Union Berlin wird erst Anfang 2028 ins Olympiastadion wechseln und voraussichtlich zur Saison 2029/30 nach Köpenick zurückkehren. Die neuen Pläne für den Umbau der Alten Försterei sehen zudem eine Untertunnelung des Stadions vor, bei Baukosten von rund 190 Millionen Euro. Der Verein baut eine Fußballarena für 40.500 Zuschauer, wird aber vorerst 6.000 dieser Plätze nicht vermarkten dürfen.

Die Innenansicht der Visualisierung zeigt das geplante ausgebaute Stadion An der Alten Försterei des 1. FC Union mit neuen Tribünen und erweiterten Zuschauerrängen.

So soll das modernisierte Stadion An der Alten Försterei nach dem geplanten Ausbau des 1. FC Union aussehen. 6.000 der geplanten 40.500 Plätze wird Union anfangs aber nicht an seine Fans veräußern dürfen. / © Visualisierung: 1. FC Union Berlin

© Titelbild: IMAGO / Matthias Koch

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Ein weiteres großes Berliner Stadionprojekt verzögert sich aufgrund von Vorgaben des Artenschutzes. Nachdem bereits der Umbau des Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportparks durch den Streit um geschützte Brutstätten ausgebremst wurde, muss nun auch der 1. FC Union Berlin seinen Zeitplan für den Ausbau des Stadions An der Alten Försterei korrigieren.

Der ursprünglich für den Sommer 2027 geplante Umzug ins Olympiastadion soll erst zum Jahresbeginn 2028 erfolgen, also während der Bundesliga-Winterpause. Gleichzeitig verlängert sich die vorgesehene Bauzeit deutlich. Statt nach einer Spielzeit nach Köpenick zurückzukehren, wird Union seine Heimspiele voraussichtlich bis zum Ende der Saison 2028/29 in Westend austragen – mindestens, wie Union-Boss Zingler betonte.

  • Bezirk: Treptow-Köpenick
  • Projekt: Ausbau des Stadions An der Alten Försterei
  • Letzte Veranstaltung: Weihnachtssingen im Dezember 2027
  • Rückkehr nach Köpenick: Saison 2029/30
  • Bauliche Kapazität: 40.500 Plätze
  • Zunächst zugelassen: 34.500 Plätze
  • Kosten: rund 190 Millionen Euro

Neuer Zeitplan: Union Berlin bleibt bis Ende 2027 in der Alten Försterei

Den veränderten Zeitplan stellte Union-Präsident Dirk Zingler bei der Mitgliederversammlung des Vereins am Donnerstagabend vor. Demnach soll das traditionelle Weihnachtssingen im Dezember 2027 die vorerst letzte Veranstaltung in der alten Arena sein. Anschließend beginnt der Umzug nach Westend, ins Olympiastadion.

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Hintergrund sind unter anderem Vorgaben für die notwendige Fällung von Bäumen. Weil auch Gehölze am Rand des Baugeländes betroffen sind, müssen neue Bäume gepflanzt sowie Ersatznistplätze für Vögel und Quartiere für weitere Tierarten geschaffen werden. Diese Maßnahmen sollen bereits ein Jahr vor dem eigentlichen Eingriff umgesetzt werden.

Die Visualisierung zeigt den geplanten neuen Eingangsbereich des Stadions An der Alten Försterei beim Stadionbau des 1. FC Union in Berlin-Köpenick.

Der 1. FC Union plant beim Stadionbau einen neuen Eingangsbereich an der Alten Försterei in Berlin-Köpenick. / © Visualisierung: 1. FC Union Berlin

Artenschutz beeinflusst erneut ein Berliner Stadionprojekt

Damit zeigen sich Parallelen zum Jahnsportpark in Prenzlauer Berg. Dort hatte das Verwaltungsgericht Berlin den Abriss des Cantianstadions im Herbst 2024 vorläufig gestoppt. Nach Auffassung des Gerichts waren damals die vorgesehenen Ersatzmaßnahmen für 94 Brutplätze des Haussperlings nicht ausreichend umgesetzt worden.

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Der Senat hatte sogenannte Sperlingshäuser mit 108 Nistkästen angekündigt. Da diese nicht rechtzeitig bereitstanden, geriet der Rückbau in einen juristischen Konflikt. Auch bei Union wird nun deutlich, wie stark Brutzeiten, Baumfällungen und ökologische Ausgleichsmaßnahmen den Ablauf großer Bauprojekte bestimmen können. Der Verein hat aus diesen Vorgängen offenbar seine Schlüsse gezogen und will vorbereitet sein.

Neuerung: Alte Försterei erhält einen unterirdischen Verbindungstunnel

Eine bemerkenswerte Neuerung betrifft die innere Erschließung des Stadions. Die jüngsten Planungen sehen eine Untertunnelung der Alten Försterei vor. Der unterirdische Durchgang soll die Haupttribüne, die Gegentribüne sowie das neue Trainingszentrum einschließlich der Parkgarage miteinander verbinden.

Damit geht das Vorhaben deutlich über einen klassischen Ausbau der Zuschauerränge hinaus. Neben den neuen Tribünen entstehen umfangreiche Funktions-, Trainings- und Parkflächen. Nach Angaben des Vereins hat die aktuelle Planung daher nur noch wenig mit den ersten Entwürfen aus dem Jahr 2017 gemeinsam.

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Für den Bau des neuen Stadions veranschlagt der 1. FC Union rund 190 Millionen Euro

Für den Stadionausbau sowie den Bau des Klubhauses und der Parkgarage werden inzwischen rund 190 Millionen Euro veranschlagt. Etwa 61 Millionen Euro davon will Union aus eigenen Mitteln finanzieren.

Ungewöhnlich ist auch der Umgang mit der künftigen Kapazität. Das Stadion soll baulich weiterhin für 40.500 Zuschauer ausgelegt werden. Zu Beginn dürfen jedoch lediglich 34.500 Eintrittskarten verkauft werden. Rund 6.000 vorhandene Plätze blieben bei regulären Spielen somit zunächst ungenutzt.

Die Visualisierung zum Stadionbau des 1. FC Union zeigt das neue Trainingsgelände und das ausgebaute Stadion An der Alten Försterei in Berlin-Köpenick aus der Vogelperspektive.

Die Visualisierung zeigt das geplante Trainingszentrum des 1. FC Union direkt neben dem Stadion An der Alten Försterei in Berlin-Köpenick. / © Visualisierung: 1. FC Union Berlin

Paradox in Köpenick: 40.500 Plätze werden gebaut, aber nicht vollständig genutzt

Der Grund liegt in der Verkehrsanbindung des Standorts. Nach Einschätzung der zuständigen Senatsverwaltungen kann die bestehende Infrastruktur in Köpenick die An- und Abreise von mehr als 40.000 Menschen derzeit nicht zuverlässig bewältigen. Ein von Union vorgeschlagenes Konzept mit zusätzlichen Shuttle-Bussen hatte die Behörden nicht überzeugt.

Damit finanziert der Verein eine Arena, deren vollständige Kapazität vorerst nicht vermarktet werden kann. Langfristig hält Union dennoch am Ziel von 40.500 zugelassenen Zuschauern fest. Voraussetzung dafür wären weitere Verbesserungen der Verkehrsanbindung oder eine neue Bewertung des Mobilitätskonzepts. Bis dahin entsteht in Köpenick ein Stadion, das größer gebaut wird, als es zunächst betrieben werden darf.

Heim- oder Auswärtsspiel? Ab Januar 2028 soll der 1. FC Union im Berliner Olympiastadion spielen, für mindestens eineinhalb Jahre. / © Foto: Depositphotos.com

Quellen: 1. FC Union Berlin, IMAGO, Berliner Morgenpost, Der Tagesspiegel, Olympiastadion Berlin GmbH

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