Hochhäuser, Life-Science-Campus, Wohnquartiere und neue Arbeitswelten: Rund um den Nordhafen in Berlin-Mitte entsteht derzeit mit hohem Tempo ein völlig neues Stadtbild. Zahlreiche Großprojekte stehen kurz vor der Fertigstellung oder befinden sich mitten im Bau.
„Nordhafen Living & Office“
„Upbeat“
„Riverside Labs“
„Port One Berlin“
„BERLIN DECKS“
S-Bahnhof Perleberger Brücke
„SELLERSIEBZEHN“
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
Am Nordhafen in Berlin-Mitte, in den Ortsteilen Moabit und Wedding, verdichten sich derzeit Wohnen, Büros, Forschung und Infrastruktur auf engem Raum. Zwischen Heidestraße, Friedrich-Krause-Ufer, Sellerstraße und Bayer-Campus entsteht ein neues Stadtbild, welches das Spreeufer und angrenzende Areale neu definiert. Der Überblick zeigt die wichtigsten Projekte, ihre Flächen, Nutzungen und Zeitpläne.
„Nordhafen Living & Office“: Wohnen und Arbeiten direkt am Wasser

Die Visualisierung zeigt „Nordhafen Living“ als Neubau in der Europacity mit Wohnungen, Büroflächen und öffentlichem Raum entlang der Straßenfront. / © Visualisierung: JTRE / PR
- Adresse: Heidestraße 29–30, 10557 Berlin
- Entwickler: JTRE Germany GmbH
- Wohnen: rund 150 Mietwohnungen
- Weitere Nutzung: Büro, Retail, Gastronomie
- Fertigstellung: Frühjahr 2027 geplant
Mit „Nordhafen Living & Office“ entsteht in der Europacity ein gemischt genutztes Quartier direkt am Nordhafen. Auf rund 33.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche entwickelt die JTRE Germany GmbH einen Gebäudekomplex mit etwa 150 Mietwohnungen, rund 7.500 Quadratmetern Bürofläche sowie Flächen für Einzelhandel und Gastronomie im Erdgeschoss.
Der Entwurf stammt von gmp Architekten und kombiniert einen klassischen Blockrand mit einem markanten Hochpunkt. Begrünte Innenhöfe, Dachterrassen, Spielbereiche und öffentliche Nutzungen sollen das Quartier stärker beleben und Wohnen, Arbeiten und Freizeit an einem Standort zusammenführen. Die Fertigstellung ist für das Frühjahr 2027 vorgesehen.
„Upbeat“: Hochpunkt für die neue Skyline am Nordhafen

Das Bürohochhaus „Upbeat“ ist eines der markantesten Neubauprojekte am Nordhafen. Mit rund 82 Metern Höhe prägt das Gebäude künftig den nördlichen Eingang der Europacity und die neue Skyline des Quartiers. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
- Adresse: Perleberger Straße/Heidestraße, 10557 Berlin
- Entwickler: CA Immo
- Architekten: Kleihues + Kleihues
- Höhe: rund 82 Meter
- Hauptmieter: Deutsche Kreditbank AG
- Bezug: 2026 geplant
Mit dem Bürohochhaus „Upbeat“ nähert sich eines der markantesten Bauprojekte am Nordhafen seiner Fertigstellung. Der Entwurf von Kleihues + Kleihues besteht aus drei geschwungenen Gebäudeteilen mit fünf, elf und 19 Geschossen und erreicht eine Höhe von rund 82 Metern. Insgesamt entstehen etwa 34.850 Quadratmeter Mietfläche.
Als Solitär markiert das Gebäude künftig den nördlichen Eingang der Europacity. Anfang 2026 war die Fassade nahezu fertiggestellt, die Baukräne bereits zurückgebaut und der Schwerpunkt der Arbeiten verlagerte sich auf den Innenausbau. Die Fertigstellung und der Bezug sind für Sommer 2026 vorgesehen.
„Riverside Labs“: Forschungscampus am Nordhafen

Die Visualisierung zeigt das künftige „Berlin Center for Gene and Cell Therapies“ am Nordhafen. Der Forschungsstandort von Charité und Bayer wird Teil der „Riverside Labs“ und soll die Entwicklung innovativer Gen- und Zelltherapien beschleunigen. / © Visualisierung: HENN
- Standort: Müllerstraße 178, 13353 Berlin
- Entwickler: iQ spaces und UBS Asset Management
- Investition: rund 200 Millionen Euro
- Nutzung: Life Sciences, Labore, Produktion, Start-ups
- Fertigstellung: Anfang 2028 geplant
Mit den „Riverside Labs“ entsteht am Nordhafen eines der größten Life-Science-Projekte Deutschlands. Das rund 200 Millionen Euro teure Vorhaben entwickelt iQ spaces gemeinsam mit UBS Asset Management auf dem Bayer-Campus im Berliner Health Innovation Quarter.
Das zehnstöckige Gebäude umfasst rund 20.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche und vereint Forschung, Entwicklung und Produktion unter einem Dach. Die Fertigstellung ist für Anfang 2028 geplant. Bereits heute sind rund 80 Prozent der Flächen langfristig vergeben. Zu den ersten Nutzern gehören das Bayer Co.Lab sowie das Berlin Center for Gene and Cell Therapies, eine gemeinsame Initiative von Bayer, der Charité und dem Berlin Institute of Health (BIH).
„Port One Berlin“: Bürokomplex am Friedrich-Krause-Ufer

Die Visualisierung zeigt das „Port One Berlin“ am Nordhafen. Der Neubau soll ab 2026 den nördlichen Eingang der Europacity prägen und zählt zu den markantesten Projekten des aktuellen Baubooms. / © Visualisierung: Optima-Aegidius-Firmengruppe/Eve Images
- Adresse: Friedrich-Krause-Ufer 38
- Bauherr: M-Port Optima Office Center GmbH
- Architekten: Nöfer Architekten
- Höhe: bis 55 Meter
- Fertigstellung: 2027 geplant
Mit „Port One Berlin“ entsteht am Friedrich-Krause-Ufer ein markanter Büro- und Gewerbekomplex, der den nördlichen Eingang der Europacity prägen soll. Das Ensemble umfasst rund 32.700 Quadratmeter Mietfläche auf 14 Geschossen und erreicht mit seinem Hochpunkt eine Höhe von 55 Metern.
Der Entwurf von Nöfer Architekten verbindet einen massiven Sockel mit Rundbogenfenstern und einer hellen Natursteinfassade mit großzügigen Glasflächen. Neben modernen Büroflächen entstehen unter anderem eine Kindertagesstätte, Gastronomie, ein öffentlich zugängliches Café, Gemeinschaftsbereiche sowie flexibel nutzbare Flächen für Innovation und Kreativwirtschaft. Die Fertigstellung ist für 2027 vorgesehen.
„BERLIN DECKS“: Gewerbecampus mit Industriegeschichte

Der Gewerbecampus „BERLIN DECKS“ entsteht am Friedrich-Krause-Ufer in Berlin-Mitte. Das Projekt verbindet historische Industriearchitektur mit modernen Neubauten und zählt zu den größten Entwicklungen im Bauboom am Nordhafen. / © Visualisierung: BEOS AG
- Standort: Friedrich-Krause-Ufer 17
- Entwickler: BEOS AG
- Gebäude: sanierter Backsteinbau plus vier Neubauten
- Fertigstellung: bis 2027 geplant
Mit „BERLIN DECKS“ entwickelt die BEOS AG am Friedrich-Krause-Ufer einen modernen Gewerbecampus, der historische Industriearchitektur mit nachhaltigen Neubauten verbindet. Herzstück des Ensembles ist ein denkmalprägender Backsteinbau aus der Gründerzeit, der saniert und durch vier Neubauten in Holz-Hybridbauweise ergänzt wird.
Insgesamt entstehen rund 48.000 Quadratmeter Mietfläche für Büros, Labore, Werkstätten, Showrooms sowie Flächen für Bildung, Kultur und Freizeit. Der Campus soll bis 2027 fertiggestellt werden und richtet sich an Unternehmen aus den Bereichen Technologie, Life Sciences, Forschung und Produktion.
S-Bahnhof Perleberger Brücke: Wichtige Perspektive für den Nordhafen

Die S15 fährt seit Juni 2026 über die neue Strecke der S21. Ein Halt am geplanten S-Bahnhof Perleberger Brücke fehlt jedoch weiterhin. / © Foto: Deutsche Bahn AG / Dominic Dupont
- Lage: Perleberger Brücke / Heidestraße
- Prognose: rund 27.000 Fahrgäste pro Werktag
- Kostenstand 2023: mehr als 103 Millionen Euro
- Mögliche Eröffnung: etwa 2035
Der geplante S-Bahnhof Perleberger Brücke soll das wachsende Quartier rund um die Europacity und den Nordhafen künftig besser an das Berliner S-Bahn-Netz anbinden. Obwohl die neue S15 seit Juni 2026 zwischen Hauptbahnhof, Wedding und Gesundbrunnen verkehrt, hält sie an dieser Stelle bislang nicht.
Nach aktuellem Stand könnte die Station allerdings erst Mitte der 2030er Jahre eröffnet werden. Bereits 2023 wurden die Baukosten auf mehr als 103 Millionen Euro geschätzt. Täglich sollen später rund 27.000 Fahrgäste den Bahnhof nutzen, der als wichtiger Baustein für die Erschließung des Quartiers gilt.
„SELLERSIEBZEHN“: Fertiggestellter Bürostandort an der Sellerstraße

Mit „SELLERSIEBZEHN“ ist an der Sellerstraße in Berlin-Wedding ein moderner Bürostandort entstanden. Der Neubau zählt zu den ersten fertiggestellten Projekten des Baubooms rund um den Nordhafen. / © Foto: Sellerstr. 17 GmbH & Co. KG
- Adresse: Sellerstraße 17
- Entwickler: PORR und UBM Development
- Architektur: gfb Alvarez & Associates
- Innenarchitektur: Kinzo
- Fläche: rund 32.370 Quadratmeter Bruttogeschossfläche
- Nutzung: Büros, Coworking, Gastronomie, Fitness, Services
Mit „SELLERSIEBZEHN“ ist an der Sellerstraße 17 ein moderner Bürostandort gerade fertig geworden, der den Wandel des Quartiers nördlich des Hauptbahnhofs sichtbar macht. Der Neubau von PORR und UBM Development verbindet die industrielle Geschichte des Standorts mit einer klaren, zeitgemäßen Architektur.
Das Ensemble besteht aus einem viergeschossigen Sockelbau mit zwei unterschiedlich hohen Türmen und bietet rund 23.150 Quadratmeter flexibel nutzbare Büroflächen. Dank der zentralen Lage nahe Europacity, Hauptbahnhof und Regierungsviertel richtet sich das Gebäude an Unternehmen, die moderne Arbeitswelten mit guter Erreichbarkeit verbinden möchten.
Bauboom am Nordhafen verändert ein ganzes Stadtquartier
Der Nordhafen gehört derzeit zu den größten Entwicklungsgebieten Berlins. Während in den vergangenen Jahren vor allem die Europacity gewachsen ist, entstehen inzwischen auch auf den angrenzenden Flächen in Moabit und Wedding neue Wohnhäuser, Bürogebäude, Forschungsstandorte und Gewerbecampus.
Viele der Vorhaben sollen bis 2027 oder 2028 abgeschlossen sein. Gleichzeitig zeigt der geplante S-Bahnhof Perleberger Brücke, dass auch die Verkehrsinfrastruktur mit dem Wachstum Schritt halten muss.
Quellen: CA Immo, JTRE Germany, iQ spaces, Charité, BIH, Nöfer Architekten, Port One Berlin, BEOS AG, Deutsche Bahn, Senatsverwaltung Berlin
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War ja klar, dass Berlin zu blöd ist, die S-Bahn Station Perleberger Brücke einigermaßen zeitgleich mit der Fertigstellung der nördlichen Europa City zu eröffnen. Stattdessen wurde bis zuletzt immer wieder diskutiert, ob die Station nicht doch verzichtbar sei. Dummheit und Unfähigkeit ist das einzige, worauf man sich bei den Entscheidungsträgern in Berlin verlassen kann.
Dabei ist die Ankündigung einer S-Bahn Station Perleberger Brücke schon mindestens zwei Jahrzehnte alt, mittlerweile ist die EuropaCity fast komplett fertig, aber der ÖPNV Anschluss für den nördlichen Teil kommt frühestens erst in zehn Jahren… Wie ist so viel Versagen in der Stadtplanung und in der Politik nur möglich?
Man versteht es einfach nicht!
Ich habe bis 2018 im östlichen Stephankiez gewohnt, und ein besserer ÖPNV Anschluss wäre damals schon wünschenswert gewesen – jedenfalls für Leute, die keine Lust haben, mit dem assi BVG Bus durch den Berliner Strassenverkehr zu fahren.