Nach dem Auslaufen der Mietverträge am Potsdamer Platz zieht das traditionsreiche Kino Arsenal nach Berlin-Wedding um. Im silent green Kulturquartier an der Gerichtstraße werden ab April 2026 erstmals Kino, Archiv, Verleih und Festivalarbeit an einem Ort vereint. Das bestehende Gebäude wird dafür aufwendig umgebaut.

Das Arsenal zieht um – und bündelt seine Arbeit erstmals an einem Ort. Im ehemaligen Krematorium Wedding entsteht ein moderner Kinosaal mit umfassender analoger und digitaler Ausstattung. / ©KOMBINATIV

Visualisierungen: ©KOMBINATIV

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Eine Berliner Kultur- und Kinoinstitution muss sich, wieder einmal, neu erfinden und wird in diesem Jahr eine neue Heimat finden, an einem gänzlich neuen Standort. Nach mehr als zwei Jahrzehnten am Potsdamer Platz steht für das Kino Arsenal ein grundlegender Ortswechsel an.

Im Februar 2025 liefen die Mietverträge im Filmhaus am Potsdamer Platz aus, womit sich das traditionsreiche Programmkino zum zweiten Mal in seiner Geschichte neu verortet. Ab 2026 wird das Arsenal im silent green Kulturquartier in Berlin-Wedding beheimatet sein; an einem Standort, der programmatisch und strukturell neue Perspektiven eröffnet.

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Kino Arsenal zieht vom Potsdamer Platz in den Wedding: Alle Arbeitsbereiche erstmals unter einem Dach

Mit dem Umzug vollzieht das Arsenal einen Schritt, der weit über einen reinen Standortwechsel hinausgeht, wie die Projektverantwortlichen versichern. Erstmals werden alle zentralen Arbeitsbereiche – Kino, Berlinale Forum und Forum Expanded, Archiv sowie Verleih – an einem Ort zusammengeführt.

Bereits seit 2015 ist das umfangreiche Arsenal-Archiv im silent green untergebracht, das inzwischen mehr als 10.000 Titel umfasst. Künftig kommen nun auch der Kinobetrieb sowie die redaktionellen und organisatorischen Strukturen hinzu.

Kulturquartier an der Gerichtstraße: Neue Heimat für traditionsreiches Kino Arsenal

Der neue Kinosaal entsteht in der Westhalle des ehemaligen Krematoriums an der Plantagenstraße 30. Dort wird ein Saal mit 180 Sitzplätzen eingebaut, der sowohl analoge als auch digitale Filmvorführungen ermöglichen soll.

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Ergänzt wird der Kinobetrieb durch einen eigenen Eingang auf der Nordseite des Gebäudes sowie einen kleinen Innenhof, der für Veranstaltungen genutzt werden kann. Die Büros und der Verleih ziehen parallel in das gegenüberliegende Gebäude in der Gerichtstraße 53.

„silent green“ in Berlin-Wedding: Ein Kulturstandort mit starken Synergien

Der neue Standort bietet dem Arsenal eine außergewöhnlich dichte kulturelle Umgebung. Auf dem Gelände des silent green sind unter anderem das Harun Farocki Institut, silent green Film Feld Forschung sowie die transmediale angesiedelt.

In unmittelbarer Nachbarschaft befinden sich zudem Einrichtungen wie SİNEMA TRANSTOPIA, die künftige Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB) und SAVVY Contemporary. Viele dieser Institutionen verbindet bereits eine langjährige Zusammenarbeit mit dem Arsenal, die nun räumlich weiter verdichtet wird.

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Von dieser Nähe versprechen sich die Organisatoren nicht nur organisatorische Synergien, sondern auch neue inhaltliche Impulse, etwa für filmische Diskurse, interdisziplinäre Formate und experimentelle Präsentationsformen, die das Profil des Arsenal seit Jahrzehnten prägen.

Umbau der Westhalle: Denkmalgerecht und nachhaltig

Für die architektonische Transformation der Westhalle hat das silent green das Architekturbüro KOMBINATIV unter der Leitung von Max Dengler beauftragt. Das Büro ist bereits für Teile der bisherigen Umbauplanung des Kulturquartiers verantwortlich und arbeitet nun in enger Abstimmung mit dem Arsenal sowie dem Kinoplaner Reiner Chemnitius an der neuen Nutzung.

Ziel ist es, den denkmalgeschützten Bestand behutsam weiterzuentwickeln und zugleich ein technisch hochmodernes Kino zu realisieren. Das technische Konzept sieht 13 Reihen mit fest installierten Sitzplätzen vor, ergänzt durch eine flexible Bestuhlung in der ersten Reihe.

Wedding: Im neuen Kinosaal des Arsenal sollen analoge und digitale Filmvorführungen möglich sein

Vorgesehen sind analoge Projektionsmöglichkeiten für alle gängigen Filmformate von 8 mm bis 70 mm sowie eine digitale 4K-DCP-Projektion. Hinzu kommen Dolby-Atmos-Tonsysteme, ein Flügel für Live-Musik, Konferenztechnik und umfassende Barrierefreiheit, die schrittweise weiter ausgebaut werden soll.

Die Umbau- und Renovierungskosten der Westhalle trägt das silent green Kulturquartier als Vermieter. Der Ausbau zum Kino sowie die Umzugskosten des Arsenal werden durch Mittel der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien finanziert, wie es heißt.

Zugleich ist der neue Standort langfristig angelegt: Das silent green hat mit dem Arsenal einen Mietvertrag über 20 Jahre abgeschlossen und sich zu „stabilen, fairen Mietkonditionen“ verpflichtet. Die letzte Vorführung des Kino Arsenal am Potsdamer Platz fand bereits am 15. Dezember 2024 statt.

Kino Arsenal: Eröffnung des neuen Standorts in Berlin-Wedding im April 2026

Im vergangenen Jahr 2025 erfolgte der vollständige Umzug aller Arbeitsbereiche nach Wedding. Übergangsweise präsentiert das Arsenal unter dem Titel „Arsenal on Location“ gemeinsam entwickelte Programme mit Kooperationspartnern in Berlin, bundesweit und international.

Die Eröffnung des neuen Kino Arsenal im silent green ist für April 2026 geplant, als neues Kapitel einer Institution, die dem Berliner Kinoleben seit Jahrzehnten prägend verbunden ist. Auf die neuen Räumlichkeiten darf man in der Tat sehr gespannt sein.

©KOMBINATIV

© Foto: Wikimedia Commons, IgorCalzone1 (CC BY-SA 4.0)

Quellen: KOMBINATIV, Arsenal Filminstitut e.V., TIP Berlin

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