Der Bahnhof Alexanderplatz steckt mitten in einem tiefgreifenden Umbau. Hinter den Bauzäunen hat inzwischen die Entkernung begonnen. Und die Deutsche Bahn will dabei auch ein Stück DDR-Geschichte zurück an den Alex zu holen.

Ein leerer Gang im Bahnhof Alexanderplatz zeigt ein Schild zu gesperrten Übergängen für U-Bahn und S-Bahn während der Bauarbeiten und Sanierung.

Hinweisschilder informieren im Bahnhof Alexanderplatz über geänderte Wege während der Sanierung bis 2030. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT

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Der Bahnhof Alexanderplatz soll moderner werden, ohne seine Geschichte zu verlieren. Während die technische Sanierung bereits angelaufen ist, werden nun auch die gestalterischen Pläne konkreter. Dabei soll vor allem die DDR-Vergangenheit des Bahnhofs wieder stärker sichtbar werden.

  • Bezirk: Berlin-Mitte
  • Adresse: Dircksenstraße 2, 10179 Berlin
  • Projektstatus: Entkernung läuft
  • Projektabschluss: Mitte 2030

Wer den Bahnhof derzeit betritt, erlebt bereits einen weitgehend leer geräumten Baukörper. Geschäfte und Gastronomie haben ihre Flächen verlassen, Wege wurden verlegt. Damit ist die im Frühjahr angekündigte Sanierung des Bahnhofs Alexanderplatz in eine neue Phase gegangen. Nach Angaben von DB InfraGO hat die Entkernung begonnen. Sämtliche Einbauten und große Teile der Gebäudetechnik sollen entfernt werden. Das Erdgeschoss wird dadurch zeitweise weitgehend zum Rohbau.

Dabei geht es um weit mehr als neue Ladenflächen. Elektrotechnik, Gebäudeautomation, Blitzschutz, Erdung und Klimaanlagen sollen erneuert werden. Hinzu kommen Arbeiten an Fassaden sowie Wand-, Boden- und Deckenflächen. Auch der Brandschutz wird grundlegend überarbeitet. Eine offizielle Bauübersicht der Bahn hatte die Arbeiten am Alexanderplatz bereits als umfangreiche brandschutztechnische Ertüchtigung geführt.

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Im Bahnhof Alexanderplatz verdecken rote Baustellenplanen abgesperrte Bereiche, während ein Schild den Weg zur S-Bahn während der Sanierung weist.

Baustellenplanen zeigen im Bahnhof Alexanderplatz die vorbereitenden Arbeiten für die mehrjährige Sanierung. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Bahnhof Alexanderplatz: DDR-Architektur soll sichtbar bleiben

Der Umbau ist auch deshalb anspruchsvoll, weil der Bahnhof unter Denkmalschutz steht. Seine Geschichte reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück. Der S-Bahnhof entstand zwischen 1878 und 1882 nach Entwürfen von Johann Eduard Jacobsthal. Nach Kriegsschäden erhielt die Rundbogenhalle 1963 und 1964 nach Plänen von Hans Joachim May und Günter Andrich ihr bis heute prägendes Erscheinungsbild mit großen Glasflächen. Das bestätigt auch die Berliner Denkmaldatenbank.

Genau diese unterschiedlichen Zeitschichten will die Bahn beim Umbau stärker herausarbeiten. Alte Stadtbahnbögen, die bislang teilweise hinter Verkleidungen verschwinden, sollen wieder besser zu erkennen sein. Zugleich bleiben Elemente der DDR-Moderne erhalten. Dazu gehört auch der markante Schriftzug „Alexanderplatz“. Die Sanierung folgt damit einem Ansatz, der historische Substanz nicht auf eine einzelne Epoche reduziert.

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DDR trifft auch anderswo am Alexanderplatz auf Moderne

Das passt zu einem Alexanderplatz, an dem DDR-Architektur derzeit auch an anderer Stelle neu bewertet wird. Beim nahe gelegenen Haus der Statistik entsteht rund um den sanierten DDR-Bestand ein neues Quartier. Gleichzeitig verändern Hochhausprojekte und neue Nutzungen das Umfeld des Bahnhofs.

Für Einzelhandel und Gastronomie stehen im Bahnhof selbst insgesamt rund 2.800 Quadratmeter zur Verfügung. Nach der Sanierung sollen diese Flächen wieder vermietet werden. Außerdem sind erneut ein WC-Center, ein DB-Reisezentrum und ein Fahrkartenverkauf der S-Bahn vorgesehen. Die Bahn rechnet nach eigenen Angaben mit einer hohen Nachfrage nach den Gewerbeflächen.

Im Bahnhof Alexanderplatz markieren Absperrzäune und Hinweisschilder geänderte Wege zur S-Bahn während der laufenden Bauarbeiten.

Bauzäune und Hinweisschilder lenken Fahrgäste im Bahnhof Alexanderplatz während der Sanierung um. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

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Bahnhof Alexanderplatz bleibt während der Sanierung geöffnet

Trotz der umfangreichen Eingriffe soll der Bahnhof in Betrieb bleiben. Arbeiten an den Bahnsteigen will die Bahn möglichst in vorhandene Sperrpausen legen. Auch die barrierefreie Erreichbarkeit der Bahnsteige soll während der einzelnen Bauphasen erhalten bleiben. Serviceangebote befinden sich derzeit in Containern auf der Seite zum Fernsehturm.

Auch das Untergeschoss verändert sich. Im Bereich des früheren Drogeriemarkts soll die öffentlich zugängliche Fläche kleiner werden. Damit will die Bahn schlecht einsehbare und wenig frequentierte Bereiche beseitigen. Eingriffe in den Grundriss müssen allerdings mit dem Denkmalschutz abgestimmt werden.

Der Zeitplan reicht inzwischen über 2029 hinaus. Die Hauptarbeiten sollen nach aktuellem Stand im Frühjahr oder Sommer 2027 beginnen und bis Ende 2029 laufen. Anschließend folgen noch Abnahmen. DB InfraGO rechnet deshalb derzeit mit einem vollständigen Projektabschluss Mitte 2030.

Bahnhof Alexanderplatz: Sanierung bis 2030
Der Bahnhof Alexanderplatz wird umfassend saniert. Historische Stadtbahnbögen und Elemente der DDR-Architektur sollen erhalten beziehungsweise wieder stärker sichtbar werden. Der Projektabschluss ist nach aktuellem Stand für Mitte 2030 vorgesehen.

 

Quellen: Berliner Zeitung, DB InfraGO AG, Deutsche Bahn, Landesdenkmalamt Berlin

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One Comment

  1. D annyschm i dt 1. Oktober 2026 at 14:51 - Reply

    Sehr gut erhalten sehr gut er um bau

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