Der Bahnhof Frankfurt-Höchst soll bis 2030 umfassend modernisiert werden. Während Teile des Bahnhofs bereits barrierefrei umgebaut und der Vorplatz neu gestaltet wurden, stehen an Empfangsgebäude und Gleisfeld noch umfangreiche Arbeiten an.

Der Bahnhof Höchst wird nach Angaben der Deutschen Bahn von rund 35.000 Menschen täglich genutzt. Das macht ihn zu einem der wichtigsten Verkehrsknoten im Frankfurter Westen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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Der Bahnhof Frankfurt-Höchst verändert sich seit Jahren Stück für Stück. Manche Bereiche sind bereits fertig, andere sind noch immer Baustelle. Bis 2030 soll aus dem in die Jahre gekommenen Verkehrsknoten im Frankfurter Westen ein modernisierter, einladender Bahnhof werden. ENTWICKLUNGSSTADT war vor Ort, um sich den aktuellen Stand der Arbeiten anzuschauen.
Bahnhofshalle des Bahnhofs Frankfurt-Höchst: Gerüst soll 2027 verschwinden
Eine Bauwerksuntersuchung der Deutschen Bahn hatte im Herbst vergangenen Jahres Schäden am Deckenputz der Haupt- und Schalterhalle offengelegt. Die Deutsche Bahn musste das Gebäude deshalb kurzfristig sperren. Seit Ende November ist die Halle zwar wieder zugänglich, durch die Gerüststützen sind die Durchgänge darin jedoch deutlich enger und unübersichtlicher geworden.
Laut DB-InfraGO-Vertreter Stefan Schwinn zieht die Bahn die eigentlich erst später vorgesehene Sanierung von Dach und Decke deshalb vor. Sie könne das Gerüst dadurch bereits 2027 wieder abbauen. Die gesamte Planung für die Sanierung des denkmalgeschützten Empfangsgebäudes laufe bis 2030 und koste laut der Deutschen Bahn rund 35 Millionen Euro, finanziert überwiegend aus Eigenmitteln sowie mit Bundes- und Stadtmitteln.

Die Arbeiten an der Decke der Eingangshalle sollen bis 2027 fertiggestellt werden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Umbau des Empfangsgebäudes an der Dalbergstraße: Neue Nutzung nach der Sanierung geplant
Nach der Sanierung soll die Empfangshalle heller wirken und stärker zum Aufenthalts- und Versorgungsort werden. Die bisherigen Konzepte sehen Gastronomie, eine Bäckerei, einen Laden für Zeitungen und Bücher sowie eine erneuerte Toilettenanlage vor. Zusätzlich plant die Bahn ein Reisezentrum, wobei unklar ist, ob dafür noch ausreichend Nachfrage besteht. Auch die zwei Wohnungen im Obergeschoss des Bahnhofs sollen wieder bewohnbar werden.
Westlich des 1914 errichteten Gebäudes ist zudem ein mehrgeschossiger Ergänzungsbau im Gespräch, in dem ein Supermarkt sowie Wohnungen für Beschäftigte oder Auszubildende Platz finden könnten. Das steht bislang nicht fest. Es handelt sich um ein Nutzungskonzept, das sich im weiteren Planungsprozess noch ändern kann. Der gesamte Umbau würde den aktuell eher unansehnlichen Transitraum deutlich aufwerten.
Gleisfeld in Höchst: Tunnelbau für die Regionaltangente West verzögert sich
Unabhängig von der Hallensanierung bereitet die RTW GmbH seit August vergangenen Jahres den Bau eines Tunnels unter dem gesamten Gleisfeld vor. Über die neue Verbindung soll die Regionalbahn künftig den Bahnhof unterqueren, dafür muss die RTW GmbH jedoch den Liederbach verlegen. Allein für die Bauarbeiten am Standort Höchst rechnet die Projektgesellschaft mit Kosten von über 100 Millionen Euro.
Der Tunnelbau sollte ursprünglich im Frühjahr dieses Jahres beginnen. Da die zunächst beauftragte Firma für die nötigen Arbeiten an der Oberleitung ausfiel, verschiebt sich der Start nun auf Pfingsten 2027. Die Projektleitung geht trotz der Verzögerung weiterhin davon aus, dass die Regionaltangente West Ende 2030 in Betrieb gehen kann.
Umbau des Vorplatzes und der Bahnsteige: Diese Arbeiten sind schon abgeschlossen

Die Stadt Frankfurt gestaltete den Bahnhofsvorplatz bereits 2020 um. Am Gebäude selbst laufen die Sanierungsarbeiten hingegen weiter. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Anders als Halle und Gleisfeld sind Teile des Bahnhofs bereits seit einigen Jahren fertig. Die Deutsche Bahn baute die zwölf Bahnsteiggleise 2017 barrierefrei aus. Seither ermöglichen fünf neue Aufzüge sowie ein taktiles Leitsystem für sehbehinderte Reisende einen stufenfreien Zugang zu den Zügen. An dem rund 18,7 Millionen Euro teuren Vorhaben beteiligten sich unter anderem das Land Hessen, der Bund und der Rhein-Main-Verkehrsverbund.
Auch der Bahnhofsvorplatz ist bereits fertig. Die Stadt Frankfurt gestaltete ihn in drei Bauphasen zwischen 2006 und 2020 um, mit neuem Busbahnhof, Basaltpflaster und zusätzlichen Bäumen. Das Vorhaben lief im städtischen Programm Schöneres Frankfurt und berücksichtigte laut Stadtplanungsamt sowohl den Denkmalschutz des Empfangsgebäudes als auch die angrenzende Bruno-Asch-Anlage.
Quellen: Stadtplanungsamt Frankfurt am Main, Deutsche Bahn / DB InfraGO Pressestelle Frankfurt, Frankfurter Allgemeine Zeitung (F.A.Z.), hessenschau
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