen touristischer Nutzung, städtebaulichem Anspruch und ökologischen Erwartungen ausgleichen kann, bleibt abzuwarten. Mit dem Richtfest ist ein weiterer signifikanter Meilenstein erreicht, der die künftige Dimension des Projekts deutlicher als zuvor vor Ort sichtbar macht.

Blick in das Hauptbecken: In die riesige Anlage sollen künftig rund 7,5 Millionen Liter Wasser fließen und einen Lebensraum für zahlreiche Arten schaffen, die sonst in den Ozeanen beheimatet sind. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Darüber hinaus sind 40 weitere Großbecken und kleine Becken vorgesehen. Insgesamt sollen über 400 Arten, inklusive Korallen, künftig im Meerespark leben. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Derzeit bestimmen vor allem die Arbeiten im Inneren der ersten Etage das Bild des entstehenden Gebäudes. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Besucherinnen und Besucher können das Hauptbecken nicht nur im Tunnel, sondern auch durch breite Sichtfenster beobachten. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Quellen: Ocean Berlin, Berliner Morgenpost
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2 Kommentare
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„Ein Obdachlosencamp musste für den Bau geräumt werden. Dazu ein Technoclub und zwei Wagenplätze weichen. Kritiker fürchteten, dass den Berlinerinnen und Berlinern ein Stück urbaner Freiraum genommen und stattdessen ein Touristen-Hotspot geschaffen wird.“
„Mit der Eröffnung eines Standortes in Berlin wolle er einen weiteren Beitrag zum Schutz der Meere leisten, erklärte er. Das Aquarium soll demnach nicht nur ein Zoo mit Fischen, sondern „ein einzigartiger Ort zum Lernen“ sein. Ziel sei es, ein Bewusstsein für die Schutzwürdigkeit der Meere zu schaffen, erklärte Khan. Er verwies auf das bereits gestartete Bildungsprogramm von Ocean Berlin, mit dem an Kitas und Schulen Wissen über das Ökosystem vermittelt werden soll.“ https://www.morgenpost.de/bezirke/lichtenberg/article410461643/ocean-berlin-feiert-richtfest-proteste-angekuendigt.html
Ich kenne den Ort oder Club nicht aber finde dafür hätte es einen Ersatzort geben sollen, weil schon so gerade viel geschloßen hat. Das ist ein klarer Fehler, allerdings werte ich das Vorhaben anhand der Ziele als wichtig genug um hier die Räumungen zu rechtfertigen.
Der Club Rummelsbucht war ganz nett aber auch der entwickelte sich wie die meisten bekannten Clubs in Berlin zu nichts anderes als ein Magnet für eine begrenzte elitäre Gruppe von Partytouristen und Partygängern.
Das Aquarium ist wenigstens etwas für die Allgemeinheit und entlastet dazu noch das mehr als ausgelastete Aquarium am Zoo.
Dieses Obdachlosencamp war ein Zeltlager von Bettlerbanden aus Osteuropa und hat die gesamte Gegend verwahrlost. Es erinnerte ein bisschen an das Gypsycamp aus dem Film Snatch nur deutlich schlimmer und nich so „cool“ wie im Film. Ein ähnliches Lager gab es auch eine zeitlang auf der ehemaligen Brache an der Cuvry-Straße in Kreuzberg bis sie bebaut wurde. Am Ende waren es die Vorstufe von Slums und es ist richtig dass sie geräumt wurden.