In der Barther Straße in Hohenschönhausen baut die HOWOGE 177 Wohnungen. Vor Ort laufen die Rohbauarbeiten für das umstrittene Projekt.

Drei achtgeschossige Gebäude mit hellen Fassaden und farblich abgesetzten Balkonen sollen das neue Wohnensemble an der Barther Straße bilden. / © Visualisierung: ZOOMARCHITEKTEN
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
Zwischen den hohen Wohnblöcken des Ostseeviertels hat sich der frühere Innenbereich grundlegend verändert. Bauzäune, Kräne und Betonarbeiten bestimmen inzwischen das Gelände an der Barther Straße. Nach jahrelangen Planungen und politischen Auseinandersetzungen setzt die HOWOGE dort eines ihrer größeren Nachverdichtungsprojekte in Neu-Hohenschönhausen um.
- Bezirk: Lichtenberg
- Adresse: Barther Straße 17, 19, 19A und 19B, 13051 Berlin
- Wohnungen: 177 Mietwohnungen (89 gefördert)
- Gebäude: 3 Häuser mit jeweils 8 Geschossen
- Wohnungsgrößen: 1 bis 5 Zimmer
- Fertigstellung: 4. Quartal 2027
Vor Ort zeigt sich, dass die Arbeiten deutlich über vorbereitende Maßnahmen hinausgegangen sind. Auf Teilen des Grundstücks entstehen bereits die unteren Gebäudestrukturen. Damit steht fest: Das lange umstrittene Vorhaben bleibt nicht länger eine Planung auf Papier. Bis Ende 2027 sollen hier 177 Mietwohnungen sowie neue soziale und gemeinschaftliche Angebote entstehen.

Vor Ort werden Fundamente, Leitungen und die unteren Gebäudeteile für den HOWOGE-Neubau an der Barther Straße hergestellt. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Hohenschönhausen: Kritik an Bauvorhaben in der Barther Straße
Fundamente und erste Geschossdecken prägen inzwischen die Baustelle. Zwischen Schalungen, Bewehrungsstahl und Betonflächen arbeiten die Baukolonnen an den unteren Ebenen der neuen Gebäude. Zwei große Baukräne bedienen das weitläufige Areal. Ein Betonmischer steht unmittelbar neben den entstehenden Baukörpern, während Arbeiter Material und Leitungen auf der Baustelle bewegen.
Die Baustelle liegt innerhalb einer bestehenden Großwohnsiedlung. Mehrgeschossige Wohnhäuser umschließen das Grundstück fast vollständig. Genau diese Lage hatte den Konflikt um die geplanten Wohnungen an der Barther Straße in Neu-Hohenschönhausen ausgelöst. Anwohnende und Teile der Bezirkspolitik lehnten die Bebauung ab, weil sie den Verlust von Grünflächen, Freiräumen und gewachsenen Treffpunkten befürchteten.

Die neuen Wohnungen entstehen auf einer Innenfläche, die von mehrgeschossigen Bestandsgebäuden des Ostseeviertels umgeben ist. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
An der Barther Straße entstehen drei achtgeschossige Häuser
Nach dem aktuellen Stand der HOWOGE entstehen drei Gebäude mit jeweils acht Geschossen und insgesamt 177 Mietwohnungen. 89 Wohnungen gehören zum geförderten Segment. Das Projekt umfasst Grundrisse mit einem bis fünf Zimmern.
Alle Wohnungen sollen sich barrierefrei erreichen lassen und im Inneren keine Schwellen erhalten. Aufzüge erschließen sämtliche Wohngeschosse. Balkone oder Terrassen, Fußbodenheizungen und Mieterkeller gehören ebenfalls zur vorgesehenen Ausstattung. Die aktuelle Projektseite nennt zudem zwei Kindertagespflegen und eine multifunktional nutzbare Fläche im Erdgeschoss.

Zwischen den Neubauten an der Barther Straße sind begrünte Wege, Aufenthaltsflächen und Spielangebote für Kinder vorgesehen. / © Visualisierung: ZOOMARCHITEKTEN
Neue Optik für die Wohn-Hochhäuser an der Barther Straße
Die neue Bebauung unterscheidet sich deutlich von den umliegenden Bestandsgebäuden. Die Entwürfe von ZOOMARCHITEKTEN zeigen gegliederte Baukörper mit einer hellen, vertikal strukturierten Fassade und farblich abgesetzten Balkonen. Das Architekturbüro beschreibt das Konzept als modulares Bau- und Entwurfssystem, das die serielle Struktur der bestehenden Großsiedlung aufnehmen, aber flexibler weiterentwickeln soll.
Der Entwurf geht auf ein Vergabeverfahren aus dem Jahr 2020 zurück. Eine Jury wählte das Konzept von ZOOMARCHITEKTEN aus fünf Varianten aus. Darin berücksichtig war bereits die Reduzierung von ursprünglich 280 geplanten Wohnungen auf rund 180.

Das Bauschild informiert über das HOWOGE-Projekt an der Barther Straße 17 bis 19 mit Wohnungen, Kindertagespflege und gemeinschaftlichen Flächen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Wohn-Hochhäuser an der Barther Straße umstritten
Trotz der Reduzierung blieb das Projekt umstritten. Kritiker warnten vor einem Verlust zusammenhängender Grünflächen und vor zusätzlichem Nutzungsdruck in einer bereits dicht bebauten Siedlung. Auch das Bezirksamt sah weiteren Bedarf bei Spielplätzen, Aufenthaltsräumen und sozialer Infrastruktur. Die HOWOGE verwies dagegen auf den Bedarf an bezahlbaren Wohnungen und auf die Überarbeitung des Entwurfs nach dem Beteiligungsverfahren.
Zwischen den Neubauten sollen Grünflächen, Spielbereiche, Sitzgelegenheiten und ein kleiner Quartiersplatz entstehen. Die Visualisierungen zeigen keine geschlossene Blockbebauung, sondern drei freistehende Häuser mit offenen Wegen und begrünten Zwischenräumen. Ein eingeschossiger Gebäudeteil verbindet zwei der Häuser und nimmt Flächen für gemeinschaftliche oder soziale Nutzungen auf.
Barther Straße 17, 19, 19A und 19B
Quellen: HOWOGE, ZOOMARCHITEKTEN
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3 Kommentare
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Man muss wirklich staunen, ob die Menschen hinter so einem Projekt dort auch wohnen wollen würden bleibt zu bezweifeln.
Im Innenhof einer Plattenbau Siedlung weitere Wohnungen zu realisieren muss schon geistige Umnachtung sein.
Vom Klima das dort dann herrscht gar nicht zu sprechen.
Die Planer in der DDR hatten wirklich deutlich mehr Weitsicht als die heutigen.
Die Aufenthalts Qualität ist bis heute in diesen Siedlungen eine völlig andere als in denen im Westen der Stadt.
Viel Grün und Innenhöfe mit viel Platz zum spielen und verweilen.
Das nun weg zu nehmen wird zu massiven Problemen führen die lange bekannt sind.
Eins ist klar .Daß ist nicht daß Ende von Menschenverpresseung im Umkreis weniger Kilometer.Wieckerstr.Hechtgraben,Bartherstr.Rewemarkt, Ritzcenter Danke CDU,Senat und Howoge.Nicht vergessen die Infrastruktur in diesem Umkreis ist Kaputt.Keine Ärzte, Kindergärten, Parkplätze ein Sich zu erkämpfen der Platz mit Neu Mietern.Strassen kaputt .Grünanlagen Kaputt.Müll ,Dreck.E- Bikes,Roller . Polizei,Ordnungsamt.hier Funktioniert nichts.Aber Wohnungen Bauen ,Verdichten und Jammern daß Menschen sterben bei Hitze .Was soll’s Planerfüllung aller DDR.
Gut, dass das Projekt realisiert wird. Die Freiflächen zwischen den Platten sind groß und weitläufig, da ist noch mehr Platz für weitere Wohnungen. Gehen Sie doch mal dort durch die Grünanlagen, da halten sich kaum Bewohner auf, außer zum Hund ausführen.
Berlin hat jede Menge Flächen zur Nachverdichtung und die müssen nunmal genutzt werden, besonders für Bauen durch die städtischen Wohnungsunternehmen.
Gemeckert wird in Berlin sowieso immer, egal was und wo gebaut wird.