Im Bahnhofsviertel Frankfurt wollen Stadt und Land mit einem Sofortprogramm auf aktuelle Herausforderungen reagieren. Im Mittelpunkt stehen Baustellen, Sperrungen, mehr Sicherheit, Sauberkeit und neue Maßnahmen in der Suchthilfe.

Der Blick über das Frankfurter Bahnhofsviertel zeigt den Hauptbahnhof und die Skyline. Für den Stadtteil haben Stadt und Land ein Sofortprogramm beschlossen, das unter anderem auf die Folgen von Baustellen, Sperrungen sowie die Verbesserung von Sicherheit und Sauberkeit reagiert. / © Foto: IMAGO
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Im Frankfurter Bahnhofsviertel spitzt sich die Lage erneut zu. Baustellen und Straßensperrungen verändern derzeit die Wegebeziehungen im Bahnhofsviertel. Nach Angaben der Stadt konzentrieren sich dadurch mehr schwer suchtkranke Menschen im Bereich der Niddastraße. Das verschärft bestehende Konflikte zwischen Suchthilfe, Anwohnerschaft, Gewerbe und öffentlichem Raum. Nun wollen Stadt und Land schneller handeln.
- Ort: Bahnhofsviertel
- Schwerpunkt: Niddastraße
- Status: Sofortprogramm gestartet
Innenminister Roman Poseck und Oberbürgermeister Mike Josef haben deshalb gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern von Land und Stadt ein Sofortprogramm vereinbart. Es ergänzt den hessischen 7-Punkte-Plan, die Innenstadtoffensive und die städtische Strategie für das Bahnhofsviertel. Beide Seiten betonen, dass kurzfristige Entlastung und langfristige Strukturarbeit zusammengehören.
Baustellen, Sperrungen und Sicherheit im Bahnhofsviertel Frankfurt
Ein zentraler Punkt betrifft die Baustellen im Viertel. Stadt und Land wollen laufende Baustellen prüfen und, wenn möglich, schneller abschließen. Flächen sollen auf das notwendige Minimum schrumpfen, damit Gehwege weniger stark verengt werden. Künftig soll die Polizei nicht nur zu Verkehrsfragen eingebunden werden, sondern auch zur allgemeinen Lage im Quartier beraten.
Dazu kommen mehr Straßenreinigung und eine bessere Toilettensituation. Die bereits eingerichtete mobile Polizeiwache soll bleiben. Für eine feste Polizeiwache suchen Stadt und Land eine gut sichtbare Immobilie im Bahnhofsviertel. Außerdem soll die Stadtpolizei ihre Präsenz vor Drogenkonsumräumen erhöhen.
Bahnhofsviertel Frankfurt: Kontrollen, Suchthilfe und neue Projekte
Das Sofortprogramm setzt auch auf Strafverfolgung. Behördenübergreifende Kontrolltage gegen Hygieneprobleme, Schwarzarbeit, illegales Glücksspiel, Sozialleistungsbetrug und verdächtige Bargeldbewegungen sollen zunehmen. Bargeld aus mutmaßlichen Drogengeschäften soll konsequenter sichergestellt werden, um kriminelle Strukturen zu schwächen. Zudem prüfen die Beteiligten eine HSOG-Befugniszone. Dabei handelt es sich um einen Bereich, in dem die Polizei unter bestimmten gesetzlichen Voraussetzungen weitergehende Kontrollbefugnisse erhält.
Im sozialen Bereich laufen die Abstimmungen zur Crack-Substitutionsstudie. Ein Drug-Checking-Modellvorhaben soll stark abhängig machende Drogen analysieren und mit Beratung in bestehenden Drogenkonsumräumen verbinden. Hessen fördert die Suchtprävention im Bahnhofsviertel mit gut einer Million Euro. Frankfurt will außerdem ein neues städtebauliches Förderprogramm vorbereiten, das im Herbst 2026 in die städtischen Gremien gehen soll.
Das Sofortprogramm soll die Situation kurzfristig stabilisieren. Ob daraus eine nachhaltige Verbesserung entsteht, wird sich jedoch erst zeigen, wenn Sicherheitsmaßnahmen, Suchthilfe und städtebauliche Entwicklung dauerhaft ineinandergreifen.
Bahnhofsviertel Frankfurt
Quelle: Stadt Frankfurt am Main
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