Die Arbeiten an vier Brücken und mehreren Bahnsteigen in Volksdorf werden pünktlich abgeschlossen. Ab dem 1. Dezember fährt die U1 wieder durchgehend bis zum Hauptbahnhof. Restarbeiten sollen im laufenden U-Bahn-Betrieb ausgeführt werden.

Eine Brücke wird mithilfe eines Krans an ihren Platz gehoben

Zwei der vier historischen Brücken im Großprojekt „Brücken Volksdorf“ mussten ausgetauscht werden. Die beiden übrigen wurden saniert. / © Foto: Hamburger Hochbahn AG

© Foto Titelbild: Wikimedia Commons, Jacek Rużyczka, CC BY-SA 3.0

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In einem ambitionierten Bauvorhaben hat die Hamburger Hochbahn vier historische Brücken im Norden der Stadt modernisiert. Nun teilte das Unternehmen mit, dass die Bauarbeiten im Großprojekt „Brücken Volksdorf“ pünktlich abgeschlossen werden. Ab dem 1. Dezember 2025 kann die U1 wieder durchgehend verkehren, ohne Umsteigen auf Teilstrecken. Die letzten Restarbeiten sollen im laufenden U-Bahn-Betrieb ausgeführt werden.

Großprojekt „Brücken Volksdorf“: Über 100 Jahre alte Brücken wurden instand gesetzt

Das Projekt ist Teil einer umfassenden Modernisierung der Walddörferbahn, einem Streckenabschnitt der U1, der seit über einem Jahrhundert im Betrieb ist. Vier Brücken waren von den Bauarbeiten betroffen. Die Brücken in der Farmsener Landstraße und im Meiendorfer Weg aus dem Jahr 1918 wurden grundlegend instandgesetzt, während die Brücken am Ahrensburger Weg und am Lerchenberg aus dem Jahr 1921 vollständig neugebaut wurden.

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Parallel dazu wurden der Bahnsteig der denkmalgeschützten Haltestelle Volksdorf, Teile der Schalterhalle und benachbarte Gewerbeeinheiten saniert. Auch die Haltestelle Buckhorn erhielt einen neuen Bahnsteig, nachdem ihr Vorgänger abgerissen werden musste. Darüber hinaus wurden Gleise, Weichen und zwei Stellwerke modernisiert.

U1: Herausforderungen bei Sanierung und Neubau der Brücken in Volksdorf

„Das war ein Großprojekt mit engen Bauphasen und hohen Anforderungen“, sagt Hochbahn-Projektleiter Mathias Jarck. „Während der laufenden Bauarbeiten an den teils über 100 Jahre alten Bestandsbauten gab es immer wieder Herausforderungen, bei denen wir kurzfristig flexible Lösungen finden mussten.“

Dazu zählte unter anderem, dass die Bauarbeiten eng mit dem laufenden U-Bahn-Betrieb abgestimmt werden mussten. Während in der ersten Phase viele Maßnahmen parallel zum Fahrbetrieb erfolgen konnten, waren in der zweiten Phase ab Mitte Juni 2025 zeitweise Streckensperrungen erforderlich. Diese wurden so terminiert, dass möglichst wenige Fahrgäste betroffen waren, ergänzt durch Bus-Ersatzverkehr.

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Besonders anspruchsvoll war die Sanierung der denkmalgeschützten Bahnsteigkanten in Volksdorf: Mit Hochdruck-Wasserstrahlen wurde der abgenutzte Beton entfernt, ohne die historische Stahlstruktur zu beschädigen. Aufgrund der Lautstärke erfolgten diese Arbeiten ausschließlich während der Sperrzeiten.

Walddörferbahn verband in Preußen liegende Ortsteile mit dem Stadtzentrum

Die Walddörferbahn, heute Teil der U1, ist für Volksdorf von großer historischer Bedeutung. Sie verband die damals in Preußen liegenden Walddörfer mit dem Stadtzentrum von Hamburg. Ihre Entstehung reicht bis ins frühe 20. Jahrhundert zurück: Politische und stadtplanerische Verhandlungen führten 1912 zu einem Staatsvertrag zwischen Hamburg und Preußen, der den Bau ermöglichte. Nachdem die Strecke zunächst mit provisorischen Dampflokomotiven befahren wurde, erfolgte 1919–1925 die Elektrifizierung.

Mit dem Projekt „Brücken Volksdorf 2025“ will die Hamburger Hochbahn zeigen, dass Modernisierung und Denkmalpflege kein Widerspruch sein müssen. Die historische Substanz wurde an vielen Stellen erhalten, gleichzeitig wurde die Infrastruktur langfristig stabilisiert und für die kommenden Jahrzehnte fit gemacht.

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Für das Quartier Volksdorf bedeutet der Abschluss des Projekts eine langfristig stabile Verbindung ins Stadtzentrum. Mit der Fertigstellung sichert die Hamburger Hochbahn nicht nur die Mobilität, sondern demonstriert zugleich, wie anspruchsvolle Bauarbeiten in einem sensiblen städtischen Umfeld termingerecht und mit Rücksicht auf historische Substanz umgesetzt werden können.

Bauarbeiter befestigen Brückenteil an Kran

© Foto: Hamburger Hochbahn AG

Bauarbeiter heben Brückenteil mithilfe eines Krans an

© Foto: Hamburger Hochbahn AG

Kran mit Brückenteil auf einer Baustelle in Hamburg

© Foto: Hamburger Hochbahn AG

Quellen: Hamburger Hochbahn AG, Ingenieurbüro GRASSL GmbH

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