Am Bahnhof Schöneweide nimmt Berlins erstes öffentliches Fahrradparkhaus Gestalt an. Nach den Erd- und Fundamentarbeiten beginnt nun der Holzbau. Bis 2027 sollen insgesamt rund 1.100 Fahrradstellplätze entstehen.

Beim Baustellentermin zum Fahrradparkhaus am Bahnhof Schöneweide informierten sich Vertreterinnen und Vertreter von Land, Bezirk, VBB und infraVelo über den Fortschritt der Arbeiten. / © Foto: GB infraVelo GmbH/Adrian Groß
© Titelbild: xoio und Leitplan im Auftrag von infraVelo
Am Bahnhof Schöneweide wird es nun sichtbar: Nachdem die Fundamente für Berlins erstes öffentliches Fahrradparkhaus fertiggestellt sind, beginnt im Herbst der Aufbau der Holzkonstruktion. Das zweigeschossige Gebäude entsteht auf dem Vorplatz an der Michael-Brückner-Straße und soll 2027 eröffnet werden.
Bei einem Baustellenbesuch informierten sich Mobilitätssenatorin Ute Bonde, Treptow-Köpenicks Bezirksstadträtin Claudia Leistner, VBB-Geschäftsführer Christoph Heuing und infraVelo-Geschäftsführer Michael Fugel über den Stand der Arbeiten. Das Fahrradparkhaus ist Teil der Neuordnung rund um den wichtigen Verkehrsknoten im Südosten Berlins.
Am Bahnhof Schöneweide: 800 Stellplätze und zusätzliche Abstellanlage
Im Parkhaus sollen künftig rund 800 Fahrräder Platz finden. 240 Stellplätze werden über das System ParkYourBike buchbar und gesichert sein. Ergänzt wird das Angebot durch eine Fahrradwerkstatt, einen Fahrradverleih und eine öffentliche Reparaturstation. Zehn Stellplätze sind für Lastenräder oder Kinderanhänger vorgesehen.
Weitere rund 300 Fahrräder können südwestlich der Bahntrasse am Ecksteinweg abgestellt werden. Auch diese überdachte Anlage wird aus Holz errichtet. 110 der dortigen Stellplätze sollen ebenfalls über ParkYourBike gesichert werden. Zusammen entstehen damit rund 1.100 neue Fahrradstellplätze am Bahnhof Schöneweide.

Das Fahrradparkhaus soll künftig sichere Stellplätze schaffen und den Umstieg zwischen Fahrrad und Bahn am Bahnhof Schöneweide erleichtern. / © Visualisierung: xoio und Leitplan im Auftrag von infraVelo
Berlins erstes öffentliches Fahrradparkhaus: Holzbau, Gründach und Photovoltaik
Auch bei der Konstruktion setzt das Projekt auf eine Reihe von Maßnahmen zur Klimaanpassung. Die tragenden Bauteile des Fahrradparkhauses werden aus Holz gefertigt. Auf dem Gebäude entsteht ein Gründach, das nach Angaben von infraVelo bis zu 75.000 Liter Regenwasser aufnehmen kann.
Überschüssiges Wasser soll über eine Versickerungsmulde langsam in den Boden geleitet werden. Damit wird zugleich die Kanalisation entlastet. Auf dem Dach sind außerdem 116 Photovoltaikmodule vorgesehen. Eine bepflanzte Südfassade soll zusätzlich Lebensräume für Pflanzen und Tiere schaffen.

Das neue Fahrradparkhaus am Bahnhof Schöneweide verbindet Fahrradabstellplätze mit einer nachhaltigen Gebäudegestaltung. / © Grafik: infraVelo
5,45 Millionen Euro: Das kosten die beiden Standorte
Die Gesamtkosten für das Fahrradparkhaus und die Abstellanlage am Ecksteinweg liegen bei rund 5,45 Millionen Euro. Das Bundesverkehrsministerium beteiligt sich mit 2,6 Millionen Euro aus dem Förderprogramm „Fahrradparkhäuser an Bahnhöfen“. Die verbleibenden Kosten übernimmt das Land Berlin.
Der Standort ist vor allem wegen seiner Funktion als Umsteigepunkt relevant. Nach Angaben des Landes wechseln am Bahnhof Schöneweide täglich mehr als 48.000 Menschen zwischen S- und Regionalbahn, Straßenbahn und Bus. Das neue Fahrradparkhaus soll künftig die Kombination von Fahrrad und öffentlichem Nahverkehr erleichtern.
Mit dem beginnenden Holzbau geht damit eines der sichtbaren Projekte auf dem Bahnhofsvorplatz in die nächste Bauphase. Rund um den Bahnhof stehen allerdings weiterhin weitere Veränderungen an. Dazu gehören unter anderem der geplante Rückbau des seit Jahren gesperrten Fußgängertunnels sowie die langfristig vorgesehene Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes.
Bahnhof Schöneweide
Quellen: GB infraVelo GmbH
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