Die Deutsche Bahn hat den modernisierten Bahnhof Olympiastadion in Berlin eröffnet. Neue Aufzüge, Informationsmonitore, ein Leitsystem und mehr Wetterschutz sollen die Abfertigung bei Großveranstaltungen verbessern.

Der Bahnhof Olympiastadion zählt mit fünf Bahnsteigen und zehn Gleisen zu den größten S-Bahnhöfen Deutschlands. / © Foto: DB InfraGO AG / Oliver Lang
© Titelbild: Deutsche Bahn AG / Oliver Lang
Am Bahnhof Olympiastadion treffen Berliner Alltagsverkehr und die Besucherströme großer Sport- und Konzertveranstaltungen aufeinander. Nun hat die Deutsche Bahn die weitläufige Anlage in Westend nach einer Modernisierung offiziell runderneuert vorgestellt. Doch hinter der Eröffnung steckt mehr als eine optische Auffrischung.
- Bezirk: Charlottenburg-Wilmersdorf
- Adresse: Flatowallee/Trakehner Allee, 14055 Berlin
- Finanzierung: Rund 2,2 Millionen Euro Bundesmittel
- Bahnlinien: S3 und S9
Vertreter der Deutschen Bahn, des Bundesverkehrsministeriums und der Berliner Senatsverwaltung eröffneten den modernisierten Bahnhof Olympiastadion am 13. Juli 2026 symbolisch. Die Station trägt nun die Bezeichnung „Zukunftsfähiger Bahnhof Nummer 70“. Bis zum Jahresende will die Deutsche Bahn bundesweit rund 130 Bahnhöfe nach den Standards dieses Programms modernisieren.

Neue Beschilderung und barrierefreie Ausstattung verbessern nach der Eröffnung die Orientierung am Bahnhof Olympiastadion. / © Foto: DB InfraGO AG / Oliver Lang
Neue Technik am Bahnhof Olympiastadion erleichtert die Orientierung
Die Arbeiten am Bahnhof Olympiastadion konzentrierten sich auf Orientierung, Aufenthaltsqualität, Barrierefreiheit und den Betrieb bei großen Veranstaltungen. Neue Wartemöbel und zusätzlicher Wetterschutz ergänzen die Bahnsteige. Energieeffiziente LED-Leuchten verbessern die Beleuchtung. Begrünte Gestaltungselemente sollen das Bahnhofsumfeld aufwerten. Die Deutsche Bahn ließ außerdem ein taktiles Leitsystem einbauen sowie Aufzüge austauschen und modernisieren.
Moderne Zuginformationsmonitore zeigen Abfahrten und betriebliche Hinweise an. Ein neues Wegeleitsystem soll Fahrgäste schneller zu den richtigen Bahnsteigen und Ausgängen führen. Bereits vor der Fußball-Europameisterschaft 2024 hatte die Bahn 30 Zugzielanzeiger mit LED-Technik installiert. Hinzu kamen neue HD-Kameras für die Zugabfertigung und sieben modernisierte Arbeitsplätze in der Sonderleitstelle.

Auch das denkmalgeschützte Empfangsgebäude des Bahnhofs Olympiastadion wurde im Rahmen der Modernisierung instand gesetzt. / © Foto: DB InfraGO AG / Oliver Lang
Leitstelle am Bahnhof Olympiastadion mit speziellen Anforderungen
Diese Leitstelle spielt an Veranstaltungstagen eine zentrale Rolle. Nach Angaben der S-Bahn Berlin koordiniert das Team von dort rund 35-mal im Jahr zusätzliche Fahrten für Fußballspiele, Konzerte und weitere Großveranstaltungen. Bei der Abreise können bis zu 18 S-Bahnen pro Stunde eingesetzt werden. Die Züge fahren dann teilweise im Abstand von drei Minuten. Der reguläre Berliner S-Bahn-Verkehr wird unabhängig davon aus der zentralen Leitstelle gesteuert.
Mit fünf Bahnsteigen und zehn Gleisen gilt der Bahnhof Olympiastadion nach Angaben der S-Bahn Berlin als größter S-Bahnhof Deutschlands. Die Anlage besteht aus einem Durchgangsbahnhof für den regulären Verkehr und einem Kopfbahnhof, den Sonderzüge bei Großveranstaltungen nutzen. Im Regelbetrieb halten die Linien S3 und S9. Beide verbinden den Bahnhof über die Berliner Stadtbahn unter anderem mit dem Hauptbahnhof und der Friedrichstraße.
Deutschlands größter S-Bahnhof mit historischen Elementen
Auch die historische Architektur wurde im Zuge der Modernisierung des Bahnhofs Olympiastadion saniert. Die DB InfraGO ließ das denkmalgeschützte Empfangsgebäude instand setzen. Gestaltungselemente greifen die Geschichte des Ortes auf. An der Fußgängerbrücke blieb der originale Schriftzug „Olympiastadion“ aus den 1960er-Jahren erhalten. Der Bahnhof selbst entstand bereits 1909 und wurde für die Olympischen Spiele von 1936 umgebaut.
Der Bahnhof Olympiastadion ist Teil eines bundesweiten Programms, bei dem die DB InfraGO Verkehrsstationen, Empfangsgebäude und Bahnhofsumfelder möglichst gemeinsam plant. Grundlage bildet unter anderem das 2024 geänderte Bundesschienenwegeausbaugesetz.
Dadurch können Gebäude der Deutschen Bahn wieder in die Finanzierungsstruktur für die Schieneninfrastruktur einbezogen werden. Im Jahr 2024 stellte die Bahn nach eigenen Angaben 113 zukunftsfähige Bahnhöfe fertig, 2025 folgten weitere 124. Bis 2035 sollen insgesamt 1.000 Stationen nach diesem Prinzip modernisiert werden.
S Olympiastadion
Quellen: Deutsche Bahn AG, S-Bahn Berlin GmbH, Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf, Bundesministerium für Verkehr
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Hat das viele Geld nicht mal für eine Überdachung gereicht?