An der Warschauer Straße verändert sich das Stadtbild erneut. Während hinter dem früheren Autohaus die Neubauten des Forty4 bereits mehrere Geschosse erreicht haben, rücken nun die Abbrucharbeiten nach vorn. Damit verschwindet ein Gebäude, das den Standort fast zwei Jahrzehnte geprägt hat.

Ein Bagger, Baucontainer und Absperrungen stehen vor dem früheren Autohaus auf dem Forty4-Areal in Berlin-Friedrichshain.

Bauzäune, Container und ein Bagger bestimmen inzwischen den Bereich vor dem ehemaligen Autohaus am Warschauer Platz. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT

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Hinter der gläsernen Halle des früheren Autohauses wachsen bereits die Neubauten in die Höhe. Nun erreicht die Baustelle des Forty4 in Friedrichshain-Kreuzberg auch den bislang stehen gebliebenen Bestand an der Stralauer Allee. Vor Ort zeigt sich, wie weit die Arbeiten inzwischen fortgeschritten sind.

  • Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
  • Adresse: Stralauer Allee 44–47 / Warschauer Platz 1–5 / Naglerstraße 22–26, 10245 Berlin
  • Projektstatus: im Bau
  • Geplante Fertigstellung: Oktober 2027
  • Aktueller Bauabschnitt: Hotel mit 344 Zimmern und Apartmenthaus mit 93 Wohnungen

An der Stralauer Allee ist inzwischen deutlich zu erkennen, dass die Baustelle in eine neue Phase eingetreten ist. Hinter dem früheren Autohaus stehen die Rohbauten bereits über mehrere Geschosse. Gerüste umschließen große Teile der Gebäude, mehrere Kräne überspannen das Areal. Direkt davor beginnt zugleich der Rückbau der ehemaligen Verkaufs- und Ausstellungshalle: Teile des Innenraums sind bereits entkernt, Baumaschinen und Container stehen unmittelbar vor der Glasfassade.

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Die gläserne Halle des früheren Autohauses an der Stralauer Allee steht vor der Forty4-Baustelle in Berlin-Friedrichshain.

Das frühere Autohaus an der Stralauer Allee steht unmittelbar vor den bereits wachsenden Neubauten des Forty4. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Stralauer Allee 44–47: Das Autohaus weicht dem Forty4

Das Autohaus gehörte lange zu den auffälligsten Gewerbebauten am Warschauer Platz. Die Motor Company betrieb hier einen Toyota-Standort; Vermessungsunterlagen dokumentieren Planung und Bau des Gebäudes für die Jahre 2006 bis 2008. Prägend waren die an der Decke hängenden Auto-Karossen. Nun verschwindet der vergleichsweise junger Bau mitten in einer Phase, in der sich die Stralauer Allee bereits stark zum Büro- und Medienstandort wandelte.

Die Dimension der Veränderungen zeigt sich besonders von der Naglerstraße. Dort steht der Rohbau des Forty4 bereits deutlich über dem Bauzaun. Die Tragstruktur ist weitgehend ablesbar. PORR nennt für den ersten Bauabschnitt knapp 20.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche. Das Unternehmen errichtet ein Hotel der Marke „The Cloud One“ mit 344 Zimmern sowie ein Gebäude mit 93 Apartments. Die Bauzeit gibt PORR aktuell mit August 2025 bis Oktober 2027 an.

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Ein mehrgeschossiger und vollständig eingerüsteter Rohbau des Forty4 steht hinter Bäumen an der Stralauer Allee in Friedrichshain.

Von der Rückseite zeigt sich der fortgeschrittene Rohbau des Forty4. Gerüste ziehen sich inzwischen über mehrere Geschosse. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Forty4 Berlin: Vier Gebäude mit rund 40.000 Quadratmetern geplant

Der erste Bauabschnitt bildet allerdings nur einen Teil des Forty4. Das Gesamtprojekt umfasst vier Gebäude mit rund 40.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche. Die Projektwebsite nennt für zwei spätere Bürohäuser 14.200 beziehungsweise 7.100 Quadratmeter Bruttogeschossfläche. Hinzu kommen Gastronomie sowie Außen- und Aufenthaltsflächen.

Technisch setzt das Projekt auf mehrere Ansätze zur Reduzierung des Ressourcen- und Energieverbrauchs. PORR nennt unter anderem eine Photovoltaikanlage, eine Wärmepumpe, begrünte Flachdächer und ein System zur Regenwasserverdunstung. Für Teile des Ensembles entwickelte das Ingenieurbüro schlaich bergermann partner außerdem Außenwände aus Infraleichtbeton sowie materialoptimierte Deckenelemente; in Wohnbereichen sind Holz-Hybriddecken vorgesehen.

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Mehrere Kräne und eingerüstete Rohbauten stehen auf der Forty4-Baustelle nahe der Warschauer Straße in Berlin-Friedrichshain.

Zwischen dem bestehenden Gewerbebau und der Stralauer Allee wächst der erste Bauabschnitt des Forty4 in die Höhe. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Rund um die Warschauer Brücke entstehen weitere Großprojekte

Das Forty4 steht dabei nicht für sich allein. Rund um die Warschauer Brücke laufen oder entstehen mehrere große Vorhaben. Mit dem EDGE East Side prägt bereits ein Hochhaus die Silhouette. Zugleich gibt es weitere Planungen für Hochhäuser rund um die Warschauer Straße, darunter das Projekt an der Rudolfstraße und die Entwicklung des RAW-Geländes.

Am Forty4 lässt sich dieser Wandel inzwischen unmittelbar verfolgen: Wo vor wenigen Monaten noch das ehemalige Autohaus den Blick von der Straße bestimmte, stehen nun Abbruchgerät und Baucontainer. Dahinter haben Hotel und Apartmenthaus bereits deutlich an Höhe gewonnen. Bis Oktober 2027 will PORR den ersten Bauabschnitt fertigstellen.

Die Forty4-Baustelle an der Stralauer Allee in Berlin-Friedrichshain zeigt mehrgeschossige Rohbauten, Gerüste und mehrere Baukräne.

An der Stralauer Allee haben die Neubauten des Forty4 bereits mehrere Geschosse erreicht. Mehrere Baukräne prägen die Baustelle in Friedrichshain. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Forty4 Berlin
An der Stralauer Allee in Friedrichshain entsteht das Mixed-Use-Quartier Forty4. Im ersten Bauabschnitt werden ein Hotel mit 344 Zimmern und ein Apartmenthaus mit 93 Wohnungen errichtet.

 

Quellen: Forty4,  PORR, schlaich bergermann partner

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4 Kommentare

  1. Peter Schneider 1. Oktober 2026 at 22:19 - Reply

    Keine 20 Jahre für keinen MEB in der Lage und Ausführung?
    Ökologisch nicht nachvollziehbar und wirtschaftlich aus VWL-Sicht mindestens fragwürdig.

  2. Wilhelm Holzwarth 2. Oktober 2026 at 05:01 - Reply

    Eine schande, ich sage nur Beton und CO2 wohl sind die Deckungsbeiträge an den dort verkaiften Fahrzeugen so hoch, das diese Sünde geht. Aber muss das zweibeinige Raubtier Mensch alles Machen was geht. Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall.

  3. Rudolf Schlehahn 2. Oktober 2026 at 08:58 - Reply

    Wie Karl Marx gesagt hat: Für Gewinn geht Kapital über Leichen.
    Wie kommt es dass wertvolle innerstädtische Fläche immer ganz schnell an privatwirtschaftliche Investoren verscherbelt wird?
    Welche Menschen in den Ämtern vergessen ihre Herkunft und werden zu willfährigen Helfershelfern geldgieriger Investoren? Warum kommt der soziale Wohnungsbau nie zum Zuge?
    Immer mehr Büros, Hotels und Appartements lösen die katastrophale Wohnraumsituation in unserer Stadt nicht.
    Kurzsichtige Mandatsträger und Beamte führen uns sehenden Auges immer tiefer in die Wohnungskriese.
    Baugenehmigungen für Konzerne werden im Eiltempo erteilt, aber die Politik ist nicht willens und in der Lage die Sozialbindung preiswerter Wohnungen zu verlängern oder zu erhalten.
    Eine traurige Wirklichkeit.

  4. Gerald Janke 3. Oktober 2026 at 08:34 - Reply

    Über 10 Jahre wohnten wir in diesem Kietz. Zu DDR Zeiten ein ruhiges Viertel, grün, vorwiegend Arbeiter, die teils bei NARVA arbeiteten. Ein Bezirk von Jung bis Alt, in den Lücken-Neubauten viele junge Familien. Unsere Kinder gingen ohne Hubschrauber-Eltern alleine oder in Gruppen zur Schule. Damals fanden wir für unseren Trabbi sogar einen Parkplatz vor dem Haus. Nach dem Mauerfall wurde der Bezirk zum Durchfahr-Verkehr von West nach Ost. Der Schulweg wurde immer unsicherer, so dass wir Eltern für Ampelanlagen streiken müssten, mit teils Erfolge. Parkplätze zu erhaschen wurde zum Sport. Vor einigen Tagen besuchte ich das Viertel. Alles was zu bebauhen war, ist zugebaut. Aber überwiegend Bürohäuser und Gewerbe, weniger Wohnungen. Diese vielen Arbeitsplätze verursachen viel Verkehr, Lärm, Abgase und unsichere Wege. Wenn wir nicht schon Mitte 90ziger weggezogen wären, heute auf jeden Fall. Ich war für diesen Bezirk Bezirkspolitiker und hatte gemeinsam mit Bewohnern und anderen Politikern für den Erhalt des Kietzes gestritten. Heute frage ich mich ernsthaft, ob Bezirkspolitiker überhaupt noch für eine Sache zu kämpfen in der Lage sind, oder es gar wollen. Ein Kietz muss ein Kitz bleiben und darf nicht Investoren und dem Kapital überlassen werden. Von damals zu heute betrachte ich diesen ehemaligen wundervollen Kitz nur noch mit Grausen. Nee, wohnen und leben möchte ich dort nicht mehr!

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