Das Atelierhaus Hobrechtstraße 31 in Neukölln bleibt erhalten, entgegen früherer Pläne, den traditionsreichen Standort 2025 zu schließen. Nach einem Jahr großer Unsicherheit konnte Kulturraum Berlin den Mietvertrag nun bis 2030 verlängern. Für rund 30 Künstlerinnen und Künstler bedeutet dies Planungssicherheit und den Fortbestand eines der ältesten Atelierhäuser im Berliner Arbeitsraumprogramm.
© Foto Titelbild: Kulturraum Berlin gGmbH
Das Atelierhaus in der Hobrechtstraße 31 bleibt erhalten. Kulturraum Berlin hat den Mietvertrag nun langfristig bis zum 30. Juni 2030 verlängert und damit eine Phase der Unsicherheit beendet. Für 27 bildende Künstlerinnen und Künstler bedeutet dies Kontinuität in einem Arbeitsumfeld, das sie seit vielen Jahren prägt.
Die Verlängerung ist das Ergebnis eines komplexen Prozesses, der bereits 2024 begann. Zwar lag früh eine Einigung mit den Eigentümern vor, doch fehlende Verpflichtungsermächtigungen im Landeshaushalt verzögerten die Entscheidung erheblich.
Atelierhaus Hobrechtstraße: Seit 1999 fester Bestandteil des Berliner Arbeitsraumprogramms
Das Haus gehört seit 1999 zum Arbeitsraumprogramm und zählt zu den ältesten Atelierstandorten der Stadt. Es bietet professionelle Räume zu sozial verträglichen Mietkonditionen, die für die Freie Szene in Berlin essenziell sind.
Da der Vertrag ursprünglich zum 30. Juni 2025 enden sollte, stand der Standort vor dem Aus. Erst eine Zwischensicherung bis Mitte 2026 brachte vorübergehende Stabilität, bevor nun die Verlängerung bis 2030 möglich wurde.
Kulturausschuss bestätigt Verlängerung: Atelierhaus erhält Planungssicherheit bis 2030
Die endgültige Laufzeit wurde im Kulturausschuss offiziell bestätigt. Kulturstaatssekretärin Cerstin Richter-Kotowski bezeichnete die Sicherung als zentralen Bestandteil der aktuellen Arbeitsraumstrategie, die vor allem auf Bestandserhalt setzt.
Für die Hausgemeinschaft bringt dies Planungssicherheit. Kulturraum Berlin betonte, verlässliche Mietbedingungen seien eine Grundvoraussetzung für künstlerische Arbeit.
Neuköllner Kunstszene alarmiert: Einsparsumme von 120.000 Euro galt als unverhältnismäßig
Im Jahr 2024 hatten angekündigte Haushaltskürzungen zu deutlicher Kritik geführt. Die Künstlerinnen und Künstler beschrieben die geplante Schließung als existenzbedrohend und warnten vor dem Verlust eines gewachsenen kulturellen Ortes im Herzen Neuköllns.
Zudem verwiesen sie darauf, dass die Einsparsumme von rund 120.000 Euro in keinem Verhältnis zu den Folgen stehen würde. Der Standort gilt als weitgehend selbstverwaltet und arbeitet seit Jahren eng mit dem Eigentümer zusammen, eine Konstellation, die in Berlin selten ist.
Hobrechtstraße 31: Atelierhaus seit 30 Jahren fest im Kiez verankert
Das Gebäude ist seit fast drei Jahrzehnten ein Ort für Produktion, Austausch und Begegnung. Zahlreiche offene Ateliertage und politische Besuche zeigen, wie stark der Standort im Umfeld verankert ist.
Die Verlängerung bedeutet daher nicht nur Stabilität für die Kunstschaffenden, sondern auch für den Bezirk, der von der kulturellen Präsenz und Vernetzung des Hauses profitiert.
Vertrag bis 2030: Kulturraum Berlin stärkt langfristige Arbeitsbedingungen
Kulturraum Berlin bezeichnete die Einigung als partnerschaftlichen Erfolg. Die Organisation dankte sowohl der Eigentümerseite als auch der Hausgemeinschaft und hob die Bedeutung eines verlässlichen Rahmens für langfristige kreative Prozesse hervor.
Mit dem neuen Vertrag steht fest, dass der traditionsreiche Standort mindestens weitere fünf Jahre zur Verfügung steht. Für viele im Haus ist dies ein Signal, dass Kulturpolitik und Verwaltung den Erhalt bestehender Strukturen weiterhin unterstützen.
Quellen: Atelierhaus Hobrechtstraße, Kulturraum Berlin gGmbH
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