Der Bahnhof Schöneweide soll sich in den kommenden Jahren noch einmal deutlich verändern. Neue Visualisierungen zeigen nun erstmals sehr anschaulich, wie das historische Empfangsgebäude und der geplante Neubau zusammenspielen sollen.

Aus der Vogelperspektive wird die geplante Verbindung zwischen historischem Empfangsgebäude, neuer Halle, Bahnhofsvorplatz und Bahnanlagen sichtbar. / © Visualisierung: DB InfraGO / Schmidt & Pütz Planungsgesellschaft mbH
© Titelbild: DB InfraGO / Schmidt & Pütz Planungsgesellschaft mbH
Neue Visualisierungen geben einen detaillierten Ausblick auf die nächste große Etappe am Bahnhof Schöneweide. Zu sehen sind helle Hallen, neue Gewerbeflächen, begrünte Fassaden und ein moderner Verbindungsbau direkt neben dem historischen Empfangsgebäude. Damit werden die Pläne für einen Bereich konkret sichtbar, der trotz jahrelanger Bauarbeiten noch lange nicht fertig ist.
- Bezirk: Treptow-Köpenick
- Adresse: Michael-Brückner-Straße, 12439 Berlin
- Projekt: Sanierung und Erweiterung des Empfangsgebäudes
- Projektstatus: Planung
- Baubeginn Empfangsgebäude: nach aktuellem Stand 2029
Die Sanierung des historischen Empfangsgebäudes soll laut Senat 2029 beginnen und etwa zwei Jahre dauern. Parallel ist der neue Verbindungsbau vorgesehen. Vorher will die Bahn unter anderem die Kelleraußenwände des Altbaus abdichten.
Die Bilder zeigen vor allem, was mit dem historischen Bahnhofsgebäude und dem Bereich zwischen Altbau und Gleisen geschehen soll. Der denkmalgeschützte Bestand soll saniert werden. Daneben plant DB InfraGO ein neues Zugangsgebäude, das die Verbindung zu den Bahnsteigen neu ordnet. Künftig sollen Reisende sowohl von Osten als auch von Westen über diesen Neubau zu den Bahnsteigen gelangen können. Auch der Zugang durch das alte Empfangsgebäude soll wieder möglich werden.

Der historische Bestand soll Teil des neu geordneten Bahnhofskomplexes bleiben. Die Visualisierung zeigt das Zusammenspiel aus Backsteinarchitektur, neuem Zugang und Aufenthaltsflächen. / © Visualisierung: DB InfraGO / Schmidt & Pütz Planungsgesellschaft mbH
Bahnhof Schöneweide: Neue Halle verbindet historischen Bestand und Bahnsteige
Die neuen Entwürfe machen deutlich, wie stark sich der Charakter des Bahnhofs verändern könnte. Zwischen dem roten historischen Backsteinbau und den Bahnanlagen ist eine weitgehend verglaste, eingeschossige Halle vorgesehen. In den Visualisierungen bildet sie einen neuen zentralen Zugang und öffnet sich zugleich zum Bahnhofsvorplatz. Die historischen Gebäude bleiben dabei als eigenständige Baukörper erkennbar.
Auch im Inneren setzen die Planer auf eine klare Trennung zwischen Verkehrs- und Aufenthaltsflächen. Eine Visualisierung zeigt einen breiten, hellen Durchgang mit Sitzbänken und Pflanzflächen. Entlang der Halle sind Gewerbeflächen dargestellt, darunter ein Café. Ob die in den Renderings gezeigten konkreten Nutzungen später tatsächlich einziehen, ist derzeit allerdings noch offen.
Technisch geht die Planung weit über eine optische Sanierung hinaus. Nach Angaben des beteiligten Fachplaners ING.FTG sollen sämtliche Installationen für Gewerbe- und Büroflächen neu entstehen. Vorgesehen sind reversible Luft-Wasser-Wärmepumpen sowie Anlagen zur Rückhaltung und Nutzung von Regenwasser. Die Fachplanung erfolgt gewerkeübergreifend mit der BIM-Methode. Das Büro arbeitet seit 2023 an dem Projekt.

Die Visualisierung zeigt den geplanten Innenraum des neuen Zugangsgebäudes am Bahnhof Schöneweide mit Sitzbereichen, Pflanzflächen und angrenzenden Gewerbeflächen. / © Visualisierung: DB InfraGO / Schmidt & Pütz Planungsgesellschaft mbH
Bis 2040 werden deutlich mehr Fahrgäste in Schöneweide erwartet
Der Ausbau hat auch mit der wachsenden Bedeutung des Verkehrsknotens zu tun. ING.FTG nennt derzeit rund 47.500 Reisende pro Tag. Für 2040 werden rund 76.500 Reisende täglich prognostiziert. Schon heute treffen am Bahnhof Regionalbahn, mehrere S-Bahn-Linien sowie Straßenbahn- und Busverkehr aufeinander.
Ein großer Teil der Verkehrsanlagen ist inzwischen erneuert. Bei der Grunderneuerung wurden unter anderem Bahnsteige und Zugänge modernisiert, Aufzüge eingebaut und historische Bahnsteigdächer erhalten beziehungsweise nach Bestandsplänen rekonstruiert. Auch die BVG hat ihre umfangreichen Arbeiten im Umfeld weitgehend abgeschlossen; seit August 2025 ist der Sterndamm wieder vollständig für den motorisierten Verkehr freigegeben.

Am Regional- und S-Bahnhof Schöneweide werden ein Fahrradparkhaus und eine Abstellanlage mit mehr als 1.100 freien und gesicherten Stellplätzen gebaut. / © Visualisierung: xoio und Leitplan im Auftrag von infraVelo
Rund um den Bahnhof Schöneweide bleiben mehrere Baustellen
Damit ist die Entwicklung des Areals jedoch noch lange nicht beendet. Auf dem Vorplatz entsteht derzeit das neue Fahrradparkhaus. Die aktuelle Projektseite von infraVelo nennt insgesamt 1.136 Stellplätze in den beiden Anlagen am Bahnhof; der Bauabschluss ist für das vierte Quartal 2026 vorgesehen, die Inbetriebnahme nach der Bauabnahme für das erste Quartal 2027.
Danach bleiben weitere Aufgaben. Der alte Fußgängertunnel soll zurückgebaut beziehungsweise teilweise verfüllt werden. Und auch der eigentliche Bahnhofsvorplatz wartet weiter auf seine umfassende Neugestaltung. Das bereits 2024 vorgestellte Freiraumkonzept sieht unter anderem neue Aufenthaltsbereiche, mehr Bäume, bessere Wege zwischen den Verkehrsmitteln und eine stärkere Einbindung des Cajamarcaplatzes vor. Einen belastbaren Termin für die Fertigstellung des gesamten Bahnhofsumfelds gibt es bislang nicht.
Bahnhof Schöneweide: Sanierung und Erweiterung
Quellen: Bezirksamt Treptow-Köpenick, DB InfraGO, Schmidt & Pütz Planungsgesellschaft mbH, ING.FTG, infraVelo
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5 Kommentare
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In Summe werden es dann gut zwei Jahrzehnte der Erneuerung und des Neubaus am Bahnhof Schöneweide sowie dessen näherer Umgebung sein. Gut Ding will Weile haben.
Finde die neue Straßenbahn Haltestelle ( zwischen Bahnhof und Einkaufszentrum) und entsprechend die Umsteigesituation zum Bahnhof hin, völlig vermurkst und zu klein. Im Berufsverkehr geht nichts voran und wenn dann noch ältere Leute, Kinderwagen und Rollstühle mit im Getümmel sind, geht nichts mehr. Ausweichen und Überholen unmöglich. Außerdem lebensgefährlich, weil selbst beim Einfahren von Straßenbahn und Bus nur sehr wenig Platz zum Zurückweichen vorhanden. Fehlkonstrukt a’la BVG!
Da stimme ich vollkommen zu. Aber das liegt wohl auch an dem geringen Platzangebot dort. Man hätte die Straße am Center dort sperren und für die Haltestellenfläche nutzen müssen. Auf der gegenüberliegenden Seite begrenzt das historische Gebäude den Platz.
Der Übergang dort über die Gleise zum Center am Bahndamm und Tunnel ist ebenfalls dem Chaos geschuldet. Eigentlich ist die Querung für Fußgänger kaum möglich und dann trifft man auf eine Mauer, die die Treppe nach oben beherbergt. Ansonsten müssen sich alle Fahrgäste von der S-Bahn dort durch die schmalen Haltestellensteige drängeln.
Kann meinem Vorredner nur zustimmen. Es ist nur eine Frage der Zeit, dass vom Tram-Bahnsteig mal jemand vor dieselbe fällt.
Fertigstellung Fahrradparken noch in 2026? Lachhaft! Da tut sich doch bisher GARNICHTS.
Berlin und Bauen: Ihr habt es echt nicht drauf, aber falsche Versprechungen das könnt Ihr ganz ausgezeichnet! In der freien Bauwirtschaft werden Strafen ab dem 1. Verspätungstag ff fällig…
Sehr viele Stufen.
In den Visualisierungen flanieren die People zwischen Möbeln die an diesem Ort immer nur im Wege stehen werden. Das ist ein (schlecht zonierter) Bahnhof. Dort eilen Menschen von einem Verkehrsmittel zum nächsten. Da geht es auch um Aufenthaltsqualität aber nicht vordergründig. Es muss schnell gehen und genug Platz für den Fußverkehr da sein. Dass es jetzt gerade mal so gewaltfrei funktioniert heißt nicht, dass der vorhandene Platz ausreicht. Der Bahnhof würde funktionieren, wenn die Straßenbahn direkt unter den Bahnsteigen hielt und die Menschen rechts und links aussteigend über Treppen und Aufzüge die Bahnsteige direkt erreichen könnten. Schon das wurde nicht erreicht, wenn jetzt die hier gezeigte Lösung gebaut wird ist das wieder mal die Ignoranz der Deutsche Bahn AG ins Gesicht der Menschen.
Über Ähnliches zur Haltestelle hatte ich auch schon nachgedacht. Aber, dort an der Unterführung sind keine Bahnsteige mehr, die Enden an den Fahrstühlen in der Unterführung für Fußgänger nebenan. Dann ist die Unterführung für die Tram zu schmal geworden, dort passen keine Haltestellensteige mehr hin. Und zudem wäre der Abstand zur Haltestelle zuvor/danach an der großen Schleife viel zu gering. Die aktuelle Position der Haltestelle ist schon gut. Wäre die Gesamtfläche nicht auch so schmal. Ein echtes Dilemma, was Center und altes Gebäude da geschaffen haben. Sobald jedoch ein weiterer Zugang am alten Gebäude installiert, dürfte es sich entspannen.