Direkt am Berliner Hauptbahnhof entsteht mit dem Anna-Lindh-Haus ein weiterer Neubau der Europacity. Das Bürogebäude setzt auf Holzhybridbauweise, einen CO₂-neutralen Betrieb und anspruchsvolle Bauprozesse über bestehender Verkehrsinfrastruktur.

So soll das Anna-Lindh-Haus in Berlin-Mitte einmal aussehen: Gestalterisch und konstruktiv setzt es auf eine nachhaltige Holzhybridbauweise als zentrales Element. / © Visualisierung: CA Immo
© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT
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Am Europaplatz direkt neben dem Berliner Hauptbahnhof entsteht derzeit das Anna-Lindh-Haus. Mit dem Neubau setzt das Unternehmen CA Immo einen weiteren Baustein innerhalb der seit Jahren wachsenden Europacity Berlin um. Das Projekt soll nicht nur funktional überzeugen, sondern zugleich als Beispiel für nachhaltiges Bauen dienen.
Mit der Umsetzung des Rohbaus wurde das Bauunternehmen WOLFF & MÜLLER beauftragt. Die Arbeiten sollen im Laufe des Jahres 2026 abgeschlossen sein. Schon jetzt lässt sich die Größe des Projekts gut ablesen: Unmittelbar neben dem KPMG-Gebäude ist der Baukörper sichtbar in die Höhe gewachsen.
Holzhybridbauweise als zentrales Nachhaltigkeitselement: Anna-Lindh-Haus in Berlin-Mitte
Konstruktiv setzt das Anna-Lindh-Haus auf eine Holzhybridbauweise. Während Untergeschosse und Gebäudekerne in Stahlbeton ausgeführt werden, kommen bei Stützen und Trägern überwiegend Holzelemente zum Einsatz. Ergänzt wird dies durch Holzverbunddecken. Durch diese Materialwahl sollen die CO₂-Emissionen während der Bauphase im Vergleich zu konventionellen Bauweisen um etwa ein Drittel reduziert werden.
Auch im späteren Betrieb ist ein konsequent nachhaltiger Ansatz vorgesehen. Das Gebäude wird vollständig ohne fossile Energieträger auskommen und ausschließlich elektrisch betrieben. Ziel ist ein CO₂-neutraler Betrieb bei gleichzeitig deutlich geringerem Energieverbrauch als gesetzlich vorgeschrieben.
U- und S-Bahn-Tunnel: Komplexes Bauen über bestehender Infrastruktur
Die Lage des Neubaus stellt hohe Anforderungen an Planung und Ausführung. Unter dem Grundstück verlaufen mehrere Tunnel von U- und S-Bahn, was eine besonders präzise Abstimmung aller Bauabläufe erforderlich macht. Erschütterungen müssen vermieden werden, gleichzeitig darf die bestehende Verkehrsinfrastruktur in keiner Weise beeinträchtigt werden.
Hinzu kommt die technisch anspruchsvolle Schnittstelle zwischen Holz- und Stahlbetonkonstruktion. Um die Vielzahl an Gewerken und Abhängigkeiten effizient zu koordinieren, setzen die Projektbeteiligten auf Lean-Construction-Methoden. Diese sollen helfen, Arbeitsabläufe klar zu strukturieren, Risiken zu minimieren und Verzögerungen im Bauprozess zu vermeiden.
Anna-Lindh-Haus: Bürohaus mit europäischem Erinnerungsbezug
Der Entwurf für das Anna-Lindh-Haus stammt vom dänischen Architekturbüro Dorte Mandrup. Geplant sind rund 15.000 Quadratmeter Bürofläche, ergänzt durch eine großzügige Lobby mit Café sowie etwa 800 Quadratmeter Dachterrassen. Flexible Grundrisse sollen unterschiedliche Arbeitsmodelle ermöglichen und auf veränderte Anforderungen moderner Bürokonzepte reagieren.
Namensgeberin des Gebäudes ist die schwedische Politikerin Anna Lindh, die 2003 einem Attentat zum Opfer fiel. Mit der Benennung soll an ihr Engagement für ein vereintes und friedliches Europa erinnert werden. In Berlin trägt bereits eine Grundschule ihren Namen.
Neubau am Berliner Hauptbahnhof: Weiterer Baustein für die Entwicklung der Europacity
Parallel zum Anna-Lindh-Haus realisiert CA Immo ein weiteres Großprojekt im Quartier. Am Nordhafen entsteht seit 2021 das Hochhausensemble „Upbeat Berlin“ in Zusammenarbeit mit der Deutschen Kreditbank. Mit einer Höhe von 85 Metern und rund 35.000 Quadratmetern Mietfläche setzt das Gebäude einen markanten Akzent im nördlichen Bereich der Europacity.
Der Neubau des Anna-Lindh-Hauses ist Teil der umfassenden Neugestaltung des Europaplatzes. In den kommenden Jahren soll der Bereich stärker mit der Europacity verknüpft werden. Ziel ist es, am Hauptbahnhof ein neues städtebauliches Bindeglied zu schaffen, das Arbeitswelten, Verkehrsinfrastruktur und öffentliche Räume enger miteinander verbindet.

Europacity Berlin: Die Bauarbeiten am Anna-Lindh-Haus schreiten sichtlich voran. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Quellen: CA Immo, Wolff & Müller, Deutsche Baumeister & Architekten, Buro Happold, Dorte Mandrup Architects, Rehwaldt Landschaftsarchitekten, Aukett & Heese, Berliner Morgenpost, Architektur Urbanistik Berlin
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