Seit Jahren plant Hamburg den Ersatz für das markante Klinik-Hochhaus in Othmarschen. Nun haben Senat und Asklepios zentrale Fragen zu Finanzierung, Grundstück und Vergabe geklärt. Bis zum eigentlichen Baustart sind allerdings noch mehrere Schritte nötig.

Der Lageplan zeigt den geplanten Standort der neuen Asklepios Klinik Altona in direkter Nachbarschaft zum heutigen Krankenhaus. / © Visualisierung: Asklepios
© Titelbild: Asklepios
Die Planungen für die neue Asklepios Klinik Altona gehen in eine neue Phase. Der Hamburger Senat hat Anfang September die nächsten Schritte für das Großprojekt beschlossen. Damit kann das europaweite Vergabeverfahren beginnen. Das Vorhaben gehört zu den größten Krankenhausprojekten der Hansestadt und soll die medizinische Versorgung im Hamburger Westen langfristig neu ordnen.
- Bezirk: Altona
- Adresse: Paul-Ehrlich-Straße 1, 22763 Hamburg
- Projekt: Neubau der Asklepios Klinik Altona
- Projektstatus: Vorbereitung des europaweiten Vergabeverfahrens
- Inbetriebnahme: für 2035 vorgesehen
- Kapazität: 600 Betten, zusätzlich 46 Betten in der Neonatologie
Das neue Krankenhaus soll direkt neben der bestehenden Klinik zwischen Behringstraße und dem heutigen Hochhaus entstehen. Der Standort liegt im Hamburger Stadtteil Othmarschen, wo derzeit auch an anderer Stelle gebaut wird. So entstehen bei den „Othmarscher Gärten“ 83 neue Wohnungen. Auch im übrigen Bezirk Altona verändert sich derzeit an vielen Stellen die Stadtstruktur.
Neubau der Asklepios Klinik Altona bekommt 600 Betten und 17 OP-Säle
Die Dimensionen des Klinikneubaus sind inzwischen konkreter. Vorgesehen sind 600 Betten, darunter 60 Intensivbetten. Hinzu kommen 46 Betten für die Neonatologie, die Asklepios weiterhin gemeinsam mit dem Altonaer Kinderkrankenhaus betreiben will. Für Operationen plant das Krankenhaus zwölf Säle für stationäre Eingriffe und fünf sogenannte Fast-Track-OPs für ambulante Behandlungen.
Das Gebäude soll zugleich anders organisiert werden als das bestehende Hochhaus. Stationäre, teilstationäre und ambulante Medizin sollen stärker miteinander verbunden werden. Der kompakte Neubau bündelt verschiedene Funktionsbereiche. Die Pflegestationen sind im nördlichen Gebäudeteil vorgesehen, der bis zu elf Geschosse erreichen soll. Auf dessen Dach ist der Hubschrauberlandeplatz geplant. Nach Süden soll sich der Bau bis auf zwei Geschosse abstufen und damit stärker in die Grünflächen des Klinikgeländes einfügen.
Schwieriger Baugrund verändert Planung für neue Asklepios Klinik
Hinter der langen Planungszeit stehen nicht nur Fragen zur Architektur. Nach Angaben von Stadt und Asklepios mussten die Kalkulationen wegen gestiegener Baukosten, der Krankenhausreform des Bundes und schwieriger Baugrundverhältnisse grundlegend überarbeitet werden. Planung und Bau sollen nun an einen Totalübernehmer vergeben werden. Dieser soll am Ende der Planungsphase ein verbindliches Festpreisangebot vorlegen.
Auch die Finanzierung wurde neu geregelt. Hamburg soll 77 Prozent der Investitionskosten tragen, Asklepios 23 Prozent. Einen konkreten Gesamtbetrag nennen die Beteiligten derzeit ausdrücklich nicht. Damit sollen die Angebote im bevorstehenden Vergabeverfahren nicht beeinflusst werden.

Der geplante Neubau der Asklepios Klinik Altona soll zwischen Behringstraße und bestehendem Krankenhaus errichtet und in die vorhandenen Grünflächen eingebunden werden. / © Visualisierung: Asklepios
Asklepios-Klinik-Neubau: Infrastrukturarbeiten sind für 2027 geplant
Bevor das eigentliche Krankenhaus entstehen kann, muss Hamburg das Gelände vorbereiten. Bereits 2027 soll entlang der A7 eine neue Infrastrukturtrasse gebaut werden, über die wichtige Ver- und Entsorgungsleitungen geführt werden. Zusammen mit einer Interimsstraße sind dafür im Haushaltsplanentwurf 2027/2028 insgesamt 14 Millionen Euro vorgesehen. Bis 2035 sollen weitere Maßnahmen folgen, darunter die Verlegung der Paul-Ehrlich-Straße und Änderungen an der Verkehrserschließung. Für diese Infrastrukturmaßnahmen sind insgesamt rund 30 Millionen Euro eingeplant.
Die Gesamtprojektvereinbarung zwischen Hamburg und Asklepios ist allerdings noch an eine Bedingung geknüpft: Die Bürgerschaft muss zustimmen. Diese Entscheidung soll nach aktuellem Stand auf Grundlage der ersten Angebote voraussichtlich bis Ende 2027 fallen. Erst danach folgen Genehmigungs- und Ausführungsplanung sowie die eigentlichen Bauarbeiten.
Neubau Asklepios Klinik Altona
Quellen: Asklepios Kliniken, Freie und Hansestadt Hamburg – Sozialbehörde, Hamburgische Bürgerschaft, SPD-Fraktion Hamburg
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