Ein bisher wenig beachtetes Gewerbeareal in Tempelhof wird neu gestaltet: Auf dem Gelände eines Bauunternehmens entsteht ein großer Gewerbeneubau mit Büro- und Lagerflächen. Dabei soll sich das Projekt in ein Umfeld einfügen, das noch heute an die frühere Nutzung als Telegraphenzeugamt erinnert.

Das Gewerbequartier „Schatzberg“ wächst: Der fünfgeschossige Neubau orientiert sich in Höhe und Fassadengliederung am benachbarten denkmalgeschützten Gebäudebestand des ehemaligen Telegraphenzeugamtes und soll nach aktuellem Stand noch im ersten Quartal dieses Jahres fertiggestellt werden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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Wer die Schätzelbergstraße im Süden Tempelhofs passiert, bewegt sich durch einen der weniger bekannten Teile des Bezirks. Zwischen dem Teltowkanal nahe der Komturbrücke und dem stillgelegten Tempelhofer Parkfriedhof erstreckt sich ein schmaler, unbewohnter Streifen, der seit Jahrzehnten von Gewerbe- und Industrienutzungen geprägt ist. Genau hier entsteht derzeit ein fünfgeschossiger Neubau für Büro- und Lagerflächen.
Auf dem Firmengrundstück des Bauunternehmens HAN Netzbau wird eine frühere Lagerhalle ersetzt, die zeitweise auch gastronomisch genutzt wurde. Inzwischen ist der Neubau weithin sichtbar, die Arbeiten sind weit fortgeschritten.
Schätzelbergstraße 1-3: Bauarbeiten laufen trotz winterlicher Bedingungen
Vor Ort wird auch bei eisigen Temperaturen gearbeitet. Der Rohbau steht, die Fassade ist weitgehend fertiggestellt, der Innenausbau läuft parallel. Nach Angaben aus dem Projektumfeld soll das Gebäude noch im ersten Quartal dieses Jahres fertiggestellt werden.
Der Neubau umfasst rund 10.000 Quadratmeter Nutzfläche. Vorgesehen sind flexibel teilbare Büro- und Lagerflächen, die sich an unterschiedliche gewerbliche Anforderungen anpassen lassen. Das Erdgeschoss ist insbesondere für Lager- und Logistiknutzungen ausgelegt, während die oberen Etagen Büroflächen aufnehmen. Ergänzt wird das Raumangebot künftig durch eine Dachterrasse im obersten Geschoss.
Zwischen Kanal und Parkfriedhof: Ein Standort mit Geschichte
Besonders ist der Standort nicht nur durch seine Lage, sondern auch durch seine Geschichte. Auf dem Grundstück befinden sich mehrere denkmalgeschützte Gebäude des ehemaligen Telegraphenzeugamtes. Die Bauten entstanden ab 1912 und dienten der Oberpostdirektion Berlin als Lager- und Verwaltungsgebäude für Fernmeldetechnik.
Die Architektur der historischen Gebäude ist funktional, zugleich aber repräsentativ. Sie spiegelt die Bedeutung wider, die der Standort einst für die technische Infrastruktur der Stadt hatte. Die Nähe zu Bahn- und Wasserwegen spielte dabei eine zentrale Rolle.
Gewerbequartier „Schatzberg“: Zurückhaltender Neubau im denkmalgeschützten Umfeld
Der neue Gewerbebau will gegenüber dem historischen Bestand bewusst zurücktreten. In Höhe, Proportion und Fassadengliederung orientiert er sich an der vorhandenen Bebauung, ohne diese zu kopieren. Der Neubau soll sich damit in ein Ensemble einordnen, das über ein Jahrhundert gewachsen ist.
Das Projekt zeigt exemplarisch, wie sich Gewerbeflächen in peripheren Lagen weiterentwickeln. Anders als in innerstädtischen Quartieren steht hier nicht Wohnungsbau im Fokus, sondern die Modernisierung und Sicherung von Arbeitsorten. In einem Gebiet, das lange funktional genutzt, aber kaum wahrgenommen wurde, entsteht so ein zeitgemäßer Baustein im Berliner Gewerberaum.
Quellen: Architektur Urbanistik, Denkmaldatenbank Berlin, Schatzberg Berlin, Google Streetview
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