Am Bahnhof Köpenick hat sich innerhalb weniger Wochen viel verändert. Wo im August noch schwere Abbrucharbeiten liefen, liegen heute große Teile des künftigen Bahnhofs offen. Ein Rundgang zeigt, wie eng alte und neue Infrastruktur hier inzwischen nebeneinanderliegen.

Fundamente, Bewehrungsstahl und neue Betonwände bestimmen den Bereich zwischen den bestehenden und künftigen Gleisanlagen am Bahnhof Köpenick. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
Der Umbau des Bahnhofs Köpenick lässt sich derzeit besonders gut von der Bahnhofstraße aus nachvollziehen. Nach dem Abriss während der wochenlangen Sperrung ist zwischen dem bestehenden S-Bahn-Bereich und den neu gebauten Anlagen viel Platz entstanden. Zugleich wird deutlich, dass hinter den massiven Betonwänden noch erhebliche Arbeiten warten.
- Bezirk: Treptow-Köpenick
- Adresse: Bahnhofstraße / Elcknerplatz, 12555 Berlin
- Baubeginn: Frühjahr 2023
- Fertigstellung: nach aktuellem Stand Dezember 2027
- Gesamtprojekt Berlin–Frankfurt (Oder)–Bundesgrenze: letzte Arbeiten bis
Wer heute mit dem Auto unter den Bahngleisen auf der Bahnhofstraße langfährt, blickt auf einen Bahnhof, dessen einzelne Bauabschnitte inzwischen deutlich voneinander zu unterscheiden sind. In Richtung Forum liegen bereits die neuen massiven Brückenbauwerke. In Richtung Mahlsdorfer Straße verlaufen die bestehenden Anlagen der S-Bahn.

Reste des abgebrochenen Mauerwerks zeigen Mitte September noch, wie umfangreich die Arbeiten während der Sperrphase am Bahnhof Köpenick waren. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Bahnhof Köpenick: Mauerwerksreste türmen sich unter der Bahnbrücke
Dazwischen öffnet sich jener Bereich, in dem während der Vollsperrung der Bahnhofstraße im August zwei Behelfsbrücken ausgebaut und weitere alte Bauteile beseitigt wurden. Die Straße ist inzwischen wieder geöffnet.
An mehreren Stellen lässt sich noch nachvollziehen, wie tief der Eingriff war. Zwischen hohen Betonwänden liegen offene Baugruben und freigelegte Flächen. Bewehrungsstahl ragt aus neuen Fundamenten, daneben stehen Spundwände und provisorische Holzverbauten. An anderer Stelle türmen sich Mauerwerksreste. Die neuen Betonbauwerke grenzen unmittelbar an ältere Konstruktionen. Der Bahnhof entsteht nicht auf einer freien Fläche, sondern Stück für Stück innerhalb eines weiterhin genutzten Verkehrsknotens.

Zwischen bestehender S-Bahn-Infrastruktur und den neuen Anlagen ist nach dem Abriss eine große Arbeitsfläche für die weiteren Bauabschnitte entstanden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Bahnhof Köpenick: Nach dem Abriss beginnt der nächste Bauzustand
Besonders auffällig ist die Fläche zwischen dem bestehenden S-Bahn-Bereich und dem neuen Fern- und Regionalbahngleis. Noch im August bestimmten dort Abbruch, Bauschutt und schwere Maschinen das Bild. Jetzt ist die zuvor von provisorischen Anlagen belegte Zone weitgehend freigeräumt. Gleichzeitig zeigen Fundamente und Bewehrungen, dass der frei gewordene Raum für die nächsten Bauabschnitte gebraucht wird. Die Bahn hatte die Sperrung ausdrücklich genutzt, um Arbeiten auszuführen, die bei laufendem Fernbahnverkehr nicht möglich waren.
Über der Bahnhofstraße ist dagegen bereits gut zu erkennen, wie der künftige Regionalbahnhof Köpenick aufgebaut sein wird. Die neuen Brücken, Stützwände und Schallschutzelemente bilden inzwischen einen geschlossenen Baukörper. Die Deutsche Bahn errichtet einen rund 220 Meter langen Regionalbahnsteig an zwei neuen Gleisen. Er soll über die westliche Personenüberführung an der Bahnhofstraße, die östliche Personenunterführung und das Empfangsgebäude erreichbar sein. Drei Aufzüge sind für den barrierefreien Zugang vorgesehen.

Unter den bereits errichteten Brückenbauwerken am Bahnhof Köpenick sind nach dem Abriss der provisorischen Anlagen weitere Arbeitsflächen entstanden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Neuer Regionalbahnhof Köpenick bekommt drei Zugänge
Damit geht der Umbau deutlich über den Bau eines zusätzlichen Bahnsteigs hinaus. Das Empfangsgebäude soll in Richtung Elcknerplatz verbreitert werden; dort sind nach DB-Angaben auch neue Vermarktungsflächen vorgesehen. Für den bestehenden S-Bahnsteig entstehen zusätzliche Zugänge: westlich über die neue Überführung der Bahnhofstraße und östlich über die neue Personenunterführung.
Auch die rot-weißen Elemente entlang der neuen Anlagen sind kein zufälliges Baustellendesign. Die ursprünglich grau geplanten Schallschutzwände erhielten nach Abstimmung mit dem Bezirksamt und der Kommission Kunst im öffentlichen Raum eine neue Gestaltung. Ein rot-weißes Band und rote Bezirkssilhouetten sollen sich wiederholen. Nach Angaben der DB greifen die Farben sowohl die Bezirksfarben als auch die Vereinsfarben des 1. FC Union und die Unternehmensfarben der Bahn auf.

Über der Bahnhofstraße prägen die neuen Betonbauwerke und rot-weißen Schallschutzelemente inzwischen das Umfeld des Bahnhofs Köpenick. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Regionalzüge sollen ab Dezember 2027 in Köpenick halten
Bis Reisende tatsächlich vom neuen Bahnsteig in einen Regionalzug steigen können, dauert es allerdings noch. Die DB hatte die Inbetriebnahme ursprünglich für Mitte 2027 vorgesehen. Wegen fehlender Fachkräfte, vor allem in der Leit- und Sicherungstechnik, verschob sie den Termin um fünf Monate. Nach aktuellem offiziellen Zeitplan sollen Regionalzüge ab Dezember 2027 in Köpenick halten. Letzte Arbeiten am Gesamtprojekt Berlin–Frankfurt (Oder)–Bundesgrenze sind bis Februar 2028 vorgesehen.
Umbau Bahnhof Köpenick zum Regionalbahnhof
Quellen: Deutsche Bahn, Bezirksamt Treptow-Köpenick, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
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5 Kommentare
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Es wäre gut wenn auch Sanitär Anlagen gebaut würden,
Hallo, komisch über neue Regionalbahnsteig Köpenick zu klein !! Problem, wieviel kommen viele Menschen auf neue Bahnsteig stehen ? 100 oder mehr ? Abwarten !
Wie sieht es aus mit Parkplätze für Autos aus
Wieso Parkplätze ?
Genügend ÖPNV hält am Bahnhof Köpenick. Und das Nadelöhr am Bahnhof wird sich nicht wesentlich vergrößern. Warum sollte man also noch mehr Verkehr an den Bahnhof locken als nötig.
Blödsinn!
Erstens machen Öffis nicht für alles Sinn und zweitens gibt es Leute die Schicht arbeiten und Nachts nicht alleine in Nachtlinien unterwegs sind. Schon mal Nachtlinien benutzen müssen, um in Vororte zu kommen!?