Hamburg hat als erste deutsche Großstadt die bundesweite Genehmigung erhalten, ein autonomes Shuttle im öffentlichen Straßenraum zu testen. Mit dem Start des Projekts „ALIKE“ beginnt ein mehrjähriger Praxistest, der den Weg für neue Formen des öffentlichen Nahverkehrs bereiten soll.

Testgebiet für autonomes Fahren, Barmbek-Süd

Im Stadtteil Barmbek-Süd errichtet die Hamburger Hochbahn derzeit einen Betriebshof, der speziell auf die Anforderungen autonom fahrender Fahrzeuge ausgelegt ist. / © Visualisierung: Hamburger Hochbahn AG

© Foto & Visualisierung: Hamburger Hochbahn AG

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Hamburg hat einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur autonomen Mobilität erreicht. Der Fahrzeughersteller HOLON erhielt vom Kraftfahrt-Bundesamt die bundesweite Erprobungsgenehmigung nach §16 AFGBV für das autonome Shuttle „HOLON urban“. Damit dürfen Testfahrten im autonomen Fahrmodus auf öffentlichen Straßen stattfinden, begleitet von Sicherheitsfahrpersonal. Die ersten Fahrten starten im Rahmen des städtischen Projekts „ALIKE“.

Bei HOLON wurde die Entscheidung als bedeutender Moment für die Weiterentwicklung automatisierter Verkehrssysteme eingeordnet. Dr. Flavio Friesen, Vice President Engineering bei HOLON, erklärte, die Genehmigung zeige, dass das System sowohl technisch als auch regulatorisch überzeugt und den Weg für den künftigen Einsatz autonomer Mobilität bereite. Auch die Hamburger Hochbahn AG betonte, der Schritt bringe autonome Kleinbusse nun aus der Testumgebung in den realen Stadtverkehr.

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Autonomes Shuttle in Hamburg genehmigt: Testgebiet im innerstädtischen Bereich

Das HOLON-Shuttle wird künftig in einem rund 37 Quadratkilometer großen Areal im innerstädtischen Bereich unterwegs sein. Das Fahrzeug übernimmt dabei die Fahraufgabe vollständig autonom, während ein Sicherheitsfahrer oder eine Sicherheitsfahrerin die Fahrt überwacht. Ingenieurinnen und Ingenieure begleiten den Betrieb, um technische Erkenntnisse zu gewinnen und die Systeme weiterzuentwickeln.

Geplant ist ein schrittweises Heranführen an den Regelbetrieb im öffentlichen Nahverkehr. Erste Fahrgastfahrten sollen in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 beginnen.

Das HOLON-Shuttle ist vollelektrisch und barrierefrei

Der „HOLON urban“ zählt zu den ersten Level-4-Shuttles, die speziell für den Einsatz im öffentlichen Straßenraum entwickelt wurden. Das Fahrzeug verfügt über ein umfassendes Sensorsystem aus Kameras, Lidars und weiteren Messinstrumenten, die gemeinsam den autonomen Betrieb ermöglichen.

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Das vollelektrische Shuttle erreicht bis zu 60 Stundenkilometer und bietet Platz für 15 Personen. Zudem ist es vollständig barrierefrei ausgestattet, darunter mit einer automatisierten Rampe, einer gesicherten Rollstuhlhalterung sowie auditiven und visuellen Assistenzsystemen.

Autonomes Fahren: Bundesweite Testgenehmigung und langfristige Finanzierung

Die Erprobungsgenehmigung gilt deutschlandweit und ermöglicht Fahrten auf Bundes-, Landes- und Kreisstraßen. Autobahnen sind derzeit ausgenommen. Die Förderung des Projekts durch das Bundesverkehrsministerium umfasst 26 Millionen Euro und soll den Wissenstransfer sowie die technische Weiterentwicklung unterstützen.

Auf der Jahrestagung des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) im Sommer 2025 wurde erstmals ein Finanzierungsmodell vorgestellt, das den Weg in einen späteren Regelbetrieb ebnen soll. Eine Milliarde Euro ist für die Projektphase mit Fahrzeugleasing, Personal, Infrastruktur sowie Forschung und Entwicklung vorgesehen. Weitere zwei Milliarden Euro sollen langfristig den Betrieb sichern, etwa durch den Ausbau von Leitstellen und die Integration autonomer Fahrzeuge in bestehende Flotten.

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Berlin testet parallel autonome Mobilität bis 2027

Während Hamburg damit bundesweit vorangeht, arbeiten auch andere Städte an ähnlichen Entwicklungen. In Berlin werden aktuell erstmals autonome Fahrzeuge vom Typ VW ID. Buzz AD im öffentlichen Straßenraum getestet. Das Pilotgebiet umfasst Teile von Spandau, Charlottenburg Wilmersdorf und Reinickendorf. Auch diese Fahrzeuge setzen auf Level-4-Technologie und sollen langfristig flexible Shuttle-Angebote ergänzen.

Nach aktuellen Planungen soll die Testphase bis 2027 laufen. Anschließend ist vorgesehen, die autonomen Angebote dauerhaft in das Berliner Verkehrsnetz zu integrieren, um den Linienverkehr künftig um bedarfsgerechte Mobilitätsangebote zu ergänzen.

Ausblick für Hamburg: Perspektiven für den ÖPNV

Auch für Hamburg dürften die Ergebnisse der Testphase entscheidend sein. Mit dem Start des „HOLON urban“ im Projekt „ALIKE“ beginnt eine mehrjährige Erprobung unter realen Bedingungen, deren Ergebnisse unmittelbaren Einfluss auf die zukünftige Gestaltung des städtischen Nahverkehrs haben werden.

Sollte sich das System technisch wie organisatorisch bewähren, könnte Hamburg frühzeitig in der Lage sein, autonome Mobilitätsangebote in den regulären ÖPNV zu integrieren und damit ein deutschlandweit beachtetes Referenzmodell aufzubauen.

Quellen: Hamburger Hochbahn, BVG, Holon

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