Der Bahnhof Alexanderplatz steckt mitten in einem mehrjährigen Umbau. Neue Visualisierungen geben nun einen konkreten Eindruck davon, wie sich Hallen, Zugänge und Passagen verändern sollen. Dabei geht es nicht nur um neue Technik, sondern auch um die Geschichte des Bauwerks.

Aus der Vogelperspektive wird die Dimension der Bahnhofshalle am Alexanderplatz deutlich. Der langgestreckte Baukörper des Stadtbahnviadukts soll trotz der umfangreichen Modernisierung in seiner Grundstruktur erhalten bleiben. / © Visualisierung: DB InfraGO / Schmidt & Pütz Planungsgesellschaft mbH
© Titelbild: DB InfraGO AG / Schmidt & Pütz Planungsgesellschaft mbH
Der Bahnhof Alexanderplatz wirkt derzeit an vielen Stellen wie eine große Baustelle. Geschäfte sind verschwunden, neue Wege führen durch den Bahnhof und Bauzäune bestimmen das Bild. Doch wie der Verkehrsknoten nach der Sanierung aussehen soll, war bislang nur in Teilen zu erkennen. Neue Visualisierungen von DB InfraGO und der Schmidt & Pütz Planungsgesellschaft zeigen nun deutlich mehr vom geplanten Erscheinungsbild.
- Bezirk: Berlin-Mitte
- Adresse: Dircksenstraße 2, 10179 Berlin
- Projektstatus: Entkernung läuft
- Projektabschluss: Mitte 2030
Wer die neuen Entwürfe mit dem heutigen Zustand vergleicht, erkennt vor allem eines: Der Bahnhof soll wieder deutlich offener wirken. Eine Außenansicht zeigt die lange gläserne Bahnhofshalle mit ihrem gewölbten Dach. Die großen Glasflächen bleiben prägend. Die Bahn will die unteren Bereiche neu ordnen. Auch der markante Alexanderplatz-Schriftzug bleibt Teil des Erscheinungsbildes.
Bahnhof Alexanderplatz: Alte Stadtbahnbögen werden wieder sichtbar
Im Inneren soll die Geschichte des Bahnhofs noch stärker sichtbar werden. Seit seiner Eröffnung 1882 hat sich der Bahnhof mehrfach grundlegend verändert. In den 1960er-Jahren erhielt er nach Plänen von Hans Joachim May und Günter Andrich wesentliche Teile seines heutigen Erscheinungsbildes. Die DB InfraGO will diese unterschiedlichen Zeitschichten beim Umbau nicht beseitigen, sondern stärker herausarbeiten.
Besonders deutlich wird dieser Ansatz an den Zugängen. Die Visualisierungen zeigen freigelegte Ziegelbögen unter dem Stadtbahnviadukt. Teile dieser historischen Konstruktion waren bislang hinter Verkleidungen verborgen. Künftig soll die Steinstruktur wieder stärker in Erscheinung treten. Gleichzeitig werden die Eingangsbereiche mit neuen Türen, Beleuchtung und Oberflächen ausgestattet.

Historische Ziegelbögen sollen im sanierten Bahnhof Alexanderplatz wieder stärker sichtbar werden. Die Visualisierung verbindet die alte Bausubstanz mit neu gestalteten Zugängen. / © Visualisierung: DB InfraGO / Schmidt & Pütz Planungsgesellschaft mbH
Neu-gestaltetes Untergeschoss im Bahnhof Alexanderplatz
Auch das Untergeschoss bekommt ein anderes Gesicht. Eine Visualisierung zeigt helle Bodenflächen, gelbe Wand- und Stützenelemente sowie eine neue Beleuchtung. Im Bereich des früheren Drogeriemarkts soll die öffentlich zugängliche Fläche kleiner werden. DB InfraGO will damit schlecht einsehbare und wenig genutzte Bereiche reduzieren. Weil Teile des Bahnhofs denkmalgeschützt sind, müssen Veränderungen am Grundriss mit dem Denkmalschutz abgestimmt werden.
Technisch reicht der Eingriff erheblich weiter. Die laufende Entkernung umfasst Einbauten und Gebäudetechnik. Ausschreibungsunterlagen nennen unter anderem Arbeiten an Elektro- und Gebäudetechnik, Heizung, Klima und Brandschutz. Für die späteren Hauptarbeiten sind zudem Rohbauarbeiten, Eingriffe im Untergeschoss sowie neue technische Anlagen vorgesehen.

Auch das Untergeschoss des Bahnhofs Alexanderplatz soll neu geordnet werden. Die Planung zeigt helle Flächen, gelbe Wandbereiche, neue Beleuchtung und eine klarere Wegeführung. / © Visualisierung: DB InfraGO / Schmidt & Pütz Planungsgesellschaft mbH
Neue Technik hinter der historischen Bahnhofshalle am Alexanderplatz
Damit erhält der Bahnhof nicht nur eine neue Gestaltung. Auch zentrale technische Systeme werden erneuert. Frühere Angaben der Bahn sehen unter anderem neue Klima-, Heizungs- und Stromanlagen vor. Acht Rolltreppen und zwei Aufzüge sollen ersetzt werden. In der Gleishalle ist außerdem eine Umstellung der Beleuchtung auf LED-Technik vorgesehen.
Die Dimension des Umbaus zeigt sich auch beim Rückbau. Laut Ausschreibungsunterlagen müssen unter anderem große Teile von Wänden, Decken, Verkleidungen und technischen Einbauten entfernt werden. Gleichzeitig bleibt der Bahnhof in Betrieb. Zugänge und Querungen durch das Empfangsgebäude müssen deshalb während der Arbeiten für Fahrgäste aufrechterhalten werden.
Bereits seit Monaten lässt sich dieser Übergang beobachten. Bei den Vorbereitungen für die Sanierung des Bahnhofs Alexanderplatz verschwanden nach und nach Geschäfte und Gastronomie aus der Halle. Reisezentrum, Information und weitere Angebote wurden teilweise in provisorische Bereiche verlagert.
Bahnhof Alexanderplatz soll bis Mitte 2030 vollständig fertig sein
Nach jüngsten Angaben soll die Entkernung bis 2027 reichen. Die Hauptarbeiten sollen im Frühjahr oder Sommer 2027 beginnen und bis Ende 2029 dauern. Danach stehen noch Abnahmen an. Der vollständige Projektabschluss wird deshalb für Mitte 2030 erwartet.
Währenddessen soll der Bahnverkehr grundsätzlich weiterlaufen. Arbeiten an den Bahnsteigen sollen möglichst in vorhandene Sperrpausen gelegt werden. Die Planer wollen außerdem die barrierefreie Erreichbarkeit während der einzelnen Bauphasen erhalten. Der Umbau findet damit weitgehend hinter den Kulissen des laufenden Verkehrsknotens statt. Nach Angaben von DB InfraGO nutzten 2024 durchschnittlich rund 125.000 Menschen pro Tag den Bahnhof zum Ein-, Aus- oder Umsteigen.
Sanierung Bahnhof Alexanderplatz
Quellen: DB InfraGO, S-Bahn Berlin, Berliner Zeitung
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7 Kommentare
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Es entsteht der Eindruck, als sei das Gebäude noch aus den 60ern übrig geblieben. Dabei ist der Bahnhof erst Ende der 90er umfassend saniert und umgebaut worden.
Was auch schon über 25 Jahre her ist. Muss man fairerweise erwähnen.
Die Visualisierungen überzeugen mich persönlich nicht. Insbesondere die helle Steinoptik beim Zugang zur U-Bahn weckt in mir nichts Wertiges. Wichtig wird sein, das Ganze Graffitifest hinzubekommen. Im Übergang am S Landsberger funktioniert das ganz okay mit entsprechendem Anstrich.
Ich fand den Bahnhof eigentlich immer ganz okay, schön und praktisch waren die ganzen Shops auf der Eingangsebene. Die U-Bahnsteige im Untergrund waren älter, aber das war auch okay. Bin gespannt was sich dort jetzt ändern soll. Persönlich finde ich die Alexanderplatz Schrift altbacken, das könnte moderner.
Was mir gut gefallen würde eine oder mehrere große LED Flächen zum Platz hin. Die Schrift sollte Nachts LED-leuchten.
Und das ganze dauert echt so lange..da hätte man auch neu bauen können . Und was ist daran so toll die gelben Steine gibt es doch schon. Richtig Beschilderung..mehr Info über groß Tafeln..innen und außen..
Die historischen Ziegelbögen sind schon seit dem Umbau vor 25 Jahren freigelegt. Auch nach Auskunft der Bahn ändert sich wegen des Denkmalschutzes am Äußeren des Bahnhofs fast gar nichts. Was ja auch in Ordnung ist.