Das Magnus-Haus am Kupfergraben hat eine bewegte Geschichte – und steht nun erneut vor einem Wendepunkt. Nach dem Verkauf an die Schwarz-Gruppe und dem Auszug der Deutschen Physikalischen Gesellschaft ist offen, wie es mit dem denkmalgeschützten Ensemble weitergeht.

Das Magnus-Haus liegt unmittelbar gegenüber der Museumsinsel. Der historische Bau gehört zu den bedeutenden denkmalgeschützten Bürgerhäusern Berlins. / © Foto: Wikimedia Commons, Fridolin freudenfett, CC BY-SA 4.0
© Titelbild: Wikimedia Commons, Jörg Zägel, CC BY-SA 3.0
Das Magnus-Haus am Kupfergraben gehört zu den traditionsreichsten Wissenschaftsstandorten Berlins. Nach dem Verkauf des denkmalgeschützten Gebäudes an die Schwarz-Gruppe und dem Auszug der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) im Jahr 2025 wollte eine Schriftliche Anfrage an den Senat nun klären, welche Perspektive das Haus hat und ob das Land Berlin Einfluss auf seine künftige Nutzung nehmen will.
Magnus-Haus am Kupfergraben: Senat will Nutzung nicht vorgeben
Eine Rückkehr der Deutschen Physikalischen Gesellschaft an ihren früheren Sitz will der Senat nicht aktiv verfolgen. Der Grund ist vor allem die Eigentumssituation: Das Grundstück befindet sich nicht im Besitz des Landes Berlin. Damit liege die Entscheidung über die zukünftige Nutzung nicht beim Senat, heißt es in der Antwort auf die Schriftliche Anfrage.
Auch Gespräche mit der Schwarz-Gruppe über deren Nutzungsabsichten sind dem Senat nach eigener Aussage nicht bekannt. Einen Rückkauf des Magnus-Hauses durch das Land habe es ebenfalls nicht gegeben. Im Mittelpunkt der öffentlichen Hand stehe stattdessen der Erhalt des denkmalgeschützten Ensembles und seiner bau-, wissenschafts- und industriegeschichtlichen Bedeutung.
Das mehr als 250 Jahre alte Palais wurde im 18. Jahrhundert errichtet und ist eng mit der Geschichte der Berliner Wissenschaft verbunden. Der Physiker Heinrich Gustav Magnus lebte und forschte hier ab 1840. Aus den von ihm veranstalteten physikalischen Kolloquien ging 1845 die Physikalische Gesellschaft zu Berlin hervor, aus der später die Deutsche Physikalische Gesellschaft entstand.
Bauantrag für Brandschutz liegt vor, künftige Nutzung bleibt offen
Auch baulich ist das Magnus-Haus derzeit Gegenstand eines Genehmigungsverfahrens. Nach Angaben des Bezirks wurde im März 2026 ein Bauantrag eingereicht. Vorgesehen sind unter anderem Maßnahmen zur brandschutztechnischen Ertüchtigung sowie Änderungen bei einzelnen Teilnutzungen. Die bestehende Büro-, Verwaltungs- und Versammlungsnutzung soll dabei grundsätzlich fortgeführt werden.
Der Bauantrag befindet sich noch in Bearbeitung. Ein gesonderter Antrag für die denkmalrechtliche Genehmigung der Brandschutzmaßnahmen wurde dagegen bereits am 12. Juni 2026 genehmigt.
Mit Blick auf mögliche Veränderungen am historischen Ensemble verweist der Senat auf die bestehenden Genehmigungsverfahren. Planungs-, Bauordnungs- und Denkmalrecht sollen demnach sicherstellen, dass künftige Maßnahmen denkmalverträglich umgesetzt werden. Damit bleibt der Schutz der historischen Bausubstanz der zentrale Hebel des Landes – Einfluss auf die konkrete zukünftige Nutzung des Magnus-Hauses beansprucht der Senat dagegen nicht.
Magnus-Haus
Quellen: DPG, Drucksache 19 / 26 649, Schriftliche Anfrage, Wikipedia, Landesdenkmalamt Berlin
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