Der Wiederaufbau der Berliner Bauakademie zieht sich weiterhin. Obwohl sich Politik und Bundesstiftung inzwischen auf eine historisch orientierte Gestaltung verständigt haben, bleibt der Baustart weiter unklar. Währenddessen steht auf dem Grundstück am Schinkelplatz nun eine ungewöhnliche begrünte Zwischennutzung.

Während rundherum die Berliner Mitte baulich verdichtet und neu gefasst wird, wartet die Bauakademie weiterhin auf ihren tatsächlichen Baustart. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT
Direkt auf dem Grundstück der geplanten Bauakademie in Berlin-Mitte wurde in den vergangenen Tagen ein sogenanntes mobiles grünes Zimmer aufgestellt. Die Installation besteht aus einem mobilen Container mit bepflanzten Elementen und offenen Aufenthaltsbereichen. Vor Ort verweist eine Beschriftung auf das Unternehmen Helix Pflanzensysteme, das auf vertikale Begrünungslösungen und mobile Pflanzencontainer spezialisiert ist.
Nach Angaben des Unternehmens sollen solche Systeme die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum verbessern. Gleichzeitig werben die Entwickler mit positiven Effekten auf Luftqualität und Umgebungstemperatur. Die temporäre Anlage wirkt damit wie ein begrünter Rückzugsort mitten in der historischen Berliner Mitte. Zugleich fällt auf, dass das prominent gelegene Grundstück weiterhin unbebaut bleibt.

Auf dem Gelände der geplanten Bauakademie befindet sich derzeit ein sogenanntes „Mobiles Grünes Zimmer“ des Unternehmens Helix Pflanzensysteme. Es bildet den Auftakt einer umfassenderen Begrünung des Areals. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
„Treffpunkt Bauwende“ in Berlin-Mitte: Ausstellung auf dem Bauakademie-Gelände geplant
Dass diese Installation hier nicht zufällig steht, zeigt sich im weiteren Kontext: Für den Sommer 2026 plant die Bundesstiftung Bauakademie erneut eine Ausstellung auf dem Grundstück am Schinkelplatz. Unter dem Titel „Treffpunkt Bauwende – Blau-Grünes Bauen“ soll sich das Areal ab dem 8. Juni mehrere Monate lang mit klimaangepasster Architektur und nachhaltigen Lösungen im Stadtraum beschäftigen.
Gemeinsam mit dem Bundesverband GebäudeGrün und der Berliner Regenwasseragentur sollen dort Regenwasserspeicher, Fassadenbegrünungen und Verschattungssysteme präsentiert werden. Ergänzend sind Fachgespräche, Führungen und Workshops vorgesehen. Die derzeitige begrünte Installation passt thematisch zu den angekündigten Inhalten der Ausstellung – und markiert zugleich erst den Auftakt einer weitergehenden Entwicklung: Schon in Kürze sollen zusätzliche Begrünungselemente ergänzt werden, während das Gelände zugleich durch den Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf weiter bepflanzt wird.

Das Grundstück der Berliner Bauakademie am Schinkelplatz bleibt weiterhin unbebaut. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Wiederaufbau der Bauakademie: Historische Fassade beschlossen, jedoch weiterhin ohne Zeitplan
Temporäre Projekte wie diese verdeutlichen zugleich, dass der Standort weiterhin auf seine endgültige bauliche Realisierung wartet. Anfang 2026 verständigten sich der Berliner Senat und die Bundesstiftung Bauakademie auf eine gemeinsame Leitlinie für den Wiederaufbau der Schinkelschen Bauakademie. Der geplante Neubau soll sich künftig deutlich stärker am historischen Original orientieren. Vor allem die charakteristische Ziegelfassade gilt inzwischen als zentraler gestalterischer Maßstab.
Trotz dieser Einigung bleibt der tatsächliche Fortschritt des Projekts weiterhin überschaubar. Bislang gibt es weder einen konkreten Termin für den Architekturwettbewerb noch einen verbindlichen Zeitplan für den Baustart. Zudem gilt die Finanzierung weiterhin als nicht abschließend geklärt.
Während rund um den Schinkelplatz zahlreiche Projekte realisiert wurden, wartet die Bauakademie weiterhin auf ihre tatsächliche Umsetzung.

Die Bauakademie Berlin ist weiterhin Gegenstand von Diskussionen über ihren Wiederaufbau. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Quellen: Helix Pflanzensysteme, Errichtungsstiftung Bauakademie, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Bundesstiftung Bauakademie
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7 Kommentare
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Es hat den Eindruck: die Stiftung kriegt nix zustande. Oder?
Mit dieser „Ergebnisbilanz bzw.-orientierung“ könnte dieser überflüssige Pöstchenkropf auch als
Ein-Mann-Veranstaltung weitergeführt werden. Das ist Verblasen von Steuergeld par exellence.
Das mobile grüne Zimmer lese ich als eine Art Slapstick-Einlage…Dinge, nach die keiner gefragt hat
bzw. niemand braucht oder hinterm Ofen vorlockt.
Man müsste die Fassade aus Planen simulieren, wie bei Schloss, da hat das auch funktinoniert.
Die Idee mit der Plane finde ich eigentlich wunderbar. Als Protestaktion mit nächtlicher Beleuchtung.
Die Idee mit den Planen war doch 2004-2019 bereits umgesetzt.
Nun, die Zwischennutzung ist die Folge der Mitteilung des Senators für Stadtentwicklung im Zusammenhang mit dem Senatsbeschluß auf Basis der Vorlage 19/1665 zusammen mit der BSBA und dem BBR zur (teilweisen) Rekonstruktion der 4 Bauakademiefassaden mit Nutzungs-bedingten Änderungen und einem zeitgerechten Inneren, daß die Auslobung des Realisierungswettbewerbs von der Bereitstellung der benötigten Finanzierungsmittel seitens des Bundes abhängig sei. Eine diesbezügliche Entscheidung wird in den kommenden beiden Jahren erwartet. Ob das noch den Bundeshaushalt für 2026 betrifft, dürfte angesichts der Haushaltslage fraglich sein. Eckpunkte für Haushalt 2027 wurden bereits verabschiedet. Der Haushalt soll im Sommer verabschiedet werden. Die Vorstellung der BSBA, das Gebäude zu Schinkels 250. Geburtstag (13.3.2031). wieder zu eröffnen, dürfte inzwischen bei Unterstellung der ursprünglichen Bauzeit von 4 Jahren ambitioniert sein. . Siehe auch Homeppage der Errichtungsstiftung Bauakademie https://www.errichtungsstiftung-bauakademie.de/aktuelles.html
GUTE IDEE! Das sollten alle Wohnbaugesellschaften mit einplanen.