Mit einem neuen Kunstwerk und umfassenden Verschönerungsmaßnahmen möchte der Bezirk das historische Zentrum rund um die Einkaufsstraße Alt-Tegel neu beleben. Ziel ist es, den besonderen Charakter des Viertels zu stärken und langfristig mehr Besucherinnen und Besucher in den Berliner Norden zu ziehen.

Das neue Tape-Art-Wandbild zeigt eine Welle, die das Leitmotiv Wasser aufgreifen und damit Alt-Tegel künstlerisch mit seiner maritimen Umgebung verbinden will. / © Foto: Tape Over/BA Rdf
© Titelbild: Wikimedia Commons, Metamindmaster, CC BY-SA 3.0
Seit dem 8. November 2025 zieht ein neues Kunstwerk in der Tegeler Einkaufsstraße Alt-Tegel die Blicke auf sich. An der Kreuzung Berliner Straße / Alt-Tegel, dem Eingang zur Fußgängerzone, ist ein großflächiges Wandbild der Künstleragentur Tape Over entstanden. Das Motiv zeigt eine Welle und soll sinnbildlich für das Thema Wasser stehen, das die Umgebung prägt. Das Werk markiert den Auftakt zu einer Reihe von Maßnahmen, mit denen die Straße schrittweise aufgewertet werden soll.
In Alt-Tegel soll die Tape-Art-Installation (Kunst aus farbigen Klebebändern) nun den Startpunkt einer neuen Gestaltung bilden, die Gastronomie, Handel und Aufenthaltsqualität miteinander verbinden soll. Bezirksstadträtin Korinna Stephan (Bündnis 90/Die Grünen) erklärte, Alt-Tegel habe das Potenzial, die „schönste Straße Berlins“ zu werden. Die geplanten Maßnahmen seien in enger Abstimmung mit Anwohnenden und Gewerbetreibenden entstanden.
Alt-Tegel: Mehr Aufenthaltsqualität und eine sichtbare Wasserlinie
Zu den nächsten Schritten zählen laut Bezirksamt die Entfernung alter Blumenkübel und die Sanierung der Holzbänke. Diese sollen Anfang des Jahres einen neuen, blauen Anstrich erhalten und so eine symbolische Verbindung zur nahegelegenen Greenwich-Promenade schaffen. Ergänzt wird das Konzept durch neue Pflanzkübel und ein Beleuchtungssystem, das insbesondere in den dunklen Wintermonaten für mehr Atmosphäre sorgen soll.
Bereits im Sommer 2024 hatte das Stadtentwicklungsamt eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Sie analysierte die Stärken und Schwächen der in die Jahre gekommenen Einkaufsstraße und formulierte konkrete Handlungsempfehlungen. Das Berliner Büro LOKATION:S entwickelte daraus ein Konzept zur Verbesserung der Platzgestaltung, der Barrierefreiheit und der Förderung des Radtourismus. Besonders rund um den historischen Schinkelbrunnen sollen die Aufenthaltsflächen neu strukturiert werden.
Zwischen Tradition und Transformation: Berliner Norden im Wandel
Alt-Tegel steht dabei in einem größeren städtebaulichen Zusammenhang. Nur wenige Hundert Meter entfernt wurde in den vergangenen Jahren die Gorkistraße umfassend erneuert. Rund 250 Millionen Euro investierte die HGHI Holding GmbH in den Umbau des dortigen Tegel-Centers. Trotz moderner Architektur und großzügiger Flächen leidet die Fußgängerzone jedoch bis heute unter Leerstand und geringer Aufenthaltsqualität.
Anders als dort soll die Entwicklung in Alt-Tegel stärker auf den gewachsenen Charakter des Viertels eingehen. Die Kombination aus Wasserlage, Gastronomie, Schiffsanleger und Naherholung soll künftig stärker betont werden. Mit dem neuen Kunstwerk und den angekündigten Umgestaltungen will der Bezirk ein sichtbares Signal für diesen Ansatz setzen.
Neue Nutzung für das ehemalige Leiser-Gebäude an der Berliner Straße ab 2026
Auch in unmittelbarer Nähe tut sich etwas: Im Frühjahr 2026 soll der Leerstand im ehemaligen Leiser-Gebäude an der Berliner Straße enden. Wie der Tagesspiegel berichtete, werden dort die Burgerkette Burgermeister und das Berliner Traditionsunternehmen Mago neue Flächen beziehen. Zudem soll ein Fitnessstudio ins Obergeschoss zurückkehren. Mit den laufenden Umgestaltungen und neuen Nutzungen könnte einer der nördlichsten Stadtteil Berlins also bald wieder an alte Qualitäten anknüpfen – vielleicht sogar mit einer Straße, die zu den schönsten der Stadt zählen soll.
Quellen: Bezirksamt Reinickendorf von Berlin, Tagesspiegel, Architektur Urbanistik Berlin, archdaily, Immobilienzeitung
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Ist zwar Geschmackssache, aber ich freu mich, wenn hier mal was passiert…